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20 Juli, 2017 - 10:27
 

Schlotz oder nicht Schlotz – ist das noch eine Frage???

Sie tragen Namen wie „Freche Freunde“, „Kinderspaß“ oder „Fruchtbar“. Die Rede ist von den Früchtebreis in Tuben, die es inzwischen in das Regal jeder Drogerie und der meisten Supermärkte geschafft haben. Kinder lieben den süßen Tubenbrei in der Regel, Eltern lernen dessen Vorteile schnell kennen. Bei aller Freude bleibt jedoch ein schlechtes Gefühl, wie ein Vater zu berichten weiß …

Das erste Mal kam ich mit einem dieser Tubensnacks für Kleinkinder am Spielplatz in Berührung. Eine befreundete Mutter gab ihrem Sohnemann ein solches Teil und bot mir auch eines für unsere Tochter Lilly an, die damals etwa 15 Monate alt war. Ich gab mein okay und sah mit großer Verwunderung, wie unsere Kleine die Tube in Windeseile fachmännisch in sich hineinsaugte, als habe sie nie etwas anderes gegessen. Die Mutter sagte mir dann noch, dass ihr Kleiner voll auf diese Dinger abfahre und zwischenzeitlich gar nichts anderes mehr essen wollte. Ein Vorgeschmack auf das, was uns mit Lilly erwarten würde?


Unser Kind sog die Tube sofort ein wie eine Süchtige

Als ich meiner Frau später von meinem Erlebnis erzählte hatte sie Bedenken, dass Lilly den Brei direkt aus der Tube trinke – ob das gut für die Zähne sei? Ich beruhigte meine Frau, indem ich ihr sagte, dass Lilly viel zu schnell saugen würde, um Gebissdeformationen oder Karies eine Chance zu geben. Nachdem ich ein paar Tage darauf die ersten Tuben in der Drogerie kaufte und meine Frau selbst Zeuge wurde, wie Lilly in 30 Sekunden wie eine Süchtige den Brei „inhalierte“ gab es nie wieder Diskussionen, ob die Kleine die Tuben denn in den Mund nehmen darf…
Inzwischen ist die „Frucht in Tuben“ ein fester Bestandteil unseres Einkaufszettels. Unsere Kleine giert danach. Meine Frau und ich nennen das Zeug wegen der pappigen Konsistenz inzwischen „Schlotz“.


Wir Eltern haben zwiespältige Gefühle gegenüber dem Schlotz

Wir Eltern haben zwiespältige Gefühle, wenn wir Lilly die Früchtetuben anbieten. Einerseits ist es gut, etwas zu haben, was das Kind immer gerne isst – und was nicht direkt eine Süßigkeit ist: Seit wir die Tuben haben, verfüttern wir viel weniger Kekse an Lilly, wenn wir unterwegs sind. Dazu kommt, dass das Trinken aus den Tuben normalerweise keine Sauerei macht – sehr praktisch auf Autoreisen. Andererseits sind die Tuben nicht billig – etwa ein Euro das Stück – und der oben erwähnte Junge hat einmal fünf Stück hintereinander verputzt. Darüber hinaus ist speziell meine Frau immer skeptisch bei „fertigem“ Essen – und ob im süßen Brei wirklich alle Vitamine der verschiedenen Früchte erhalten wurden, ist zumindest fraglich. Ein besonders schlechtes Gewissen haben wir wegen des Abfalls – die Tuben werden anschließend weggeworfen und die Verpackungen sehen zumindest so aus, als ob darin Metalle verarbeitet wurden. Kompostierbar sind sie sicher nicht …


Ab und zu retten uns die Tubenbreis auch

Unser persönliches Fazit: die Breis in Tuben sind praktisch und unsere Kleine liebt sie. Also kaufen wir sie weiter, wenn auch mit einem schlechten Gewissen. Wir sehen einfach zu, dass wir nicht zu viele davon an sie verfüttern. Unser Limit sind eigentlich maximal zwei am Tag. Noch etwas spricht für die „Tubenfrüchte“ – wenn unser frühpubertierendes Kind sich wieder einmal so in einen Trotzanfall hineingesteigert hat, dass sie kaum noch wiederzuerkennen ist, haben wir ihr einen „Schlotz“ angeboten und sie hat sich beruhigt, während sie den Brei eingesaugt hat. Anschließend war sie wieder ansprechbar und kam gerne in Mamas oder Papas Arme. Das ist viel wert und da haben uns die Früchtetuben schon ein paarmal „gerettet“…

 


Unsere Frage an Euch: Was haltet Ihr von den Früchtetuben? Gebt Ihr sie Euren Kids? Habt Ihr ein schlechtes Gewissen dabei? Wir sind gespannt auf Eure Kommentare.

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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