Skip to main content

Suche

5 November, 2015 - 09:12
 

Windeln ade – endlich aufs Töpfchen

Irgendwann sehnen Eltern die Zeit herbei, in der ihr Kind endlich selbstständig auf Toilette oder Töpfchen geht und der regelmäßige Windelberg der Vergangenheit angehört. In der Regel ist es zwischen eineinhalb und zwei Jahren soweit. Sie können Ihr Kind beim Sauberwerden tatkräftig unterstützen, erzwingen können Sie allerdings nichts.

© Renata Osinska - Fotolia.com

Grundvoraussetzung dafür, dass ein Kind sauber ist, ist die entsprechende körperliche Reife. Erst dann, wenn sich ein Harndrang entwickelt und das Kind diesen auch erkennt, hat die Erziehung zur Sauberkeit Sinn. Ähnliches gilt für die Kontrolle über die Darmentleerung, die für ein Kind allerdings leichter zu erlernen ist. Hauptgrund dafür ist, dass die Darmentleerung nur ein bis zweimal täglich stattfindet, während ein dreijähriges Kind noch durchschnittlich 10 mal pro Tag urinieren muss. Die Blasen- und Darmkontrolle des Kindes entwickelt sich in der Kombination aus körperlicher Reife und Erziehung und kann von außen unterstützt, aber nicht beschleunigt werden.


Wann kann es losgehen?


Ein Kind zeigt durch bestimmte Verhaltensweisen an, wann es bereit ist, aufs Töpfchen zu gehen.

  • Ihr Kind will allein sein, wenn es sich entleert und zieht sich trotz Windel zurück.
  • Ihr Kind mag nicht mehr gewickelt werden.
  • Ihr Kind meldet, wenn etwas in der Windel ist und will sofort eine neue.
  • Ihr Kind begleitet Sie gerne auf die Toilette.

Ab diesem Moment können Sie Ihrem Kind einen Topf bereitstellen und es dazu einladen, sein Geschäft dort zu verrichten. Üben Sie keinen Druck aus, entweder es kommt was oder eben nicht. War die „Sitzung“ erfolgreich, dann ist Lob fällig, wenn nicht, dann auch. War der Gang erfolgreich bewundern viele Kinder danach ihr „Werk“ und können traurig bis böse werden, wenn es in der Toilette verschwindet. In diesem Fall warten Sie mit der Entsorgung, bis das Kind wieder spielt.


Unterstützung beim Sauber werden


Wenn Sie merken, dass Ihr Kind reif fürs Töpfchen wird, können Sie es durch verschiedene Maßnahmen unterstützen.

  • Trainingsunterhosen oder Windelpants kann das Kind selbst hoch- und runterziehen. Es kann aufs Töpfchen gehen, hat aber auch keine negativen Gefühle, wenn es mal nicht klappt.
  • Ermöglichen Sie dem Kind selbstständig Töpfchen oder Toilette zu benutzen. Sitzverkleinerungen und ein Hocker an der Toilette sorgen für leichte Zugänglichkeit und stabilen Halt.
  • Besetzen Sie den Toilettengang mit positiven Gefühlen – loben Sie Ihr Kind, auch wenn nichts kommt.
  • Erzwingen Sie den Gang zur Toilette nicht. Wenn es sich weigert, fällt er eben für dieses Mal aus.


Wie lange dauert es, bis das Kind komplett sauber ist?

 Bei einigen wenigen Kindern dauert es nur Tage oder Wochen, bis sie komplett auf Windeln verzichten können und auch nicht mehr in die Hose machen. Die Regel ist jedoch, dass dieser Prozess rund zwei Jahre dauert. Rückfälle gibt es immer wieder, sei es durch Stress, große Veränderungen oder Krankheit und manchmal wollen Kinder auch wieder für eine Weile Windeln tragen. Frühestens ab drei können Kinder dann komplett ohne Windel auskommen – zumindest am Tag. Bis zur nächtlichen Sauberkeit können noch ein bis zwei Jahre vergehen, dies ist von der hormonellen und körperlichen Entwicklung des Kindes abhängig.


Grundlegende Fehler bei der Sauberkeitserziehung

 Zwang und Druck, Schimpfen und Bestrafung sind hier absolut fehl am Platze. Ein Kind, das noch eine Windel benötigt, ist einfach noch nicht so weit, darauf zu verzichten. Dies kann in der psychischen oder auch der körperlichen Entwicklung begründet sein. Die Blase und den Darm zu kontrollieren fordert viel Aufmerksamkeit vom Kind, die es erst in einem bestimmten Reifestadium aufbringen kann.


Grund zur Sorge besteht, wenn …

  • Ihr Kind bereits längere Zeit trocken war und sich plötzlich wieder häufig einnässt. Dann kann eine Blasenentzündung oder eine andere Erkrankung vorliegen. Auch psychische Ursachen können einen Rückfall auslösen.
  • Das Kind zu „tröpfeln“ scheint und ein ständiger Harnfluss vorhanden ist. Dies kann auf Fehlbildungen im Blasenapparat hinweisen.
  • Wenn Ihr Kind kurz vor dem Einschulungsalter immer noch jede halbe Stunde auf die Toilette muss und sich häufig einnässt.

Hier sollte ein Spezialist aufgesucht werden. Der Hausarzt ist oft diagnostisch überfordert und verschreibt lediglich Medikamente, die die Blase beruhigen, aber nicht die Ursache für das Verhalten finden.


Mit liebevoller Geduld und viel Verständnis begleiten Sie Ihr Kind am sinnvollsten auf dem Weg zur Sauberkeit. Wie alle anderen kindlichen Reifeprozess auch verläuft das Trocken werden nach dem individuellen Tempo Ihres Kindes. Sie können es unterstützen, aber nichts erzwingen.

 

 

Vaterfreuden auf Facebook   Vaterfreuden auf Twitter
Artikel bewerten
 

Autor

Redaktion Vaterfreuden.de