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17 November, 2017 - 23:01
 

Jedes Kind lernt anders

Die Wissenschaft unterscheidet vier verschiedene Lerntypen. Aus Erfahrung wissen die meisten Erwachsenen, wie sie selbst am besten lernen. In dem Bewusstsein dieser Unterschiede können Sie auch Ihrem Kind helfen, effektiv und leicht zu lernen, indem Sie es seinem Lerntyp gemäß unterstützen.

© kids.4pictures - Fotolia.com

Man unterscheidet den auditiven, den visuellen, den kommunikativen und den motorischen Lerntyp. Jeder braucht andere Voraussetzungen, um Informationen optimal aufzunehmen. In der Schule wird dies oft nicht ausreichend berücksichtigt, so dass manches Kind schneller und das andere langsamer lernt. Mit Intelligenz hat das wenig zu tun – oft liegt es nur an der für das Kind unpassenden Art der Wissensvermittlung.


Die vier Lerntypen

Der Grund für die verschiedenen Lerntypen liegt in der variierenden Ausprägung der Sinnesorgane. Ohren, Augen, Nase, Geschmackssinn und Muskelsinn nehmen Informationen auf und leiten diese ins Gehirn. Optimal ist es dabei, mehrere Sinnesorgane zu nutzen. Schon Konfuzius wusste: „Sage es mir und ich werde es vergessen, zeige es mir und ich werde es verstehen, lass es mich machen und ich werde es  behalten“. Werden beim Lesen durch Hören, Schreiben, Lesen und Sprechen alle Sinne aktiviert, beträgt die Vergessensrate nur noch 10% (70% bei der Nutzung eines einzigen Sinns).


Die vier Lerntypen lassen sich folgendermaßen einteilen: 

  • Der auditive Lerntyp nimmt Wissen besonders effektiv durch Hören auf. Er versteht gesprochene Erklärungen, kann sie sich merken und sie vor allem auch nachvollziehen. Gehörtes wird besonders gut gemerkt und verarbeitet. Dieser Lerntyp kann mit Lernkassetten oder anhand von Vorgelesenem besonders gut lernen, lässt sich aber durch Nebengeräusche leicht ablenken. Mit dem in der Schule üblichen Frontalunterricht kommen sie besonders gut zurecht. Oft haben auditive Lerntypen eine eher schwache Rechtschreibung, da sie sich die Worte über ihren Klang merken und sie auch dementsprechend schreiben.
     
  • Der visuelle Lerntyp muss sehen, was er sich merken soll. Informationen werden über die Augen aufgenommen. Gelesene Informationen und beobachtete Handlungsabläufe bleiben besonders gut im Gedächtnis haften, rein Gehörtes wird schnell vergessen. Auch Erklärungen anhand von Grafiken oder Bildern werden besonders gut verstanden. Menschen, die ein sogenanntes fotografisches Gedächtnis haben, sind visuelle Lerntypen. Hilfreich für diesen Lerntyp ist eine geordnete Umgebung mit wenig Ablenkung; hilfreiche Lernmittel sind Bücher, Schaubilder oder Filmmaterial. Die Kernaussagen in Texten können zum Beispiel mit Textmarkern farblich hervorgehoben werden.
     
  • Der kommunikative Lerntyp braucht den Austausch mit anderen, um sich Wissen anzueignen. Gespräche und Diskussionen verfestigen den Lernstoff besonders nachhaltig. Sehr effektiv für diesen Lerntyp ist es auch, wenn er anderen etwas zeigt oder erklärt.
     
  • Der motorische Lerntyp lernt am besten durchs Selbermachen. Handlungsabläufe bleiben dann im Gedächtnis, wenn er sie selbst durchgeführt und eigene Erfahrungen gemacht hat. So wird die Mathematik zum Beispiel am besten durch das Arbeiten mit Material erlernt. Spiele in der Gruppe oder Rollenspiele sind ebenfalls gut geeignet. Beim Lernen - zum Beispiel aus einem Buch - ist dieser Lerntyp am besten in Bewegung. Wann immer es möglich ist, sollte Wissen durch praktische Experimente vertieft werden.

Weitere Lerntypen sind der personen- und der medienorientierte Lerntyp. Während ersterer besonders auf ein harmonisches Verhältnis mit der Lehrkraft angewiesen ist, ist der medienorientierte Lerntyp besonders technikorientiert und lernt am besten mit Hilfe von Computern und anspruchsvollen Lernprogrammen.

Probieren Sie mit Ihrem Kind aus, wie es am besten lernt und den Stoff behält. So finden Sie die beste Methode und können diese gezielt einsetzen.


Jeder von uns lernt mit allen Sinnen. Deshalb ist es wichtig, das Kind nicht auf eine einzige Lernmethode festzulegen. Optimal ist es, möglichst viele Sinne zu beteiligen und zu schulen und somit die Lernfähigkeit zu maximieren. Weiterhin sollten Sie berücksichtigen, dass auch die Motivation, das Arbeitsumfeld und das individuelle Arbeitstempo für das Lernen eine wichtige Rolle spielen.

 


Zum Weiterlesen:

http://www.philognosie.net/index.php/article/articleview/163/

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de