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21 Mai, 2017 - 20:55
 

Mädchen und Makeup - wenn man die Tochter auf einmal nicht wiedererkennt

 Und plötzlich ist der Tag da, an dem eine fremde Frau aus Ihrem Badezimmer kommt. Erst auf den zweiten Blick erkennen Sie, dass es sich dabei um Ihre Tochter handelt, sie ist gerade mal 13. Wie reagiert ein Vater richtig, wie viel Make up und Styling sind in welchem Alter erlaubt?

© NinaMalyna - Fotolia.com

Dieser Tag kommt auf alle Eltern einer Tochter irgendwann zu – die Frage ist nur wann. Generell lässt es sich kaum verhindern, dass die Tochter sich schminkt, wenn sie es will, notfalls eben heimlich. Deshalb sollten Eltern frühzeitig das Gespräch suchen, erklären, aufklären und Kompromisse vorschlagen, aber auch ganz deutlich die eigene Meinung zum Ausdruck bringen. Denn zu viel Makeup bei jungen Mädchen sieht nicht nur doof aus, sondern kann durchaus auch Gefahren bergen.

 

Die Faszination des Schminkens – woher kommt sie?

Die Lust am sich verkleiden und schminken kommt meist schon früh und das nicht nur bei Mädchen. Nicht umsonst sind die Stände fürs Kinderschminken, die auf vielen Veranstaltungen vorhanden sind, meist gut besucht. Während Jungs schnell lernen, dass Lippenstift und Nagellack Mädchenkram sind, leben es viele Mütter ihren Töchtern von Anfang an vor: Ungeschminkt geht es nicht aus dem Haus, ein gepflegtes und makelloses Äußeres gehört unbedingt dazu. Unterstützt wird die Beschäftigung mit Make up häufig noch durch entsprechende Geschenke wie Schminkpuppen oder spezielles Make up für Mädchen. Gar nicht so leicht, einer pubertierenden Zwölfjährigen vor diesem Hintergrund zu vermitteln, dass sie auf keinen Fall stark geschminkt aus dem Haus gehen darf. 

 

In welchem Alter ist Schminken erlaubt?

Auf diese Frage gibt es keine allgemeingültige Antwort, wie so oft, wenn es um Kinder und Erziehung geht. Sicher wird ein elfjähriges Mädchen noch nicht vollständig aufgetakelt und perfekt geschminkt in die Schule oder nachmittags zum Shoppen gehen können, gegen ein bisschen Wimperntusche oder dezent aufgetragenen Lipgloss ist allerdings nicht wirklich etwas einzuwenden. Wie bei vielen Dingen gilt auch hier: Je verbotener etwas ist, umso reizvoller ist es auch. Ist Ihre Tochter erst einmal 14 oder 15 Jahre alt, dann haben Sie ohnehin nicht mehr viel mitzureden. Will sie sich schminken, wird sie es auch tun – ob nun zuhause, bei der besten Freundin oder im Schulklo. Wenn Sie es schaffen, in diesem Alter noch ein Mitspracherecht zu behalten, dann können Sie (oder besser noch Ihre Partnerin) allerhöchstens noch beraten und den ein oder anderen dezenten Hinweis anbringen.

 

Der Vater als bester Berater in Sachen Schminken

Wer sagt denn, dass Männer nichts vom Schminken verstehen? Wenn Sie von Anfang an verständnisvoll und kompromissbereit mit dem Thema umgehen, dann können Sie mit etwas Einfühlungsvermögen zum besten Berater Ihrer Tochter werden und so auch Schadensbegrenzung betreiben. Welcher Vater will schon, dass seine Tochter sich lächerlich macht – und das ist allerdings mit zu viel Puder im Gesicht schnell passiert. Bleiben Sie mit Ihrem Kind im Gespräch und vermitteln Sie immer wieder, dass weniger mehr ist. Das gilt vor allem auch für Make up und Parfum. Für praktische Tipps sind Väter meist allerdings nicht so besonders geeignet, da kann die Mutter oder eine andere bewanderte Freundin einspringen. Pluspunkte sammeln Sie unbedingt auch mit einem ganz besonderen Geschenk: Einem Schminkkurs bei einer Kosmetikerin, die Ihrer Tochter wichtige Hinweise geben kann – unter anderem auch, dass falsches Make up unreine Haut macht.

 

Kommunikation und Absprachen zum Thema Schminken

Auch wenn es ums Schminken geht, sind Regeln und Absprachen wichtig und legitim. Vereinbaren Sie, wann wie viel geschminkt wird. Ihre Tochter sollte nicht unbedingt völlig aufgetakelt in die Schule gehen. Auch der Besuch im Shoppingcenter sollte mit angemessenem Make up und passender Kleidung stattfinden. Geht es auf die Geburtstagsparty der besten Freundin, können Sie die Sache schon etwas lockerer sehen, vor allem dann, wenn Sie die Feier gut beaufsichtigt wissen. Ein Thema, das sie in dieser Hinsicht mit Ihrem Kind ebenfalls besprechen sollten, ist die Qualität des gekauften Make ups. Billigprodukte enthalten oft hautschädigende Stoffe und können Allergien auslösen. Legen Sie lieber ein wenig dazu und achten Sie darauf, dass Ihre Tochter eher wenig, dafür aber hochwertiges Make up kauft, am besten Naturkosmetik. 

 

Schminke macht alt – wichtige Hinweise für Ihre Tochter

Ein etwas schwieriges Thema sollten Sie auch unbedingt mit Ihrer Tochter besprechen. Wer sich schminkt wirkt älter und aus einer zarten und kindlichen Zwölfjährigen wird leicht ein deutlich reifer wirkender sechzehnjähriger Teenager. Das birgt Gefahren, denn junge Männer sind oft nicht in der Lage, den Unterschied zu erkennen. So kann Ihre Tochter eventuell in Situationen geraten, mit denen sie komplett überfordert ist. Nicht wenige ungewollte Teenager-Schwangerschaften kommen aufgrund eines solchen „Missverständnisses“ zustande. Wenn also Ihre Tochter beginnt, sich zu schminken, steht auch ein solches Gespräch an. Versäumen Sie das nicht aus Scham, denn es kann Ihr Kind vor größeren Problemen bewahren. 

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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