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Schulentscheidungen: Gymnasium ja oder nein?

Je nach Bundesland muss nach der vierten bzw. der sechsten Klasse eine Entscheidung über die weiterführende Schule für Ihr Kind gefällt werden. Soll die Wahl aufs Gymnasium fallen, sollten Eltern und Kind vorher gemeinsam einige Punkte klären, damit die anstrengende Schullaufbahn nicht zum Horrortrip wird.

Soll mein Kind aufs Gymnasium?

Eltern wollen für ihre Kinder das Beste, vergessen dabei aber leicht, nach den Wünschen, Bedürfnissen und auch Fähigkeiten des Kindes zu schauen. Gerade dann, wenn es um den Besuch eines Gymnasiums geht, ist das aber unbedingt zu beachten. Um zu klären, ob diese Schulform die passende für Ihr Kind ist, sollten Sie rechtzeitig vor der Anmeldung folgende Punkte prüfen bzw. abarbeiten:

  • Verschaffen Sie sich einen Überblick und besuchen Sie frühzeitig Informationsveranstaltungen zum Thema Gymnasium. Dazu eignet sich zum Beispiel der „Tag der offenen Tür“, den viele Schulen einmal jährlich anbieten.
  • Was sagen die Lehrer? Halten Sie Ihr Kind für fähig und stark genug, um auf dem Gymnasium zurechtzukommen? Allerdings sollten Sie diesen Einschätzungen nicht blind vertrauen, auch Lehrer sind nicht zwangsläufig objektiv.
  • Wie sind die Noten Ihres Kindes? Beim Übertritt auf das Gymnasium sinkt der Notendurchschnitt in der Regel um mindestens einen Punkt.
  • Fällt Ihrem Kind das Lernen leicht und macht es gerne und sorgfältig seine Hausaufgaben?
  • Wie selbstständig arbeitet Ihr Kind zuhause die schulischen Aufgaben ab?
  • Was will Ihr Kind? Besitzt es genügend Ehrgeiz, um die Anforderungen auf dem Gymnasium zu erfüllen?
  • Was machen sie Freunde Ihres Kindes? Gehen die aufs Gymnasium und Ihr Kind würde darunter leider, von ihnen getrennt zu werden?
  • Sind Sie bereit, Ihr Kind für diese Zeit tatkräftig zu unterstützen und es zu motivieren, das Leistungsniveau zu halten?

Auch wenn Ihr Kind natürlich vom Gymnasium wieder auf eine andere Schule wechseln kann, sollten Sie es nicht auf Verdacht dorthin schicken. Kinder, die sich von den Anforderungen dort überfordert fühlen, bekommen schnell psychische Probleme und können an Minderwertigkeitskomplexen leiden. Dies lässt sich vermeiden, wenn Sie von vorneherein entscheiden, ob das Gymnasium die geeignete Schulform für Ihr Kind ist.


Muss es überhaupt das Gymnasium sein?

Die flexible deutsche Bildungslandschaft erlaubt viele Arten von Schulbildung und Abschlüssen. Selbst wenn Ihr Kind erst einmal die Oberschule oder die Realschule besucht, kann es später noch die Hochschulreife erlangen. Der Besuch einer Fachoberschule führt zur Fachhochschulreife und auch das Nachholen des allgemeinen Abiturs ist über verschiedene Bildungswege möglich. Gerade bei Kindern, die zu den Spätzündern gehören, ist dies oft der richtigere Weg, der den Kindern eine entspannte Kindheit und eine glückliche Schulzeit ermöglicht. Ständiger Druck wirkt sich negativ auf die Lebensqualität aus, das gilt für Kinder noch mehr als für Erwachsene. Wenn ein Kind sich nur mühsam und durch ständigen Druck auf dem Gymnasium hält, kann dies das ganze Familienleben beeinträchtigen und sogar zu Partnerschaftsproblemen führen.


Wenn die Entscheidung schwer fällt

Wenn Sie selbst nicht zum Schluss kommen, ob nun das Gymnasium die richtige Schulform für Ihr Kind ist, sollten Sie sich an Fachleute wenden, die Sie bei der Entscheidungsfindung unterstützen können. Dies können zum einen die Lehrer in der Schule sein, zum anderen können auch Schulpsychologen, Elternberatungsstellen oder Beratungslehrer hinzugezogen werden. Besonders dann, wenn Ihr Kind in den einzelnen Fächern starke Schwankungen aufweist, ist der Übertritt aufs Gymnasium reiflich zu überlegen.

 


Zum Weiterlesen:


http://www.elternwissen.com/schule-und-eltern/uebertritt-gymnasium/art/tipp/anforderungen-fuers-gymnasium-welche-regelungen-gelten.html


http://www.chance-gymnasium.de/