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13 April, 2017 - 00:37
 

Die Phasen der Pubertät – was Eltern wissen sollten

Die Pubertät zieht sich über eine lange Zeit und kann ziemlich nervig sein. Die ersten Anzeichen sind in der Vorpubertät zu spüren, die etwa im 11. Lebensjahr beginnt. Manchmal sind bereits in der Latenzphase erste pubertäre Anzeichen zu entdecken. Das Ende naht meist mit der Volljährigkeit und Eltern können aufatmen.

© jogyx - Fotolia.com

Entwicklungspsychologen gliedern die eigentliche Pubertät in drei Phasen, in der unterschiedliche Prozesse stattfinden. Das Latenzalter ist diesen Phasen vorgelagert, damit wird die Zeit zwischen dem sechsten und zehnten Lebensjahr bezeichnet, in der die Kinder bereits viele wichtige Entwicklungen erleben.


Die Latenzphase

Diese Zeitspanne beginnt mit dem sechsten und endet mit dem zehnten Lebensjahr. Damit entspricht das Latenzalter in etwa der Grundschulzeit. Das Kind lernt enorm – zum einen soziales Verhalten, zum anderen auch die sogenannten Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Nach Sigmund Freud rückt in dieser Zeit die Sexualität des Kindes stark in den Hintergrund, der Freundeskreis ist weitgehend gleichgeschlechtlich. Das Kind nabelt sich von den Eltern ab und wird zunehmend selbstständig in seinem Denken und Handeln. Weiterhin passt es sich mehr und mehr an seine Umwelt an.


Die Vorpubertät

In der Vorpubertät kommt es nach und nach zu einer Veränderung des Kindes. Dies betrifft sowohl den Körper als auch die Psyche. Die sekundären Geschlechtsmerkmale bilden sich aus und können teilweise zu großer Verwirrung und Verunsicherung beim Kind führen. Meist entsteht plötzlich ein großes Schamgefühl, Nacktheit wird peinlich, Zimmer- und Badezimmertür sind häufig gut verschlossen. Während das Kind einerseits das Bedürfnis hat, besonders erwachsen zu wirken, spielt es andererseits immer noch gerne die Spiele aus Kindertagen. Dies kann zu inneren Konflikten führen, die sich wiederum in zickigem bis unausstehlichem Verhalten äußern. Besonders Jungen wissen mit ihrer plötzlich wachsenden Kraft nicht wohin, werden ungeschickt, rüpelhaft und teilweise schnell aggressiv.

Auch wenn es manchmal angesichts der unverständlichen Veränderungen und Handlungsweisen schwer fällt: Ihr Kind braucht jetzt jede Menge Verständnis und die Gewissheit, dass es geliebt wird, auch dann, wenn es „komisch“ ist. Aber auch Grenzen sind in dieser Zeit wichtig. So müssen vorpubertäre Mädchen sich sicher noch nicht schminken, Alkohol trinken oder andere erwachsenentypische Dinge ausprobieren. Für Sicherheit und Stabilität sorgen in diesem Alter häufig Hobbys in der Gruppe wie Reiten, Fußball oder das Singen im Chor.


Die Pubertät

In der zweiten Phase der Pubertät kommt zum veränderten Aussehen eine Veränderung im Hormonstatus hinzu. Dieser führt dazu, dass die Kinder sich selbst kaum wiedererkennen, den Eltern geht es ebenso. Bedenken Sie in dieser Zeit immer, dass es für Ihr Kind nicht leichter ist als für Sie selbst. Es verändert sich komplett und bis es mit seiner „neuen“ Persönlichkeit den richtigen Platz und die richtige Rolle im Leben gefunden hat, vergeht einiges an Zeit. Die Pubertät ist der Abschied von der Kindheit und Abschiede fallen oft schwer. Für Eltern besonders anstrengend und schmerzhaft ist häufig der Widerstand, den die Kinder den Werten und Traditionen der Eltern entgegenbringen. Man hat das Gefühl, man hätte in der Kindererziehung alles falsch gemacht. Vielleicht hilft das Wissen, dass der Widerstand zum Abnabelungsprozess gehört und dass im Anschluss an die Pubertät die als Kind gelernten Werte wieder zu Tage treten.

Bleiben Sie jetzt mit Ihrem Kind in Kontakt und im Gespräch, auch wenn es häufiger zu Reibereien kommt. Niemals ist es wichtiger als jetzt, dass Ihr Kind sich Ihnen bei Problemen anvertraut. Es geht jetzt seine eigenen Wege und diese ohne sie. Straucheln ist normal und Scheitern Teil der Weiterentwicklung. Gut zu wissen für Ihr Kind, dass Sie da sein werden, um es aufzufangen und zu unterstützen.


Die Nachpubertät

In der Zeit der Nachpubertät haben es dann alle Beteiligten fast hinter sich. In dieser Phase, die ab dem 17. Lebensjahr beginnt, geht es um Weiterentwicklung, Festigung der gefundenen Identität und um die große Frage: Wie soll mein Leben aussehen? Einher mit diesen Entwicklungen geht auch die völlige Loslösung vom Elternhaus. Eltern haben nun nicht mehr das Sagen, die Jugendlichen sind (fast) gleichberechtigte Personen. In dieser Zeit besteht die Chance, eine freundschaftliche und partnerschaftliche Beziehung zum Kind zu entwickeln. Grundvoraussetzung dafür ist jedoch, dass die Eltern loslassen und in Ihrem Kind ebenfalls eine erwachsene und eigenständige Persönlichkeit sehen können.


Fazit

Die Pubertät ist seit jeher ein Horror-Szenario für alle Eltern. Doch es muss nicht in allen Fällen so schlimm kommen. Wenn die Probleme mit Ihrem pubertierenden Kind Sie überfordern und ständig größer zu werden scheinen, dann schauen Sie genau hin: Oft sind es die Eltern selbst, die sich und dem Kind das Leben schwer machen. Durch hohe Erwartungen, unnötige Grenzen und fehlendes Vertrauen darin, dass Sie Ihrem Kind die wichtigsten Fähigkeiten und Fertigkeiten mit auf den Weg gegeben haben.
 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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