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20 September, 2014 - 10:12
 

Drogensucht bei Teenagern – Vorbeugen und Helfen

In den 1960er Jahren nahm eine Entwicklung ihren Anfang, die mittlerweile zu einem echten Problem geworden ist: Wir leben im Zeitalter der Drogen und Süchte und unsere Kinder trifft es besonders hart. Die Gier nach Spaß und Abwechslung ist verführerisch und treibt zahlreiche Kinder in die Drogensucht.

© rosental - Fotolia.com

Es ist scheinbar so leicht: Man schluckt eine Pille, trinkt ein paar Gläser oder raucht einen Joint und schon ist die Welt viel freundlicher, Probleme lösen sich in Schall und Rauch auf. Ob ein Kind zur Sucht neigt, hängt nur zum geringen Teil von den Genen ab. Entscheidend sind die Umwelt und die Lebensumstände, in denen es aufwächst. Das Vorbild der Mutter, die bei Stress erst einmal „eine rauchen“ muss oder mal wieder zur Kopfschmerztablette greift, senkt die Hemmschwelle, sich auf Drogen einzulassen. Denn das ist doch ganz normal.


Das Wesen der Sucht

Von Sucht spricht man immer dann, wenn eine psychische oder auch körperliche Abhängigkeit von etwas besteht und der Verzicht darauf zu Entzugserscheinungen führt. Dabei ist es unerheblich, ob das Suchtmittel legal oder illegal ist. Die bekanntesten Drogen, die in unserer Gesellschaft voll etabliert sind und mit denen Kinder meist von klein auf konfrontiert werden, sind Kaffee, Alkohol und Nikotin. „Weiche“ illegale Drogen sind Haschisch und Marihuana, als härtere illegale Drogen werden unter anderem Kokain, Speed oder Heroin bezeichnet. Seit einigen Jahren sind die sogenannten Designerdrogen auf dem Markt. Ecstasy kennt jedes Kind, Berichte über Überdosierungen, zum Teil sogar mit Todesfolge liest man immer wieder in den Nachrichten. Am Anfang ist alles ein großer Spaß, ein toller Kick oder einfach die Möglichkeit, cool zu sein und dazuzugehören. Hat sich die Sucht in Körper und Geist festgesetzt, dann beginnt der Leidensweg, der bis in die Beschaffungskriminalität führen kann. Fatal an der Drogensucht ist, dass sie die Psyche des Jugendlichen völlig besetzt und – je nach Droge – sogar Gefühle wie Liebe, Mitgefühl und Verständnis völlig verdrängen kann.


Gute Stimmung – keine Sorgen

Alle illegalen Drogen sind stimmungsaufhellend, denn sie erhöhen den Dopamin-Spiegel im Blut. Genau das macht die Drogen am Anfang so verführerisch. Sie machen gute Laune, Sorgen und Probleme sind kaum mehr belastend. Gleichzeitig wird vorhandener Stress – zum Beispiel durch Probleme mit den Eltern oder in der Schule – gedämpft. So lassen sich auch schwierige, schmerzhafte und belastende Situationen scheinbar meistern. Doch der Körper gewöhnt sich an die Zufuhr des Glückshormons Dopamin und die Drogenmengen müssen immer mehr gesteigert werden, um dasselbe Hochgefühl zu erreichen. Schließlich wird der Punkt erreicht, an dem der glücklich machende Effekt kaum mehr greift. Es geht nur noch darum, die Sucht nach der Substanz zu befriedigen, den Spiegel, den der Körper nun gewöhnt ist, aufrechtzuerhalten.


Alltagsdrogen als Einstieg

Nicht jeder Jugendliche, der Zigaretten raucht oder Alkohol trinkt, wird gleich drogensüchtig. Allerdings ist die Hemmschwelle, zu illegalen Mitteln greifen, nachweislich geringer. Zum Konsum von legalen Drogen kommt es wiederum verstärkt durch ein entsprechendes Vorbild der Eltern. Rauchen die Eltern und trinken sie regelmäßig Alkohol wird das Kind das vermutlich nachahmen. Dabei gilt: Je früher der Jugendliche mit dem Drogenkonsum beginnt, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Abhängigkeit. Denn Kindergehirne lernen schnell und gewöhnen sich dementsprechend schnell auch an Suchtstoffe und die damit verbundenen Gefühle.


Prävention durch Aufklärung und ein gutes Vorbild

Drogen sollten für Kinder tabu sein, Eltern sollten ein entsprechendes Vorbild liefern und weder rauchen noch vor den Kindern Alkohol trinken. Denn Kinder übernehmen Werte, Einstellungen und Gewohnheiten von ihren Eltern. Ein zweiter wichtiger Aspekt, der helfen kann, einer Drogensucht vorzubeugen, ist die Aufklärung. Diese Aufgaben können Schulen und Beratungsstellen erfüllen, aber auch die Eltern können mit dem Kind das Thema Drogen thematisieren und über die Folgen von Drogenkonsum aufklären. Ebenso wichtig ist Erziehung. Konfrontieren Sie Ihr Kind mit Frustration, indem Sie es seine eigenen Erfahrungen machen lassen und helfen Sie ihm, mit diesem Gefühl umzugehen. Setzen Sie Ihr Kind nicht durch überzogene Erwartungen unter zu hohen Leistungsdruck und fordern Sie es durch einen klaren Erziehungsstil und konsequent eingehaltene Grenzen und Regeln.


Hilfe, mein Kind ist drogenabhängig!

Entsteht der Verdacht, dass das eigene Kind drogenabhängig ist, sollten Eltern schnell handeln. Versuchen Sie herauszufinden, welche Art von Drogen Ihr Kind nimmt und informieren Sie sich gründlich. Suchen Sie das Gespräch, vermeiden Sie aber unbedingt Vorwürfe und Schuldzuweisungen. Schildern Sie Ihre eigenen Gefühle: Was geht in Ihnen vor, wenn Sie sehen, dass Ihr Sohn oder Ihre Tochter high ist? Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie helfen wollen und es lieben.


Sie sollten sich unbedingt an eine kompetente Suchtberatung wenden. Hilfe finden Sie bei caritativen Einrichtungen, örtlichen Jugendberatungsstellen oder Familienberatungen wie Pro Familia. Dort gibt es viele Informationen über Möglichkeiten, dem süchtigen Jugendlichen zu helfen. Auch Hilfe für einen eventuellen Entzug und die dafür nötigen Schritte wird hier gewährt. Das Wichtigste allerdings ist, dass Sie den Kontakt zu Ihrem Kind nicht verlieren und es Ihre Unterstützung annimmt. Dies erreichen Sie durch Respekt und beständige Liebe.

 


Suchtberatungsstellen in Deutschland:
http://www.suchtmittel.de/seite/interaktiv/suchtberatung/


Informationen über Drogen für Eltern und Jugendliche
http://www.drugcom.de/

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
randomness