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5 September, 2015 - 10:25
 

Rauchzeichen – Wenn Kinder zur Zigarette greifen

Für viele Eltern ist es schlichtweg eine Katastrophe, wenn sie erfahren, dass ihr Kind geraucht hat. Eben kam es noch mit einem Lutscher um die Ecke und nun umweht der Geruch von kaltem Rauch Ihren kleinen Liebling. Vaterfreuden hat für Sie einige Anregungen zusammengestellt, wie Sie mit dieser schwierigen Thematik umgehen können.

© Harald07 - Fotolia.com

„Mein Kind hat geraucht!“
Diese Feststellung ist zwar für die meisten Eltern ein Schock, aber noch lange kein Grund zur Panik. Deshalb gilt in diesem Fall die Regel Nummer 1: Ruhe bewahren und tief durchatmen! Denn die meisten Jugendlichen rauchen irgendwann eine Zigarette. Es ist leider ein normales Ereignis in ihrer Entwicklung. Dennoch gilt es nun, schnell zu handeln, denn die subjektive Bewertung der ersten Zigaretten ihres Kindes entscheidet über die weitere Entwicklung seines Rauchverhaltens.

 


Ein paar Zahlen und Fakten zum Rauchen


Rund 80% aller Raucher(innen) haben ihre erste Zigarette vor dem 18. Lebensjahr geraucht. Dabei liegt das durchschnittliche Einstiegsalter in Deutschland bei etwa 13,6 Jahren. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass, je früher Kinder mit dem Rauchen anfangen, sie um so schneller abhängig werden und nicht mehr aufhören können.


Laut Statistik der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist der Anteil der rauchenden Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren mittlerweile auf ein historisches Tief von 15,4 Prozent gesunken. Dies ist der niedrigste Stand seit 1979. Nach wie vor liegt der größte Raucheranteil bei den Haupt-und Realschülern sowie den Berufsschülern und den erwerbstätigen Jugendlichen.

 


Frühe Aufklärung


Die meisten Kinder sprechen sich gewöhnlich bis zum 11. oder 12. Lebensjahr sehr vehement gegen das Rauchen aus. Und nicht selten versuchen sie in dieser Zeit sogar, die eigenen Eltern vom Rauchen abzuhalten. Sie nehmen den Rauch einer Zigarette als stinkende und giftige Bedrohung wahr. Oft kennen sie die fatalen Nebenwirkungen des Rauchens und machen sich zu Recht Sorgen um ihre Eltern. Gerade in dieser Zeit sollten Eltern verstärkt auf dieses Thema eingehen und die kritische Einstellung ihrer Kinder fördern. Dabei sollten Sie jedoch darauf achten, dass Sie bei der Beschreibung der tödlichen Folgen nicht zu weit gehen. Sinnvoller ist es, die vielen anderen negativen Begleiterscheinungen zu schildern. Der schlechte Geruch, das oftmalige Husten oder der Suchtfaktor ganz allgemein bieten Ihnen eine breite Palette der Argumentation.

 


Warum rauchen Jugendliche überhaupt?


Die Gründe, warum viele Kinder und Jugendliche dann doch irgendwann zur Zigarette greifen, sind äußerst vielschichtig. Natürlich steht im Vordergrund, erwachsener zu wirken und einfach „cool“ zu sein. Gerade Kindern mit einem relativ schwachen Selbstbewusstsein fühlen sich durch eine Zigarette in der Hand stärker und sicherer. Sie suchen darüber auch Anerkennung in ihrem Freundeskreis.


Darüber hinaus gaben viele Jugendliche in Umfragen an, sich mit Zigaretten besser konzentrieren zu können, um ihre schulischen Leistungsanforderungen zu erfüllen. Auch das Überbrücken von Langeweile oder der Protest gegen familiäre Normen und Werte wurden als Gründe genannt.
Viele Mädchen dieser Altersklasse sprachen davon, durch das Rauchen schlank bleiben zu wollen oder zu werden.

 


DAS Gespräch


Sobald Sie bemerken, dass Ihr Kind die ersten Erfahrungen mit den leidigen Glimmstängeln gemacht hat, sollten Sie zur Tat schreiten und umgehend das Gespräch suchen. Das ist keine einfache Aufgabe und es gilt, sich gut darauf vorzubereiten. Denn Sie können mit Sicherheit davon ausgehen, dass Ihr Zögling sich durch diverse Freunde oder das Internet ausreichend mit der Gegenargumentation beschäftigt hat.


Zunächst sollten die Eltern eine gute Dialogsituation schaffen. Das heißt, ein Gespräch zwischen „Tür und Angel“ sollte unbedingt vermieden werden. Denn dies führt mit Sicherheit dazu, dass Ihr Kind sich innerlich zurückzieht, bockig reagiert oder gar davonläuft. Besser ist es, eine lockere Atmosphäre zu schaffen und sich quasi für eine Unterhaltung zu verabreden.


Durch Zuhören und Nachfragen sollten Sie dann herausfinden, was Ihr Kind am Rauchen reizt und welche Erfahrungen es dabei schon gemacht hat. Vielleicht können Sie auch von Ihren ersten Rauchversuchen berichten und was Ihre Beweggründe damals waren. Damit wäre zumindest das erste Eis gebrochen und Sie vermeiden einen frostigen Gesprächsauftakt.


Wichtig ist jedoch, dass Sie Ihre ablehnende Haltung gegenüber dem Rauchen klar zum Ausdruck bringen und es keineswegs tatenlos dulden werden. Klar und deutlich – kurz und knapp. So sollte Ihre Devise lauten. Halten Sie Ihrem Kind keine Moralpredigten oder stundenlangen Vorträge. Denn dann dürfte es fast sicher sein, dass Ihr Nachwuchs irgendwann auf „Durchzug“ schaltet und Ihr Gespräch im Sande verläuft.


Bleiben Sie stets sachlich in Ihrer Argumentation und bieten Sie Ihre Unterstützung an.
Die kurzfristig spürbaren Folgen des Rauchens (z. B. Geldmangel, Kurzatmigkeit u.s.w.) werden meist besser verstanden als Informationen über die gesundheitlichen Folgen in der Zukunft. Kinder leben im Hier und Jetzt. Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs oder Impotenz sind zwar starke Worte, bleiben aber nur kurzfristig in Erinnerung und spielen spätestens dann keine Rolle mehr, wenn Ihre Kinder am nächsten Wochenende auf die Piste gehen. Allerdings sollten Sie Ihrem kleinen Giftliebhaber durchaus noch einmal nahe legen, dass der Rauch einer Zigarette etwa 2000 toxische Verbindungen enthält – Arsen und Blausäure inklusive.


Sollten Sie selbst Raucher sein, haben Sie es es natürlich um Einiges schwerer. Der Satz „Aber du rauchst doch selbst!“ wird zwangsläufig über die Lippen Ihres Kindes kommen. In diesem Fall hilft nur schonungslose Offenheit und der selbstkritische Umgang mit der eigenen Sucht. Erzählen Sie ruhig, wie oft Sie schon versucht haben, mit dem Rauchen aufzuhören und es bisher nie geschafft haben. Hier sind Sie einmal das schlechte Beispiel – und kein Vorbild. Zumindest sollten Sie das Qualmen in Gegenwart Ihres Kindes soweit wie möglich reduzieren. Über die passiven Folgen des Rauchens sind Sie sicherlich gut informiert. Oder?

 


Und einfach verbieten?


Natürlich möchten die meisten Eltern Ihren Kindern das Rauchen sofort verbieten. Doch das ist nicht leicht. Denn Sie sollten sich darüber im Klaren sein, dass ein striktes Rauchverbot nur sehr schwer durchzusetzen ist. Ihr Kind befindet sich den größten Teil des Tages nicht unter Ihrer Obhut und ist schwer zu kontrollieren. Im schlechtesten Fall kann dies dazu führen, dass Ihr Kind Sie eiskalt hintergeht und Sie so zunehmend an erzieherischem Einfluss verlieren.


Es ist daher wenig erfolgversprechend, das Rauchen rigoros zu verbieten oder gar mit aller Härte zu bestrafen. Sinnvoller ist es, darauf hinzuwirken, dass Ihr Kind sich eigene Gedanken macht und selbst zu der Überzeugung gelangt, mit dem Rauchen aufzuhören. Noch einmal - wichtig ist Ihre klare ablehnende Haltung gegenüber dem Rauchen. Sie sind der Orientierungspunkt Nr. 1 für Ihr Kind und mit Ihren Ansichten setzt es sich am ehesten auseinander.


Nicht immer wird es möglich sein, Ihr Kind gänzlich vom Rauchen abzubringen. Gerade Jugendliche haben ihren eigenen Kopf und lassen sich durch nichts nichts und niemanden von ihrem Weg abbringen.  Falls es also (noch) nicht möglich ist, sich mit Ihrem Kind auf eine Beendigung des Rauchens zu einigen, sollten von Ihnen zumindest einige Regeln durchgesetzt werden.


Es dürfte selbstverständlich sein, dass in Ihrer Wohnung nicht geraucht wird - weder im Zimmer Ihres Kindes noch auf dem Balkon. Machen Sie es Ihrem Sprössling so schwer wie möglich. Jede nicht gerauchte Zigarette zählt und jede rauchfreie Zeit des Tages verlangsamt die Entstehung einer Abhängigkeit.

 


Der Kampf gegen das Rauchen ist schwer und mit nur einem klärenden Gespräch sicherlich noch lange nicht gewonnen. Millionen Eltern können davon ein Lied singen. Dennoch sollten Sie nichts unversucht lassen, Ihr Kind vom Rauchen abzuhalten. Die Gesundheit Ihres Kindes liegt in Ihren Händen – zumindest, bis es erwachsen ist. Aber das wissen Sie ja selbst.


Vaterfreuden.de wünscht Ihnen viel Erfolg und Durchhaltevermögen bei dieser schwierigen Aufgabe!

 


Zum Weiterlesen:


http://www.rauchfrei-info.de/


http://www.elternwissen.com/erziehung-entwicklung/erziehung-tipps/art/tipp/wenn-kinder-rauchen.html


http://www.rauchend.de/news/index.php

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de