Skip to main content

Suche

12 März, 2016 - 13:33
 

Teenager allein im Ausland – auf Schüleraustausch oder Sprachreise

Viele Teenager träumen davon: Ein Jahr Schüleraustausch in den USA oder in England oder zumindest eine Sprachreise in den Sommerferien. Diese Zeiten machen sich später gut im Lebenslauf. Viel entscheidender aber ist die Lebenserfahrung, die die Jugendlichen im fremden Land ohne die schützende Hand der Eltern sammeln können.

© AndiPu - Fotolia.com

Ein Auslandsaufenthalt muss gut geplant werden, damit er für Ihr Kind zu einem echten Gewinn und einer positiven Erfahrung wird. Ganz am Anfang steht jedoch eine entscheidende Frage: Ist Ihr Kind reif genug dafür, längere Zeit ohne Sie zu verbringen?

 

Der günstigste Zeitpunkt

Im Hinblick auf die Schulzeit und die Anerkennung des Auslandsjahres gibt es die Empfehlung, dass Schüler, die Ihr Abitur in 13 Jahren absolvieren (G9), das Auslandsjahr in der 11. Klasse, also etwa im Alter von 17 Jahren einlegen. Schüler, die nur noch 12 Jahre bis zum Abitur brauchen (G8) haben verschiedene Möglichkeiten. Sie können bereits in der 10. Klasse ins Ausland, aber auch erst in der 11. Klasse. In diesen Fällen wird das Auslandsjahr in Deutschland anerkannt und der Schüler rückt in die nächste Jahrgangsstufe vor. Eine weitere Möglichkeit ist, den Auslandsaufenthalt zwischen den Jahrgangsstufen zehn und elf als zusätzliches Schuljahr einzuschieben. Dabei wird auf die Anerkennung des Auslandschuljahres verzichtet. 

Abgesehen von der Auswirkung auf die schulische Laufbahn sollten Eltern genau prüfen und mit ihrem Kind besprechen, ob es sich einen längeren Auslandsaufenthalt zutraut. Ein Jahr kann sehr lang sein, wenn man als Jugendlicher unter Heimweh und der Sehnsucht nach den Eltern leidet. Im Zweifelsfall sollten Sie sich entweder für eine mehrwöchige Sprachreise in den Sommerferien entscheiden oder das Auslandsjahr hinter das Abitur und gegebenenfalls ins Studium verschieben. Es ist zwar möglich, ein Auslandsschuljahr abzubrechen, allerdings hat dies meist negative Auswirkungen auf die jugendliche Psyche.

 

Wann ist Ihr Kind bereit für einen Auslandsaufenthalt?

Im Vorfeld sollten bestimmte Punkte abgeklärt werden, damit Sie und Ihr Kind herausfinden können, ob es bereits die nötige Selbstständigkeit und Reife für ein Schuljahr im Ausland hat:

  • Prüfen Sie sich selbst, ob es mehr Ihr Wunsch ist, dass Ihr Kind ein Schuljahr im Ausland verbringt oder ob es das selbst wirklich will. Versuchen Sie es keinesfalls mit Überredung.

Ihr Kind sollte sich folgende Fragen selbstkritisch beantworten:

  • Kann ich länger ohne meine Eltern und meine Freunde sein?
  • Kann ich mich in eine fremde Familie einfinden und deren Gepflogenheiten akzeptieren und übernehmen?
  • Bin ich so kontaktfreudig, dass ich mir einen neuen Freundeskreis aufbauen kann?
  • Kann ich mir bei Problemen Hilfe von Fremden holen?

Diese Fragen sollte Ihr Kind unbedingt mit einem klaren Ja beantworten können. Denn nur dann hat es die nötige Selbstständigkeit und Reife, um sich im fremden Land mit einer fremden Sprache zurechtzufinden. 

 

Vorzüge des Auslandsschuljahres

Optimal ist es, ein komplettes Schuljahr im Ausland zu verbringen, denn über diesen langen Zeitraum können Kultur und Menschen des fremden Landes in hohem Maß erfahren werden. Stehen im ersten Halbjahr oft noch Sprachbarrieren und die Anpassung an die neue Umgebung im Weg, hat sich der Teenager im zweiten Halbjahr in der Regel gut eingelebt und kann sich auf Land und Leute konzentrieren und den Aufenthalt frei und uneingeschränkt erleben. 

Durch die Einbindung in einen Klassenverband schließen die Jugendlichen schnell Kontakte. Durch das Kennenlernen und Erleben einer anderen Kultur werden soziale Kompetenzen und die Offenheit für Neues und Unbekanntes trainiert. Mehr noch als bei einem außerschulischen Aufenthalt werden die Sprachkenntnisse trainiert. Der Wortschatz wird nicht nur in Bezug auf die Alltagssprache erweitert. Durch die verschiedenen Schulfächer werden auch Fachbegriffe zum Beispiel aus der Naturwissenschaft gelernt. 

 

Sprachreisen

Können Sie oder Ihr Kind sich nicht zu einem so lang andauernden Auslandsaufenthalt entschließen, dann kann als Alternative eine Sprachreise gebucht werden. Hier lebt Ihr Kind für die Zeit des Aufenthalts entweder in einem betreuten Ferienlager oder bei einer Gastfamilie. Neben regelmäßigem Sprachunterricht gibt es Freizeitangebote und ständige Ansprechpartner bei Sorgen und Problemen. Achten Sie bei der Auswahl des Reiseanbieters auf entsprechende Referenzen und einen guten Ruf. Im günstigsten Fall wählen Sie einen Anbieter, der Ihnen im Freundes- oder Bekanntenkreis empfohlen wurde.

 

Gute Planung für einen erfolgreichen Aufenthalt

Wenn ein Auslandsaufenthalt, insbesondere ein Auslandsschuljahr angedacht ist, sollte der erste Weg zum Klassenlehrer bzw. zur Schulleitung erfolgen. Hier finden Sie in der Regel Rat und Unterstützung. Die Schulen haben oft eigene Kontakte zu Schulen im Ausland oder zu Einrichtungen, die Auslandsschuljahre organisieren. Die Lehrer können auch eine zusätzliche Einschätzung darüber abgeben, wie sinnvoll ein Auslandsschuljahr für den Jugendlichen ist. Auch eventuelle Bedenken können hier noch einmal berücksichtigt werden. Ist die Entscheidung für den Auslandsaufenthalt getroffen, dann sollte in dieser Reihenfolge geplant werden:

 

- Auswahl des Landes

Entscheidungskriterien sind hier der gewünschte Sprachraum, die maximal denkbare Entfernung von Deutschland, persönliche Vorlieben und auch finanzielle Aspekte. Hilfreich ist es hier, sich über die einzelnen Länder über Filme, Bücher oder Reiseführer zu informieren.

 

- Auswahl der Organisation

Die richtige Organisation zu finden ist nicht ganz leicht. Man sollte sich dabei nach Empfehlungen richten und sich Broschüren von den in Frage kommenden Einrichtungen zuschicken lassen. Im Internet gibt es verschiedene Foren, in denen sich Erfahrungsberichte finden lassen.

 

- Bewerbung

Nachdem die Organisation ausgewählt wurde, wird eine Kurzbewerbung verschickt. Bei einer Zusage wird ein Termin für ein Gespräch genannt, das Eltern und Schüler am besten gemeinsam besuchen. Dort werden die Motivation, die Interessen Ihres Kindes, die Erwartungen an den Aufenthalt und weitere Fragen geklärt. In der Regel erfolgt dann innerhalb von zwei Wochen die endgültige Zu- oder Absage.

Die Informationen über den weiteren Verlauf bis zum Start des Schuljahres im Ausland werden im Anschluss von der gewählten Organisation zur Verfügung gestellt. Dort gibt es auch Ansprechpartner, die alle Fragen vor und während des Aufenthalts klären können.

 

Finanzierung des Auslandaufenthaltes

Wenn es Probleme mit der Finanzierung des Auslandsschuljahres gibt, bieten verschiedene Einrichtungen Unterstützung an und auch Ihr Kind kann einen finanziellen Beitrag leisten:

  • Teil- und Vollstipendien, die von verschiedenen Vereinen und Organisationen angeboten werden. Meist ist die finanzielle Situation der Eltern das Auswahlkriterium.

http://www.austauschschueler.de/bewerbung/stipendium.php

 

  • Bei entsprechenden Voraussetzungen besteht die Möglichkeit Leistungen nach dem BAföG zu beantragen.
  • Für die Schüler selbst besteht die Möglichkeit, das Auslandsjahr über Freizeit- oder Ferienjobs mitzufinanzieren.
  • Verwandte und Freunde können finanziell unterstützen, indem es zum nächsten Geburtstag oder zu Weihnachten Geld für das Auslandsschuljahr statt Geschenken gibt.

 

Bei den Förderungen sind eventuelle Fristen zu beachten. Ein Auslandsschuljahr wird langfristig geplant und die Beantragung von finanzieller Unterstützung sollte so früh wie möglich erfolgen.

 

 

Zum Weiterlesen:

http://www.aja-org.de/

http://www.austauschschueler.de/

http://www.handbuchweltentdecker.de/austauschprogramme/ratgeber-schuljahr-im-ausland.htm

 

 

Vaterfreuden auf Facebook   Vaterfreuden auf Twitter
Artikel bewerten
 

Autor

Redaktion Vaterfreuden.de