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23 Juli, 2016 - 00:07
 

Teenager in der Krise – So können Eltern helfen

Der Weg zum Erwachsenwerden ist steinig und viele Teenager bringen sich dabei in schwierige Situationen, die sie kaum selbst bewältigen können. Auch wenn unser Nachwuchs in diesem Alter auf Selbständigkeit pocht, ist es hier die Aufgabe der Eltern, zu helfen. Mitunter benötigen die Eltern bei größeren Problemen auch die Hilfe Dritter, etwa von Schlichtern oder Beratungseinrichtungen.

© Valua Vitaly - Fotolia.com

Bei den angesprochenen Situationen kann es sich um Streitigkeiten handeln, die entweder unter Freunden oder auch zwischen Teenager und anderen Erwachsenen ausbrechen. Manchmal bringen sich die Jugendlichen aber auch in andere Probleme. Sie kommen mit dem Gesetz in Konflikt, schaffen sich soziale Probleme, geraten in Freundeskreise, die sie negativ beeinflussen oder geraten in eine Depression, aus der sie selbst nicht wieder herausfinden.


Aufgaben des Streitschlichters

Wenn unter Teenagern oder auch unter Jugendlichen und anderen Erwachsenen Streit ausbricht, dann wird dieser in der Regel von Vorwürfen, Schuldzuweisungen und negativen Gefühlen bestimmt. Oft braucht es einen Außenstehenden, der hier den Überblick behält und zwischen den Parteien verhandelt. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die Eltern am Streit beteiligt sind oder das augenblickliche Verhältnis zwischen Teenie und Eltern nicht besonders gut ist.Der Schlichter hat im Großen und Ganzen drei Säulen, die er zur Beseitigung der Meinungsverschiedenheit nutzen kann:

  • Bei einem Streit prallen unterschiedliche Positionen aufeinander. Diese trennt der Schlichter und stellt sie als klare Thesen in den Raum.
  • Anschließend versucht er zu vermitteln und ein Gespräch anzustoßen, bei dem die Parteien beginnen, die Ansichten der anderen zu verstehen.
  • Schließlich baut der Streitschlichter eine Brücke, die es den Streitenden ermöglicht, wieder zueinander und zu einem kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden.

Am Anfang eines solchen Gesprächs, für das sich alle Beteiligten ausreichend Zeit nehmen müssen, sollten einige Regeln aufgestellt werden. Dazu gehört zum Beispiel, dass jeder ausreden darf und ein gewisses Maß an Höflichkeit eingehalten wird. Der Schlichter selbst muss möglichst neutral sein und die Fähigkeit besitzen, aufmerksam zuzuhören. Ebenfalls wichtig ist es, produktive Fragen zu stellen, die immer wieder die einzelnen Positionen zusammenfassen und den Stand der Diskussion auf den Punkt bringen:


-    Was könnte die andere Partei tun, damit Du zufrieden bist?
-    Was könnt Ihr gemeinsam tun, damit alle zufrieden sind?
-    Welche möglichen Lösungsansätze haben wir schon besprochen?
-    Wie fühlst du dich, wenn X das sagt/tut?

Derartige Fragen verlangsamen die Diskussion und bringen immer wieder auf den Punkt, wo alle stehen. Ganz wichtig ist die Vertraulichkeit. Ein Streitschlichter erhält Einblick in sehr private Situationen des Kindes, bzw. der Personen, die am Streit beteiligt sind. Wird hier unüberlegt weitererzählt, führt das mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem Vertrauensbruch.


Hilfe bei großen Problemen

In manchen Fällen kommt man innerhalb der Familie nicht weiter. Sei es, dass Eltern und heranwachsendes Kind kein gutes Vertrauensverhältnis haben oder dass die Probleme einfach so groß sind, dass Eltern schlichtweg überfordert sind. Dann ist es ratsam und wichtig, sich professionelle Hilfe von außen zu suchen.

Immer dann, wenn es um Kriminalität geht, ist es ratsam, sich an eine Fachperson zu wenden: Das Kind klaut (mehrmals) oder ist anderweitig kriminell, es verhält sich auffällig unsozial anderen gegenüber, wird gewalttätig, nimmt Drogen oder verfällt in Depressionen mit Selbstmordgedanken. Es gibt in jeder Kommune die verschiedensten Stellen, an die sich Eltern wenden können:

  • Pro Familia Beratungsstellen helfen anonym und kompetent bei Problemen rund um die Familie. Die Psychologen beraten zum Beispiel bei ungewollten Schwangerschaften, Gewaltprävention, bei sexuellem Missbrauch und vielen anderen Konfliktsituationen.


http://www.profamilia.de/outputdb/10Beratungsstellen_&_Med._Zentren/10/354

 

  • Kirchliche Einrichtungen gibt es in jeder Stadt. Auch hier finden Eltern und Kinder mit ernsten Problemen kostenlose und unbürokratische Hilfe. Oft sind hier Familientherapeuten vor Ort, die bei der Lösungsfindung helfen.

 

  • Die Jugendämter sind ebenfalls Anlaufstellen für Beratungen. Allerdings handelt es hierbei um eine staatliche Einrichtung, so dass einige Situationen rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen können, obwohl ein behutsames und unkonventionelles Vorgehen wichtig wäre. Besonders gilt dies für alle Bereiche, in denen es um kriminelles Verhalten geht.


http://de.wikipedia.org/wiki/Jugendamt
 

Für Eltern gilt grundsätzlich folgendes: Egal, in welche Probleme Ihr Kind gerät, stehen Sie ihm bei. Meist ist die unangenehme Lage bereits Strafe genug und als Eltern haben Sie die Aufgabe, mit Ihrem Kind zusammen nach Lösungswegen zu suchen und ihm zu helfen, anstatt es zu verurteilen oder gar zu kriminalisieren. Sie sollten für Ihr Kind da sein und ihm durch schwierige Zeiten und Situationen hindurch helfen.

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de