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16 Januar, 2013 - 10:01
 

Angry Dads - Familienministerin Kristina Schröder und die Neger-Herd-Emanzen-Pflege

Das neue Buch von unserer Familienministerin Kristina Schröder hat den bezeichnenden Titel „Mama zahlt“. Aber ich sage an dieser Stelle schon jetzt: Ich werde es ganz bestimmt nicht lesen! Und ich will auch gern erklären, warum nicht. 

© olly - Fotolia.com

Auf Kristina Schröder ist Verlass. Man kann sich 100%ig darauf verlassen, dass sie ihre Meinung so schnell ändert wie ein betrunkenes Chamäleon das Outfit. Die Frau ist nicht etwa eine verlässliche Familienministerin, die sich für Väter, Mütter und Kinder stark macht. Sie ist ein Fähnchen im Wind, das sich selbst dann unmotiviert dreht und die Richtung ändert, wenn es vollständig windstill ist. Von ihrem Buch erwarte ich mir, dass die Inhalte, die sie heute verkauft, morgen, spätestens übermorgen hinfällig sind. Wollen wir doch mal sehen, was die Schröder ...Pardon: das Schröder so vertritt.

 

 

Emanzen am Herd!

 

Wofür steht sie denn nun, unsere launige Familienministerin? Für die emanzipierte Frau, so viel ist mal sicher. Und genauso sicher ist, dass sie genau dafür nicht steht. Das Betreuungsgeld macht das nur allzu eindringlich deutlich. Frauen, die sich um die Erziehung ihrer Kinder kümmern, werden belohnt, wenn sie das tun, ohne dabei dem Arbeitsmarkt ihre Dienste anzugedeihen. Das Schröder war also maßgeblich daran beteiligt, uns in die wohlige Zeit der 1950er Jahre zurück zu katapultieren. Im Grunde warte ich darauf, dass sie durch alle Hindernisse hindurch und aller Vernunft und Logik zum Trotz als nächstes durchsetzt, dass Frauen besser nicht mehr wählen sollen. Zumindest dann nicht, wenn sie Kinder haben. Man könnte das ja auf freiwilliger Basis anbieten und ein „Ich-geh-nicht-wählen-Taschengeld“ an Frauen zahlen, die sich aus der Meinungsbildung heraushalten und einfach die Klappe halten. Wer am Herd steht, hat sowieso genug zu tun, da muss nicht auch noch geredet werden. 

 

 

Die Ansprüche der Frauen

 

Im April 2012 erschien das erste Buch von Kristina Schröder. Es trug den blumigen Titel „Danke, emanzipiert sind wir selber“. Dort konnte man differenzierte Betrachtungen wie die des „Diktats der Rollenbilder“ nachlesen, außerdem schrieb Schröder über „Weltanschauungsfeminismus“ und brachte nicht nur Alice Schwarzer gegen sich auf, sondern einen ganzen Haufen andere Frauen. Sie meckerte und zickte, wo es nur ging und prangerte an, dass die Frau „für den Mann nie viel mehr übrig hat als die Forderung, sich gefälligst anzupassen an die Ansprüche der emanzipierten Frau“

 

Und jetzt also „Mama zahlt“ - was soll da noch kommen? Offenbar eine ganze Menge, denn in ihrem jüngsten Werk hat sich Schröder einmal der Frauenfrage von einer anderen Richtung genährt. Sie stößt sich nun plötzlich an Mini-Jobs. Schröder ist sicher, dass die meisten Frauen nach der Babypause gern in Teilzeit arbeiten würden, aber in Mini-Jobs enden. Und zwar für immer. Da stellt sich doch die Frage, ob das die gleichen Frauen sind, die Schröder vorher mit einer Herdprämie an Haus und Hof ketten wollte? 

 

 

Die Pflegezeit: Freiwillig ist meist unwillig

 

Zwei „Höchstleistungen“ fehlen mindestens noch, wenn man über Kristina Schröder spricht. Da ist erstens die Familienpflegezeit, die die Ministerin einführte und die man direkt einmal loben könnte, wäre Schröder dabei konsequent vorgegangen. Und da ist zweitens „das Gott“, aber dazu komme ich gleich noch.

 

Die Familienpflegezeit ist im Grunde ein Schritt in die richtige Richtung, denn sie trägt der Tatsache Rechnung, dass die Zahl der Pflegebedürftigen wächst und gleichzeitig weniger Geld für den Einzelfall zur Verfügung steht. Nur zu Ende gedacht hat Schröder ihr Vorhaben offenbar nicht. Schließlich ist die Familienpflegezeit nur auf zwei Jahre ausgerichtet. Ein Mensch muss jedoch im Schnitt 8 Jahre lang gepflegt werden, die Betroffenen fragen sich zu Recht, was geschehen soll, wenn die 2 Jahre Pflege erreicht sind. Zudem hatte Schröder nicht den Mut, sich gegen die Industrie durchzusetzen und klar Stellung zu beziehen. Stattdessen ist die Familienpflegezeit eine freiwillige Angelegenheit für die Unternehmen geworden. Ähnlich wie die FDP, die auch immer gern auf Freiwilligkeit setzt und bloß nie etwas mit der Faust auf dem Tisch durchpeitschen will, agiert Schröder mutlos und antriebslos. 

 

 

Fehlen noch Gott und die Brüder Grimm

 

Eins vorweg: Ich habe kein Problem damit, der Gott zu sagen. Auch das Gott ist von mir aus in Ordnung. Die Gott wäre schon sprachlich sehr merkwürdig, dann doch bitte die Göttin. Wobei Gott dann wieder nicht männlich sein kann, was diskriminierend für Ihn wäre. Falls Er jedoch eine Sie ist oder ein Es, kann Er sich auch nicht diskriminiert fühlen. Alles nicht so einfach, aber im Kern hatte Kristina Schröder schon recht, als sie im Interview mit der ZEIT sagte, dass man sich zwar für einen männlichen oder weiblichen Artikel entscheiden müsse. Wirklich wichtig findet sie das aber nicht und fügte also hinzu: „Man könnte auch sagen: das liebe Gott.“

 

Bums, das war's! Spott und Kritik prasselten auf Schröder ein. Und um das Ganze auf die Spitze zu treiben, outete sie sich gleich noch als Literatur-Wächterin. Die „Neger“ in den Pippi Langstrumpf-Geschichten lässt sie ebenso unter den Tisch fallen wie „Zigeuner“ und andere politisch nicht korrekte Begriffe der klassischen Literatur. Zu den Brüdern Grimm fiel ihr dann noch ein, dass sie oft sexistisch waren. Schelte bekam Schröder dafür aus fast allen Richtungen. 

 

 

Gott und die Welt 

 

Man sagt heute nicht mehr Neger, Zigeuner ebenfalls nicht. Die Brüder Grimm waren sehr wohl sexistisch und haben Gewalt verherrlicht. Und kaum jemand wird bezweifeln wollen, dass Gott weder Mann noch Frau ist. Wozu also die Aufregung? Ich weiß es auch nicht, mich hat die ganze Debatte überrascht. Ich bin zwar dafür, Literatur nicht zu zensieren, aber ich kann jeden Elternteil verstehen, der zumindest über veraltete Begriffe mit seinen Kindern spricht. Es ist nicht Schröders Umgang mit Gott oder Literatur-Klassikern, der mich stört, im Gegenteil, der enorme Druck auf sie war in diesem Fall für mich reiner Populismus derer, die die Chance ergriffen, sich in eine besseres Licht zu rücken. Und dass die CSU am lautesten schrie, war sowieso klar. 

 

Kristina Schröder ist für mich insgesamt unglaubwürdig. Sie hat keine klare Linie, setzt keine Prioritäten und ist nicht bereit, sich gegen Widerstände aus der Wirtschaft durchzusetzen. Sie ist nicht die beste Freundin oder Unterstützerin für Familien, sondern ihr größtes Rätsel. Und sie positioniert sich mit ihren Büchern werbewirksam in den Medien. Aber Kristina Schröder ist Familienministerin und sollte besser zu den Themen Stellung beziehen, für die sie gewählt wurde (von wem, sei einmal dahin gestellt). Dass Schröder hat also schon wieder ein Buch geschrieben. Ich lese es nicht, denn vielleicht ist das dritte Werk Schröders ja schon wieder ganz anders. So lange warte ich gern noch. 

 
 
 
Anmerkung:
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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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