Skip to main content

Suche

23 November, 2015 - 11:20
 

Baby-Blues statt Pop(p)-Musik - Väter im Gefühls-Chaos

Jeder zehnte frischgebackene Vater ist nach der Geburt seines Kindes depressiv. Der sogenannte „Baby-Blues“  befällt also nicht nur die  Mütter . Doch warum ist das so? Und , noch wichtiger, was kann man(n) dagegen tun?

© drx - Fotolia.com

Die Geburt ihres Kindes ist für die meisten Eltern der schönste Tag in ihrem bisherigen Leben.  Das sollte er zumindest sein. Aber neben aller Euphorie wird eines oft vergessen: Dieser Moment verändert alles!

Vergessen Sie die früheren beschaulichen Tage Ihrer Partnerschaft. Babygebrüll, volle Windeln und die ständige Sorge um das Wohlergehen des kleinen Neuan-kömmlings bestimmen nun Ihren Alltag.

Schon länger bekannt ist, dass viele junge Mütter gerade in dieser Phase launisch, antriebslos und weinerlich reagieren. Dieser sogenannte „Baby- Blues“ hat oft mit der hormonellen Umstellung  nach der Geburt zu tun.
Umso erstaunlicher ist es , dass auch 10 Prozent der jungen Väter von diesem Phänomen betroffen sind , wie eine Studie von James Paulson von der Eastern Viginia Medical School in Norfolk belegt.
Im Gegensatz zu den Frauen reagieren  die Männer häufig aggressiv, gereizt und feindselig. Und das, obwohl sich für sie  weder hormonell etwas ändert oder sie nach der Geburt mit körperlicher Umstellung und Erschöpfung  zu kämpfen haben.

 

Die Ursachen

Diese depressive Phase bei Vätern kann viele Ursachen haben, die häufigsten sind:

  • die Angst vor der neuen Rolle als Vater
  • der Verlust von Freiheit
  • schlaflose Nächte trotz eines nervenaufreibenden Jobs am nächsten Tag
  • finanzielle Ängste

Hinzu kommt, dass der Mann nun nicht mehr im Mittelpunkt der Partnerschaft steht und zunehmend zur Randfigur mutiert. Viele Frauen schenken in dieser Zeit ihre Aufmerksamkeit und Zärtlichkeit fast nur noch dem Baby und stimmen ihren Tag auf seine Bedürfnisse ab.
Wehmütig erinnert sich so mancher Vater an die Frau, welche er vor der Geburt hatte, während daheim nunmehr nur noch eine gestresste Mama auf ihn wartet.

Der falsche Weg

Viele Männer flüchten sich in dieser Phase ihrer Beziehung in die Arbeit oder suchen Zerstreuung in zahlreichen Hobbys. Ob Bastelkeller, Sportverein oder Briefmarkensammlung; die ganze Sache wird dadurch nicht besser- es lenkt nur ab. Das eigentliche Problem besteht weiterhin. Gerade in dieser Zeit scheitern viele Beziehungen, wenn der Mann nicht nur ans Fremdgehen denkt, sondern dies auch in die Realität umsetzt.


Lösungswege

Gerade für junge Väter ist es ratsam, zunächst erst einmal eine enge Beziehung zu ihrem Baby aufzubauen. Wann immer es Ihre Zeit erlaubt, spielen Sie mit Ihrem Kind, sprechen Sie mit ihm und halten Sie es im Arm. Windeln wechseln ist nicht nur lästig sondern bringt Sie auch Ihrem Kind ein Stück weit näher. Gemeinsames Baden, Schmusen oder Singen (auch wenn das unmännlich klingt, aber Ihrem Kind sind schiefe Töne egal…) sind weitere Möglichkeiten  der „Kontaktaufnahme“. Sie werden sehen, das erste bewusste Lächeln Ihres Kindes, die erste Umarmung, welche nur Ihnen gehört, sind diese kleinen Mühen wert und entschädigen  für viele stressige Momente. Denken Sie immer daran, Ihr Baby kann noch nicht auf Sie zugehen - Sie schon.

Für viele Paare wird die gemeinsame Beziehung nach der Geburt des Babys auf eine harte Probe gestellt. Neben der gemeinsamen Sorge für das Kind bleibt wenig Raum für Zwei-samkeit und somit ist der Ärger vorprogrammiert.
Bevor Sie jedoch den Therapeuten aufsuchen oder sich einer Selbsthilfegruppe anschließen (was natürlich auch Möglichkeiten wären…) sollten Sie vor allem eines tun – miteinander reden.

Gerade Männer neigen dazu, sich zu verschließen und ihre Probleme mit sich selbst abzumachen. Tun Sie das bitte nicht. Der psychische Stress wird nur noch größer, wenn Sie Ihre Gefühle verschweigen.
Auch junge Väter brauchen Unterstützung und Ermutigung in dieser schwierigen Zeit – wer könnte diesen Job besser erledigen als die eigene Partnerin?
Nehmen Sie sich die Zeit füreinander und lassen Sie Ihren Gefühlen freien Lauf. Machen Sie sich keine gegenseitigen Vorwürfe, sondern versuchen Sie die Position des jeweiligen Partners zu verstehen.
Wann immer es geht, verschaffen Sie sich einige Stunden Zeit füreinander- die Großeltern oder Freunde sind Ihnen dabei sicherlich gern behilflich.




Zum Weiterlesen:


http://eltern.t-online.de/wenn-der-vater-eifersuechtig-auf-das-baby-ist/id_21434236/index

http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/311119.html

 

Vaterfreuden auf Facebook   Vaterfreuden auf Twitter
Artikel bewerten
 

Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
randomness