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24 Oktober, 2017 - 08:27
 

Eine beschissene Aufgabe – Männer und das Windelwechseln

Männer können ja bekanntlich fast alles. Sie fliegen zum Mond, erklimmen die höchsten Berge und tauchen in die tiefsten Tiefen des Meeres. Und ganz Hartgesottene schauen mit ihrer Frau am Samstag „Deutschland sucht den Superstar“. Nur eines scheint Kerlen weniger zu liegen: das Windelwechseln.

© Paylessimages - Fotolia.com

Zugegeben, es ist eine unangenehme Angelegenheit. Ok, sagen wir es deutlicher: Es ist eine beschissene Aufgabe – im wahrsten Sinne des Wortes. Aber sie muss gemacht werden. Es führt kein Weg daran vorbei. Denn alles, was Babys und Kleinkinder zunächst brauchen, sind Liebe, Nahrung, Schlaf und eine frische Windel. Da für die ersten drei Punkte hoffentlich gesorgt ist, verbleibt nur noch der meist geruchsintensive letzte Teil.

Allerdings wünschen sich viele Väter etwas weniger Gleichberechtigung beim Thema „Wickeln“. Vor allem dann, wenn es um die Beseitigung des großen „Geschäftes“ geht. Und Männer sind sehr erfinderisch, um sich vor dieser Aufgabe zu drücken. Vaterfreuden.de hat die beliebtesten Ausflüchte für Sie einmal zusammengefasst:


Die Hitparade


5. Platz - „Oh, die Windel ist voll! Ist mir gar nicht aufgefallen …“

Natürlich bekommt man(n) nicht immer gleich mit, wenn der eigene Sprössling seine Ladung in die Windel setzt. Aber spätestens, wenn das Zimmer nach einer Mischung aus Giftmülldeponie und vernachlässigter Bahnhofstoilette riecht, zieht diese Behauptung nicht mehr. Und dass bei Männern in diesem Augenblick der Geruchssinn vollständig versagt, ist der Wissenschaft bis heute nicht bekannt.


4. Platz - „Schatz, ich bringe mal den Müll runter! Übrigens, ich glaube, die Windel ist voll …“

Ein Argument für fortgeschrittene Windelwechsel-Verweigerer. Diese Spezies weiß, dass ihre Frau es ihnen nicht mehr abkauft, wenn sie behaupten, sie hätten die volle Windel nicht bemerkt. Also suchen sie sich eine Beschäftigung, die ihnen das Windelwechseln in diesem Moment unmöglich macht. Gleichzeitig erfüllen sie aber ihre Fürsorgepflicht als Vater und weisen zumindest die holde Gattin darauf hin, dass der nächste „Boxenstopp“ ansteht. Clever! Aber nicht neu.


3. Platz- „Ich habe Angst, dem Baby wehzutun!“

Diese Form der Argumentation ist gleich doppelt unglaubwürdig. Zum einen, weil es so gut wie unmöglich ist, dem Baby beim Windeln Schmerzen zuzufügen. Und zum anderen: Männer haben keine Angst!


2. Platz - „Von dem Geruch wird mir schlecht!“

Wahlweise auch in den Variationen „Mir wird gleich übel, Schatz!“, „Ich glaube, ich muss mich übergeben.“ oder ganz schlicht: „Ich muss gleich kotzen!“
Sehr beliebt, trotzdem ein schwaches Argument. Denn nur den wenigsten Vätern dürfte davon wirklich übel werden. Und meist sind es genau die Männer, die durchaus in der Lage sind, sich mit dem Sportteil der Zeitung aufs Klo zu verziehen, um dann für eine geschätzte halbe Stunde in ihrem eigenen Mief zu sitzen.


1. Platz - „Ich kann das nicht!“

Die beliebteste Behauptung ist zugleich die armseligste. Können Sie nicht oder wollen Sie nicht?
Wer es nicht kann, sollte es lernen. Und wer es nicht will, sollte sich ernsthaft Gedanken über seine Rolle als Partner und Vater machen.


Übung macht den Meister

In einer Partnerschaft sollte es selbstverständlich sein, dass beide Elternteile gleichermaßen die Windeln des Babys wechseln können und wollen. So gerät auch keiner in Schwierigkeiten, wenn der andere Partner einmal nicht da ist.
Spätestens im Krankenhaus, nach der Entbindung, wird den Müttern von erfahrenen Hebammen und Schwestern gezeigt, wie eine Windel richtig zu wechseln ist. Väter haben insofern oftmals Nachholbedarf.

Ratsam ist es, möglichst gleich von Anfang an diese Aufgabe mit zu übernehmen. Denn gerade in der ersten Zeit bewegt sich das Baby noch nicht so sehr und macht dem Vater die ersten Wickelversuche um einiges leichter. Da sich Neugeborene in der Anfangszeit bekannterweise nur von Milch ernähren, hält sich die Geruchsbelästigung auch in Grenzen. Das ändert sich erst, wenn die Umstellung auf festere Nahrung erfolgt.

Wie das Windelwechseln genau funktioniert, erfahren Sie hier in aller Ausführlichkeit.

Vielfach wird werdenden Vätern auch geraten, schon vor der Geburt an einer Puppe oder ähnlichen Objekten zu trainieren. Wer mag, kann das tun, aber es ist eigentlich nicht notwendig. Das Wechseln einer Windel ist keine Wissenschaft. Im Gegenteil, gerade die Einwegwindeln sind leicht anzulegen und nach ein paar Versuchen am „lebenden Objekt“ kann es wirklich jeder.


Die Vorteile

Machen wir uns nichts vor. In den meisten Fällen ist es doch nur die Bequemlichkeit der Männer, diese Aufgabe ihrer geliebten Frau zu übertragen. Warum nur? Mal abgesehen von der Geruchsbelästigung und des unschönen Anblicks einer vollen Windel hat das Wickeln für Väter auch Vorteile.

Denn es ist eine wunderbare Gelegenheit, dem eigenen Kind nahe zu sein und verschafft Ihnen zusätzliche Zeit mit Ihrem Nachwuchs. Verbinden Sie es einfach, um mit Ihrem Kind zu spielen, zu kuscheln und zu schmusen. Körperkontakt ist gerade in den ersten Monaten für Babys sehr wichtig.

Das gilt besonders für die Fälle, bei denen Väter, arbeitsbedingt, nur wenig Zeit für die eigenen Kinder haben. Und auch das Mama-Kind, welches ständig nur am Rockzipfel Ihrer Frau hängt, können Sie so, Stück für Stück, für sich gewinnen.

Machen Sie sich keine Gedanken, wenn das Windelwechseln bei Ihnen nicht perfekt ist oder lange dauert. Das ist überhaupt kein Problem. Babys sind geduldig. Die meisten zumindest. Und viele Babys lieben es sogar, eine Zeit lang ohne Windel strampeln zu dürfen. Darüber hinaus gelangt so genügend frische Luft an den Babypopo und schützt ihn vor dem Wundsein.

Wie heißt es so schön: Mitgefangen – mitgehangen!
Babys sind süß und machen viel Freude. Aber sie haben auch ihre „dunklen“ Seiten, um den Windelinhalt einmal ganz charmant zu umschreiben. Und es sollte für Sie, liebe Väter, selbstverständlich sein, sich auch um das Wickeln Ihres Kindes zu kümmern. Denn ganz nebenbei entlasten Sie so auch Ihre Partnerin. Und dass frischgebackene Mamas mit ihrem Nachwuchs mehr als genug zu tun haben, ist Ihnen sicher bereits aufgefallen. Oder etwa nicht?


Also Männer, Nase zu und durch!
Ihr Kind wird es Ihnen danken. Und Ihre Frau auch.

 


Zum Weiterlesen:
http://www.dein-baby.net/65_windel-wechseln-das-erste-mal/
http://www.ciao.de/Windeln_wechseln_Tipps_Tricks__Test_2601909

 

Und hier noch ein netter Video-Zusammenschnitt zum Thema:
http://www.youtube.com/watch?v=KTYLhHt2720&feature=related
 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de