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21 Mai, 2010 - 14:43
 

Kind und Job vereinen? Nicht unbedingt verneinen!

Was ist besser, Kind haben oder Job haben? Natürlich ist es am besten, wenn man beides vereinen kann. Ob alleinerziehend oder Paar, Job und Kind zusammen ist eine schwierige Angelegenheit. Viele meistern sie auf die traditionelle Art und der Vater geht arbeiten, während die Mutter zu Hause bleibt. Die neuen Väter machen es gerne auch umgekehrt, was für viele aber noch immer eine gewöhnungsbedürftige Lösung ist. Auch die Elternzeit ist eine Möglichkeit, wenn auch nur ein vorübergehende. Unser Autor diskutiert die Alternativen, die Väter haben und erzählt von seiner eigenen Lösung.

© AZP Worldwide - Fotolia.com

Mit dem Kind wurden auch neue Aufgaben geboren, die meine Frau und ich zu bewältigen hatten. Ganz langsam ging es los, ganz schnell wurde es Schritt für Schritt mehr. Da wir den kleinen Nachwuchs in unserer Welt hatten, hatten wir einige Bedürfnisse mehr zu befriedigen. Am Anfang war das sehr stressig und später noch mehr. Wenn ich abends von der Arbeit nach Hause kam, sah ich meinen prächtigen kleinen Sohn. Aber meine Frau hatte nichts gegessen, kaum geschlafen, keine Zeit gefunden zu duschen und sah einfach nur erschöpft aus. Der Feierabendpapi machte sich Sorgen.


Kind und Job vereinen – Drei Ansätze
 

Die erste Idee, um Vätern bei der Vereinigung von Job und Kind zu helfen, ist eine, die der Staat hatte. Die Elternzeit soll Eltern nicht nur motivieren, Eltern zu werden, sondern auch finanziell unter die Arme greifen, wenn ein Elternteil aus dem Beruf ausscheidet, um sich um das Kind zu kümmern. Der Ansatz von Vereinigung von Kind und Job ist, dass während der Elternzeit Kündigungsschutz besteht und man vom Staat einen Großteil des Gehalts weiterbezahlt bekommt. Eine gute Sache, die funktioniert, aber noch immer nur von wenigen Vätern in Anspruch genommen wird, aus Unwissenheit, Angst vor arbeitsrechtlichen Konsequenzen oder einfach nur veraltetem Klischeedenken.

Ein weiterer Ansatz hat ebenfalls mit Klischees zu tun: Wie wäre es denn, wenn Papi zu Hause bleibt und Mami arbeiten geht? Dieser Ansatz ist noch seltener als der Vater, der Elternzeit nimmt. Das liegt einerseits daran, dass der Mann meist ohnehin, schon vor der Geburt, mehr verdient hatte. Andererseits aber auch am traditionellen Rollendenken der Gesellschaft, dass die Frau prädestiniert für die Kinderfürsorge sei und der Mann für die Arbeit.
Die neuen Väter allerdings denken da anders, ungefähr so, wie die neuen Mütter. Mit der Emanzipation im Rücken gehen die Frauen nach zum Beispiel einem halben Jahr, wenn das Baby abgestillt ist, wieder zur Arbeit. Da braucht man eine Lösung zur Vereinbarung von Kind und Job. Neben KiTa oder Tagesmutter kommt da natürlich der (neue) Vater in Frage.

Der muss aber nicht gleich ganz auf die Arbeit verzichten. In der dritten Idee setzt der neue Vater sich einfach in sein Home Office und arbeitet von zu Hause aus.
Zu Hause beim Baby bleiben muss ja nicht gleich arbeitslos heißen. Wer einen Job und einen Chef hat, der das Arbeiten von zu Hause zulässt, sollte sich mit dem Arbeitgeber zusammensetzen und einen entsprechenden Zusatz zum Arbeitsvertrag besprechen. Im Home Office kann Mann flexibel zwischen Arbeit und Kind wechseln, das Baby kann auf seinem Spielteppich neben Papi glucksen und Krabbeln üben und wenn es mal knatschig ist, kann Papa es etwas bespaßen.

 

Ist der Papa zu Haus, freut sich das Kind

Für die Mutter hat das den Vorteil, dass sie sich ihre Zeit ganz neu einteilen kann. Sie hat wieder Zeit für Haushalt, Hygiene, Sport, Freunde oder sogar einen eigenen Job. Gerade wenn Mann und Frau verschiedene Arbeitszeiten haben, können beide arbeiten und trotzdem noch das Kind beaufsichtigen.
Für den Vater hat das den Vorteil, dass er erfolgreich Job und Kind vereinbaren konnte. Er kann weiterhin arbeiten, seine Frau entlasten und sich auch noch mehr um sein Kind kümmern.
Und natürlich hat das auch einen Vorteil für die Vater-Kind Beziehung, denn wenn Vater und Kind sich mehr sehen als nur eine Stunde an Feierabend, ist das bestens für die Entwicklung des Nachwuchses.

Die dritte Idee hatten auch wir, meine erschöpfte Frau und ich. Ich konnte nicht mehr mit ansehen, wie sie sich aufgeben musste im Alltag mit dem Kleinen. So beschloss ich, meinen Arbeitgeber auf eine Home Office Lösung anzusprechen. So würde ich Anfahrtszeit sparen und zur Stelle sein, wenn meine Frau mich bräuchte, könnte kochen, den Haushalt schmeißen und zwischendurch das Baby versorgen. Und so kam es dann auch.
Unter einigen nachvollziehbaren Bedingungen willigte mein Chef ziemlich überraschend verständnisvoll ein. Bereits am Arbeitstag darauf arbeitete ich von zu Hause, da ich sowieso alles online mache, kein Problem. Jetzt hat meine Frau einige Probleme weniger und wenn es mal wieder mehr werden, komme ich aus dem Heimbüro und vereine Job und Kind. So wurde aus dem Feierabendpapi der Homeofficepapi.
 

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de