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27 April, 2017 - 08:01
 

Lächeln oder Geschrei – wie Kleinkinder mit „Zuckerbrot und Peitsche“ ihren Willen durchsetzen

Kinder schaffen es immer wieder, ihren Willen durchzusetzen. Dabei nutzen sie geschickt die eigenen Möglichkeiten und die persönlichen „Schwächen“ der Eltern aus. Im Laufe der Zeit lernen sie immer besser, das zu bekommen, was sie wollen. Ein Vater berichtet von seinen Erfahrungen mit Tochter Lilly.

© Kirill Zdorov - Fotolia.com

Kleine Kinder haben nur zwei Möglichkeiten, ihren Willen durchzusetzen, denn argumentieren können sie noch nicht. Es ist Babys angeboren, zu schreien, wenn sie ein Bedürfnis haben oder sich unwohl fühlen. Später lernen Kinder hinzu, wie sie das, was sie wollen, auch mit Charme, Bitten und einem Lächeln bekommen. Durch die Erfahrung lernen Kinder im Laufe der Zeit immer besser, was wann bei wem funktioniert – und es gelingt ihnen so auch häufig, von Eltern das zu bekommen, was diese ihnen eigentlich gar nicht geben wollten.


Bei Lilly geht Vieles noch über die Lautstärke

Unsere Tochter ist gerade einmal 15 Monate und ist noch nicht in der Lage, Charme oder Geschrei bewusst einzusetzen. Noch immer regelt sie die Intensität ihres Drängens durch ihre Lautstärke. Lilly ist nicht gerne im Autositz festgeschnallt, der ihre Bewegungsmöglichkeit zwangsläufig einschränkt. Oft haben wir ihr schon gesagt, dass es ohne nicht geht und auch auf unsere Beschwichtigungen, dass die Fahrt ja nicht lange dauern würde und dass am Ende ein neues Abenteuer warte, reagiert sie normalerweise nicht. Warum wohl???

Nein, rationellen Argumenten gegenüber ist sie noch nicht zugänglich. Was allerdings hilft, ist ein Kinderkeks, der sie kurzfristig zufriedenstellt. Meine Frau sitzt bei gemeinsamen Fahrten in der Stadt auf dem Rücksitz neben ihr und wenn Lillys Gequengel an Lautstärke zunimmt, dann gibt meine Frau ihr einen Keks. Das beschäftigt sie für ein paar Minuten. Aber damit ist es meist noch nicht getan. Nach ein paar Minuten bettelt die Kleine oft nach einem weiteren Keks und wird dabei schnell lauter. Wenn wir nicht unmittelbar vor unserem Ziel sind, gibt meine Frau in der Regel nach. Das von ihr selbst festgelegte Limit von drei Keksen pro Tag wurde auf diese Weise schon häufig (deutlich) übertroffen.


Bei Mama wirkt Geschrei besser, bei Papa weiblicher Charme

Meine Frau und ich haben festgestellt, dass unterschiedliche Formen kindlicher Ansprache bei uns unterschiedlich gut wirken. Meine Frau reagiert schneller auf Geschrei als ich: sie hat weniger Geduld als ich, hat ein besseres Gehör und ist generell schneller in Sorge um die Kleine – es könnte ja etwas nicht mit dem Kind stimmen. Ich dagegen kann meiner süßen Tochter kaum einen Wunsch abschlagen, wenn sie mich anlächelt oder mich mit großen Augen ansieht. Das Klischee einer Papa-Tochter-Beziehung.
Meine Frau meint, die Kleine werde mir später einmal mit ihren blauen Augen das Geld aus der Tasche ziehen. Ich dagegen bin neugierig, wie konsequent meine Frau sein wird, wenn die Trotzphase richtig kommt.


Lilly wird ihre Erkenntnisse ausnutzen – und das ist auch in Ordnung so

Sicher ist, dass unsere Tochter lernen wird, dass wir auf unterschiedliche Ansprache auch verschieden reagieren – und sie wird dieses Wissen nutzen, um das zu bekommen, was sie sich wünscht. Das respektiere ich, denn es ist ein Zeichen von Intelligenz und geistigem Wachstum, wenn sie das versucht.
Ich hoffe nur, dass wir als Eltern gut genug kommunizieren werden, dass es ihr nicht gelingt, uns gegenseitig auszuspielen. Aber uns abzusprechen und ihr dann Grenzen zu setzen, das ist unser Job als Eltern.

Ein Job, der nie langweilig ist. Wir sind gespannt, was noch kommen wird …
 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de