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17 Januar, 2017 - 10:32
 

Meine kleine Tochter - das neue Zentrum meines Lebens

Ein junger Vater hat zwei Wochen lang seine Gedanken und Gefühle gegenüber seiner kleinen Tochter notiert. Er hätte nie für möglich gehalten, wie umfassend das Baby seine Gedanken bestimmt – und wie sehr das Kind sein Leben bereichert. 

© NKH privat

Seit einem halben Jahr bin ich Vater einer kleinen Tochter. Das Baby hat mein Leben und meine Gefühlswelt ziemlich durcheinander gebracht. Seit die Kleine auf der Welt ist bestimmt sie meine Gedanken – ob ich nun bei ihr bin oder nicht. Obwohl ich dachte, mich gut auf das Vater-werden vorbereitet zu haben, haben mich die Veränderungen in meinem Denken und die Wucht meiner Gefühle doch überrascht. Daher habe ich mich entschlossen, das Ganze für Dritte festzuhalten: zwei Wochen lang habe ich mir ständig Notizen über meine Gedanken und Gefühle gegenüber meiner Tochter gemacht. Anschließend habe ich versucht, meine Notizen einigermaßen in eine Form zu bringen.

Ich hoffe, dass ich viele andere Väter und Mütter hier wiedererkennen.


Meine kleine Tochter …


Schafft es, mir mit einem Lächeln einen tollen Start in den Tag zu geben. Und sie macht das jeden Tag :-)

Sie ist dafür verantwortlich, dass ich mich zu einem halbwegs ambitionierten Hobbyfotograf entwickelt habe – Fachgebiet Kinderfotografie.

Ich gebe zu, dass ich sehr aufpassen muss, Freund und Kollegen nicht zu sehr mit den neuesten Kinderbildern zu nerven.

Mit meiner kleinen Tochter habe ich schon häufiger die Nacht zum Tag gemacht als mit ihrer Mutter im ersten Jahr des Kennenlernens. Die Nächte liefen damals aber etwas anders ab …

Wenn ich mich mit meiner kleinen Tochter beschäftige, dann habe ich oft das Gefühl, die Zeit um mich herum bleibt stehen.  Es hat bisweilen etwas sehr meditatives. Man lernt, im Idealfall ganz im Moment zu sein.

Es gab aber schon Situationen – spät in der Nacht – in denen ich so erschöpft war, dass ich mir (selbst den Tränen nah) einfach nur wünschte, dass sie einschläft.


Stolz auf das eigene Kind – aber auch erste Verlustängste

Meine Tochter hat mich gelehrt, meine Prioritäten – Job im Vergleich zu Familienzeit – neu zu überdenken.

Ich möchte für sie sorgen – auch finanziell - aber auch immer für sie da sein. Ganz schön schwierig, beides hinzubekommen.

Ja, für mich ist sie tatsächlich das hübscheste Kind der Welt.

Ich gebe zu, dass ich wirklich von tiefstem Herzen stolz bin, wenn ich daran denke, dass ICH meinen Teil zur Existenz dieses tollen Kindes beigetragen habe.

Ich fürchte, dass ich meiner Tochter später kaum etwas abschlagen kann. Hoffentlich nützt sie das nicht zu sehr aus.

Meine kleine Tochter ist schon jetzt unglaublich gut darin, ihre Umgebung mit ihren Augen und ihrem Lächeln anzuflirten. Da werde ich mal weiter beobachten müssen, wie sich das entwickelt.

Ich weiß schon jetzt, dass ich später einmal sehr beschützend sein werde, was mögliche Freunde angeht. Hoffentlich werde ich ihr auch die nötigen Freiheiten lassen.

Ab und zu überkommt mich die Angst, meine Kleine zu verlieren. Plötzlich und meist ganz ohne Grund – und das geht mir dann sehr nah. Als Vater empfinde ich Meldungen von Kindern, die vermisst oder misshandelt werden, nun auch ganz anders als früher.

Ich mache mir nun auch mehr Gedanken um die Zukunft und plane langfristiger als in der Zeit vor Kind. Ganz normal, denke ich.

Dabei wird mir mein eigenes Alter deutlich mehr bewusst als früher.


Ganz kleine Dinge lösen Glücksgefühle aus

Es sind oft die ganz kleinen Dinge im Umgang mit meiner kleinen Tochter, die in mir Glücksgefühle auslösen.

Ich spiele so gerne mit meiner kleinen Tochter vor dem Spiegel, wo sie mit „dem anderen Baby“ schäkert.

Wenn sie in ihrem Babystuhl sitzt (bzw. eher liegt) und mich anlächelt, dann beuge ich mich oft herunter und lasse sie meine Haare greifen. Dann gluckst sie meist voller Freude. Mama spielt dieses Spiel nicht so gerne mit ihr.

Meine Fähigkeit, unsere Kleine zu beruhigen, wenn sie schlecht gelaunt ist, rührt mich zutiefst. Wenn sie übermüdet ist, dann kommt sie in meinen Armen oft schneller runter als bei Mama – obwohl die mit ihren Brüsten natürlich „Fähigkeiten“ besitzt, mit denen ich nicht mithalten kann.

Ich möchte die Kleine am liebsten ständig abküssen. Ab und zu frage ich mich, ob das mit einem Sohn genauso wäre.

Überhaupt sehe ich sie so gerne an – im Wachzustand und auch schlafend.


Die Dankbarkeit für ein gesundes Kind

Ich bin unendlich dankbar, dass meine Tochter körperlich gesund ist. Meine Frau ist schon jenseits der Vierzig und so haben wir vor ihrer Geburt zahlreiche Pränatal-Untersuchungen durchführen lassen, in denen abgeklärt wird, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für welchen genetischen Defekt ist. Das kann einen sehr nachdenklich und auch bescheiden werden lassen.

Mein Herz macht einen Sprung, wenn meine Tochter immer wieder ihre ehrliche Begeisterung zeigt, mich zu sehen.

Ich freue mich schon sehr darauf, meiner Kleinen später unsere Welt zu zeigen. Zumindest die schönen Seiten.

Häufig habe ich das Gefühl, dass ich sie vor der Welt beschützen möchte – was immer das heißen mag. Es wird mir nicht einfach fallen, sie „gehen“ und ihre eigenen Erfahrungen machen zu lassen.

Andererseits kann ich es kaum erwarten, dass sie bald „mehr kann“, weitere Fähigkeiten entwickelt: dass sie sich mehr bewegt, krabbeln, sitzen und später auch laufen lernt. Auch, wenn damit neue Herausforderungen einhergehen werden.


Die neue Nummer eins im Herzen von Mama und Papa

Ich könnte nicht in Worte fassen, wie lieb ich meine Kleine habe.

In meinem Herzen hat sie meine Frau von Platz 1 verdrängt – aber ich bin mir ziemlich sicher, meiner Frau geht es ebenso.

Wenn meine Kleine Schmerzen hat, dann fühle ich mit ihr – auch körperlich.

Meine kleine Tochter gibt meinem Leben einen Sinn. Ich denke an sie, wenn ich bei der Arbeit Dinge tun muss, auf die ich eigentlich keine Lust habe.

Ich finde oft, dass jeder Moment, in dem ich nicht bei ihr bin, fast bedeutungslos ist. So lieb habe ich sie.

Die Entscheidung für sie habe ich nie bereut. Wohl die beste meines Lebens.

Ich singe meiner Tochter häufig das Lied „Your Song“ von Elton John vor (I hope you don't mind - That I put down in words - How wonderful life is - Now you're in the world) – und meine jedes Wort.




Ich danke an meiner Tochter Lara für die Inspiration. Du bereicherst mein Leben jeden Tag aufs Neue, mein Schatz!

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de