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4 Dezember, 2017 - 22:47
 

Ohne Kinder macht Weihnachten doch gar keinen Spaß!

Eigene Kinder ändern bei vielen Menschen die Einstellung zu Weihnachten von Grund auf. War es für manche früher ein nerviges Fest mit familiären Pflichten können sie nun die Vorweihnachtszeit und die Feierlichkeiten selbst genießen – denn die Kinder und ihre Begeisterung sorgen für emotionale Momente bei allen, die sie begleiten dürfen.

© JenkoAtaman - Fotolia.com

Erinnern Sie sich noch an die Zeit, bevor Sie Kinder hatten? Weihnachten und den ganzen Trubel darum herum fand man doch oft einfach nur nervig. Sicher, die freien Tage nahm man gerne mit und auch der Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt war nett – aber dagegen standen: Die volle Innenstadt, die Geschenke-Kauferei, die permanente Beschallung mit Weihnachtsliedern, die grelle Deko – und zum Abschluss die Feiertage selbst mit Pflichtbesuchen bei der Verwandtschaft und häufig dröger Atmosphäre. Anschließend wollte man noch etwas unternehmen, aber alles war zu – Tanzverbot! Nein, ich hatte mir häufig überlegt, an Weihnachten einfach in Urlaub zu fahren.


Die Vorweihnachtszeit erhält durch Kinder etwas Magisches

Nun, da ich Kinder habe, sehe ich vieles anders. Ja, die Vorweihnachtszeit ist noch immer stressig und die Innenstadt nicht leerer, aber irgendwie packt mich das Weihnachtsfieber doch viel leichter als früher. Vielleicht habe ich mich ja bei meinen Kindern angesteckt. Spätestens, wenn die Uhr umgestellt wird und die Tage wirklich kurz werden, fiebern die Kids dem Weihnachtsfest entgegen. Es werden Wunschlisten erstellt und wieder verworfen und die Eltern müssen hoch und heilig versprechen, das Ganze an höhere Stellen – sei es der Weihnachtsmann oder das Christkind - weiterzuleiten. Angefacht wird die Vorfreude auch durch Bastelarbeiten im Kindergarten, Lebkuchen im Supermarkt und das Backen von Plätzchen.

So richtig ansteckend wird die Begeisterung der Kinder jedoch beim Besuch eines Weihnachtsmarktes, wenn es schon dunkel und kühl ist, die Lichter leuchten und ihre Farben auf die Gesichter der Kids werfen. Kleine Kinder bekommen große Augen angesichts der Farben, der fremden Gerüche, der Musik und der nostalgischen Fahrgeschäfte. Größere Kinder versuchen vielleicht, cool zu bleiben, aber auch in ihren Gesichtern entdeckt man Neugier, Spannung oder einfach nur Freude. Wenn ich mit meinen Kids einen schönen Weihnachtsmarkt besuche überkommt mich daher jedes Mal ein warmes Gefühl: ich lächele, beuge mich zu meinen Kindern herunter und bekomme das Bedürfnis, sie fest zu drücken. Das sind Freuden, die Menschen ohne Kinder so einfach nicht erleben.


Kinder führen die Familie zusammen

Weihnachten selbst ist natürlich auch meist anstrengend: die Kinder sind aufgedreht, das Essen will fertig werden, häufig ist man in einer größeren Gruppe mit Menschen, die man nicht immer so häufig sieht – und das manchmal mit Absicht. Doch die Kinder mit ihrer puren Freude über den großen Tag führen meist alle zusammen. So sind auch Familientreffen nicht mehr so nervig – über die Kinder begreift man, was einen verbindet, man unterstützt sich gegenseitig und so entsteht ein Gefühl der Zusammengehörigkeit.

Erst Recht, wenn die Zeit der Bescherung angebrochen ist und sich die Kinder auf die Geschenke stürzen. Die Erwachsenen spielen dann – wie so häufig an diesem Tag – nur Nebenrollen und beobachten die Hauptakteure, wie sie die Pakete aufreißen und mit Begeisterung mit den neuen Errungenschaften zu spielen beginnen.

Später am Abend stellt sich dann, wenn sich die Kinder sich ein wenig beruhigt haben, oft tatsächlich ein Gefühl der Besinnlichkeit ein. Zumindest dann, wenn das Essen abgeräumt und das Geschirr in der Spülmaschine ist. ;-)


Soll man Kindern die Illusion lassen oder nicht?

In den letzten Jahren sind verstärkt zwei Diskussionen aufgekommen:

  • dass Weihnachten zu kommerzialisiert ist und
  • es falsch sei, Kinder mit Geschichten über den Weihnachtsmann oder das Christkind, das die Geschenke brächte, zu belügen.

Beides sind meiner Meinung nach Punkte, über die man einmal nachdenken sollte.

Ja, Weihnachten ist in den letzten Jahren noch mehr kommerzialisert worden als das früher der Fall war. Mir gefällt das auch nicht. Aber jeder kann und soll selbst entscheiden, wie er das Fest begeht und in welchem Maß er den Deko-Terror und die Geschenke-Inflation mitmacht. Es ist schwer geworden, dem Ganzen zu entkommen, aber es ist möglich, wenn man nur möchte. Und ein besinnlicher Abend mit einer Kerze in einer Gartenlaube oder einem Kaminfeuer in einer Hütte kann für Kinder auch etwas ganz Besonderes sein.

Auch, was Eltern ihren Kindern über Weihnachtsmann und Christkind erzählen möchten, sei ihnen überlassen. Sicher, die Geschichte vom Weihnachtsmann, der die Geschenke bringt, ist eine Lüge. Aber wenn ich mich zurückerinnere bin ich selbst als Kind dahingehend ganz gerne angelogen worden. Und auch mein Weltbild wurde nicht erschüttert, als ich die Wahrheit erfahren habe. Danach habe ich mich über die Bilder des Weihnachtsmanns und die Geschenke ebenso gefreut wie zuvor. Ein bisschen Magie ist mit der Erkenntnis verloren gegangen – und das ist schade, aber wohl ein normaler Schritt auf dem Weg zum Erwachsen-werden.

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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