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9 August, 2015 - 07:12
 

Von Anfang an eine tragende Rolle – warum Väter die idealen Baby-Träger sind

Junge Mütter, die ihre Kinder im Wickeltuch tragen? Nicht die beste Lösung, findet unser Kolumnist Nils Pickert. Seiner Meinung nach sind Väter für diese Aufgabe viel besser geeignet. Aus einem einleuchtenden Grund …

© Sandy Schulze - Fotolia.com

Väter sollten im Leben ihrer Kinder eine tragende Rolle spielen. Und dies gilt nicht nur in den Belangen Erziehung und Rollenvorbild. Gerade in den ersten 6 Lebensmonaten bietet das Tragen des eigenen Babys mittels Tragehilfen oder eigens dafür entwickelten Tüchern die Möglichkeit, eine körperliche Verbindung aufzubauen. Sie haben die Hände frei, um andere Dinge damit zu erledigen (Telefonieren, Streicheln, Taxi winken) und schultern mittels der korrekten Bindetechnik einen Teil der Verantwortung. Dafür sind Sie genau der Richtige. Die Mutter Ihres Kindes muss sich zunächst einmal von einer körperlichen Anstrengung erholen, die weit über den Belastungen eines Boxkampfes im Schwergewicht liegt. Ist sie einigermaßen zu Kräften gekommen, werden Sie beide aller Wahrscheinlichkeit nach feststellen, dass Ihr Kind sich vor der Brust der Mutter wesentlich unruhiger verhält. Wie kommt das?

 


Warum Väter die perfekten Baby-Träger sind


Stellen Sie sich einfach vor, sie sitzen zu Hause vor dem Computer und versuchen, Ihre Steuererklärung nicht so wie beim letzten Mal zu verpfuschen. Neben Ihnen auf dem Schreibtisch steht ein dampfender Teller ihres Lieblingsgerichts, den Sie jetzt aber leider nicht essen dürfen. Glauben Sie ernsthaft, ihnen fällt dann noch ein, wie viele Beiträge Sie für die Kinderbetreuung in der Anlage Kind eintragen sollen? Ihrem Kind geht es ähnlich. Weil es die Milch riecht, wird es unruhig und quengelig. Es gibt also mehr als einen guten Grund für Sie, Ihr Kind zu tragen. Und wenn Sie zeitig damit beginnen, sind Ihre Chancen sehr gut, dass sich Ihr Kleines rasch daran gewöhnt und sich an Ihrem Körper beinahe so wohl fühlt wie früher in Mamas. Es gibt allerdings auch Kinder, die sich mit Tragehilfen einfach nicht anfreunden können. Geben Sie also nicht so schnell auf, aber lassen sie die Möglichkeit im Raum stehen, dass es sich dagegen entscheidet.

 


Babys lieben es, getragen zu werden


Die meisten Kinder sind jedoch Traglinge. Sie stellen sich darauf ein, dass sie einen Moment brauchen, um sie in Ihr Tuch zu wickeln oder in Ihren Babysack zu stecken. Sie finden es toll mit Ihnen draußen in der Kälte spazieren zu gehen, weil sie es warm und kuschelig haben. Und manchmal schlafen sie ausschließlich dann ein, wenn Sie statt einer normalen abendlichen Zubettgehroutine sich schnell noch die Jacke überstreifen und mit Ihrem Kind eine Runde um den Blog laufen.

 


Kinder tragen ist kein Problem – die Kommentare der Umgebung manchmal schon


Manchmal ist es aber auch nicht einfach. Nicht das Tragen der Kinder, sondern das Ertragen der anderen. Stellen sie sich auf den ein oder anderen befremdeten Blick oder spitzzüngigen Kommentar ein.


Ich durfte einmal einen jungen Mann an der Kasse eines Supermarkts beobachten, wie er mit den Fußspitzen auf und ab wippte, um den Schlaf seiner Tochter, die er sich mit einem Tuch vor die Brust gebunden hatte, aufrecht zu erhalten. Dabei buxierte er die Einkäufe auf das Laufband und versuchte gleichzeitig der älteren Dame, die hinter ihm stand, auf ihr ständiges Nachfragen zu antworten. Ob das Kind denn in dem Tuch auch genug Luft bekomme, ob das gesund sei, ob er das verantworten könne und – ja natürlich – ob das Kind denn in dem Tuch auch genug Luft bekomme. Irgendwann wurde die Situation für ihn untragbar. Nicht das Tragen seines kleinen Mädchens wurde ihm zu schwer oder zu unbequem, sondern das Tragen der Bedenken der erwachsenen Frau. Die Fäden eines Tragetuchs reißen nicht so leicht. Die meisten Anbieter benutzen eine bestimmte Webtechnik, die sie quasi unkaputtbar macht. Geduldsfäden reißen wesentlich schneller – so auch des jungen Mannes. Er drehte sich zu der älteren Dame um und wies sie freundlich aber bestimmt darauf hin, dass sie sich weiter keine Sorgen zu machen brauche. Das Kind sei längst erstickt und er habe bisher nur nicht die Gelegenheit gehabt, es auszuwickeln.


So weit sollten Sie besser nicht gehen. Aber klar formulieren, warum Sie tun, was Sie für richtig halten. Und eine Runde um den Block natürlich.

 



Nils Pickert, Jahrgang 1979, gebürtiger (Ost-)Berliner, lebt und arbeitet als freier Autor und Texter in Norddeutschland. Er ist passionierter Koch und Vater zweier Kinder.
 

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de