Auf diesen Beitrag gibt es 1 Antwort [Letzter Beitrag]
 
Was empfinden Väter, die ihre Familie plötzlich verlassen?

Habe dies als Frau selbst erlebt. Ehe kriselte jahrelang, doch er war in keinster Weise bereit, sich in irgendeinem Bereich außer Geldranschaffen einzubringen. Redete allerdings jahrelang davon, wie wichtig ihm dennoch diese Beziehung, diese Familie, seine Kinder seien.
Nach vielen Jahren, obiges erneut inbrünstig beteuernd und zum wiederholten Male angeblich einsichtig, lernte er dann eine andere kennen und stellte sich im wahrsten Sinne des Wortes tot. Hinterließ weder Adresse, meldelte sich überhaupt nicht mehr. (Eine Woche waren ihm Familie etc. noch sooo wichtig).

Dieses Verhalten passiert anscheinend häufiger.
Ich möchte von diesen Männern gerne wissen, was in ihnen dabei vorgeht.
Ich kann es nicht begreifen, daß eine neue Frau und ein neues Verliebtsein (was ja auch wieder vergeht) derartige Macht (ähnlich einer Gehirnwäsche?) haben, derartig Unverantwortliches zu tun. Hier wird einer neuen Liebe der Vorzug gegeben, anstatt sich darum zu kümmern, an seiner Persönlichkeit zu arbeiten, die Probleme in der Ehe wirklich zu lösen, um die Familie zusammenzuhalten, um den Kindern diese zu erhalten und ihnen damit elementar Wichtiges mit auf den Weg zu geben.

Liebe Männer, die ihr ebenso gehandelt habt, bitte erklärt mir, was in Euch vorgegangen ist, Eure Familie und Eure Kinder von heute auf morgen ohne irgendwelche Erklärungen an den Partner ("Ich bin Dir doch keine Rechenschaft schuldig..." derart hinter Euch zu lassen, als ob diese nie existiert hätte (so war es in meinem Fall).

Danke



Als dieser Eintrag ins Forum

Als dieser Eintrag ins Forum fand, dachte ich als erstes "na prima, darauf wird sie nie eine Antwort bekommen". Aber mir ist die Frage nicht aus dem Kopf gegangen. Just letzte Woche aber habe ich aber einen Lösungsansatz gefunden und ihn mit meiner Frau besprochen ... Wir finden ihn zumindest plausibel.

Also:
Meiner Meinung nach hat es schlicht und einfach mit Überforderung zu tun und das einfachste, was man(n) dann tun kann, ist, sich dieser Überforderung durch Abwesenheit oder Nichtstellen zu entziehen.

Ein paar Beispiele dazu.
Vor ein paar Monaten hatten mich unsere beiden Zwillinge wieder einmal ziemlich auf die Palme gebracht, warum weiß ich nicht mehr, aber mir blieb in meiner Ohnmacht nur noch zu brüllen "NEIN", "LASS DAS" usw. Meine Frau bemerkte meine Anspannung und schickte mich einkaufen ... auf dem Heimweg dachte ich darüber nach und fühlte mich als schlechter Vater, der seine Kinder anschreit und ihre eigentliche Absicht (Dinge zu erkunden, neugierig zu sein, Grenzen zu testen) nicht mehr gesehen hat. Mich überkam ein kurzer Anflug von "am besten fahre ich weg, weit weg". Ein Fluchtreflex aus Überforderung mit einer Situation klar und nüchtern umzugehen.

Oder eben just letzte Woche, als ich wieder von meiner Frau darauf aufmerksam gemacht wurde, wie ich mich unseren Kindern gegenüber verhalte und wie schneller die Grenze überschritten ist, wenn andere (Familien) dabei sind. Das stimmte, und mir fehlten die Erklärungen. Ich fühlte mich wieder schlecht, ein schlechter Vater zu sein und erzählte ihr von dem Reflex.

Ich glaube, dass diejenigen unter uns, die den Partner "einfach so" wechseln oder die Familie im Stich lassen, dies ebenfalls aus dem Fluchtreflex heraus tun ... quasi wegrennen, sich dem Problem nicht stellen (können/wollen). Und dann ist natürlich ein anderer Partner, womöglich ohne Kinder (oder mit Kindern, die aus dem gröbsten raus sind) natürlich einfacher, weil auf den ersten Blick Problem-loser, einfacher.

Ist man dann erst mal weggelaufen, wird es umso schwerer zurückzukommen und seine Fehler einzugestehen und sich den Problemen zu stellen.

Vielleicht haben wir in der Schule die einfachen Grundlagen des Lebens einfach nicht gelernt: mit Problemen richtig umzugehen, sich den Problemen zu stellen und sich auszutauschen.

Im Falle hier, wo die Ehe kriselte und sich der Mann aus ihrer Sicht aufs Geldverdienen reduzierte, aber eine Familie haben wollte, kommt wahrscheinlich noch hinzu, dass u.a. wegen der Kriseleien, dann die eigene Familie den eigenen Erwartungen oder Hoffnungen doch nicht so entsprochen hat ... und er dann die beiden einfach verlassen hat ... er hat sich den Problemen nicht gestellt .........



 

Vaterfreuden ist ihr erster Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Vaterschaft.

Ob Themen zum Vater sein selbst und rund um den Nachwuchs, die Beziehung zur Mutter des Kindes oder rund um Karriere mit Kind oder Geldfragen - auf Vaterfreuden finden sie alle notwendigen Informationen.
Darüber hinaus gibt es in der Community Möglichkeiten zum Austausch mit anderen Vätern, hilfreiche Tipps und Berichte von Vätern über deren persönliche Vaterfreuden.