Alles anders machen zu wollen, als es die eigenen Eltern getan haben, ist ein Wunsch, den viele Menschen hegen. Die Gründe dafür sind ebenso unterschiedlich wie die Persönlichkeiten dahinter. Da liegt die Frage nahe, wie sehr uns unsere Eltern letztlich beeinflussen, ohne dass wir etwas dagegen unternehmen könnten. Und die Frage, ob wirklich alles anders sein sollte, wenn man eigene Kinder hat.

Wir wollen für unsere Kinder das Beste. Allerdings schlagen Eltern dabei – ganz nach dem Motto „Gut gemeint, heißt nicht gleich gut gemacht!“ - oft über die Stränge und verplanen das Leben ihres Kindes so sehr, dass kaum noch Zeit für das Wichtigste bleibt. Nämlich Freiräume, in denen selbstbestimmtes Handeln möglich ist.

Als Herbert Grönemeyer zu Beginn seiner ganz großen Karriere „Wann ist ein Mann ein Mann?“ sang, wurde deutlich, dass es Fragen gibt, die gar nicht so einfach zu beantworten sind. Ähnlich kompliziert ist es mit der Frage nach einer gesunden Entwicklung des Kindes. Wodurch wird sie gefährdet? Wann ist sie gewährleistet? Und was können Eltern tun, um ihren Anteil daran zu haben?

In den ersten Lebensmonaten sind die Eltern der Nabel der Welt für ihr Kind. Dies ändert sich mit zunehmendem Alter und das ist auch gut so. Denn der Umgang mit anderen Menschen, vor allem auch mit anderen Kindern, ist ein Übungsfeld, auf dem Kinder die ganze Komplexität der menschlichen Kommunikation kennenlernen können.

Kinder wollen viel und oft etwas anderes als die Eltern. Das beginnt bereits im Kleinkindalter. Für Eltern ist das in vielen Fällen nicht leicht, für die Kinder aber auch nicht. Für die gesunde Entwicklung der Kinder ist die Wertschätzung der kindlichen Bedürfnisse sehr wichtig. 

Viele Kinder machen um den dritten Geburtstag herum noch einmal einen kräftigen Entwicklungsschub. Die Kids reden und verstehen auf einmal deutlich mehr als zuvor und entwickeln rasant ihre eigene Persönlichkeit. Für Eltern und Außenstehende bringt das viele urkomische Situationen mit sich. Außerdem ermöglicht das zunehmende Verständnis der Kinder ihren Eltern meist auch ein paar Freiheiten.

Der Leistungsdruck auf uns Erwachsene steigt ständig und das bekommen oft auch unsere Kinder zu spüren. Immer früher und immer härter werden schon die Jüngsten auf Leistung getrimmt – oft steckt die Angst der Eltern dahinter, ihr Kind könnte sonst nicht im Leben bestehen.

Mit dem vollendeten 6. Lebensjahr ist ein Kind schulreif, die Schulpflicht tritt ein. Manche Kinder sind jedoch in diesem Alter einfach noch nicht bereit für die Umstellung. Wenn Sie der Meinung sind, dass Ihr Kind noch nicht schulreif ist, können Sie Ihr Schulkind zurückstellen lassen.

Am Anfang seines Lebens sind die Eltern für ein Kind Dreh- und Angelpunkt, sie geben ihm Werte, Verhaltensweisen und die grundsätzliche Sicht auf die Welt mit. Man spricht hier auch von Prägung. Sie entsteht aus der Summe aller Eindrücke aus dem Umfeld und der Erziehung.

Verwöhnt, verzogen und unsozial – „Du musst ein Einzelkind sein!“
Mit solchen oder ähnlichen Aussagen werden auch heute noch immer wieder Einzelkinder konfrontiert. Stimmt das wirklich oder gehören diese Vorurteile wirklich ins Reich der Märchen?

Das Konzept des Attachment Parenting wurde von Kinderarzt Bill Sears geprägt. Diese Art des Umgangs mit dem Kind wird oft kritisiert –unter anderem sehr spektakulär in einem Artikel der „Time“ im Jahr 2012. Doch fernab der Kritik will Attachment Parenting das Kind nicht an die Eltern binden, sondern ihnen im Gegenteil die Selbständigkeit erleichtern.

Väter haben ebenso wie Mütter einen großen Einfluss darauf, wie Kinder sich entwickeln. Fehlt der Vater als männliche Bezugsperson, dann fehlt auch ein wichtiger Orientierungspunkt – gerade auch für Mädchen. Eine Studie hat ergeben, dass deren Pubertät früher beginnt. Warum das so ist, weiß man allerdings noch nicht.

Meist sind es die Mütter, die mit Wehmut beobachten wie aus ihrem süßen und knuddeligen Baby ein Kleinkind wird, das erste eigene Wege geht und eigene Wünsche hat. Aber auch Väter müssen Abschiednehmen – und sich darauf vorbereiten, dass die Ansprüche des Kindes an sie als Elternteil größer werden.

In seinen ersten Lebensjahren entwickelt sich das Kind so schnell wie später nie mehr. Das zweite Lebensjahr bringt für das Kind mehr Selbständigkeit, aber auch die Zeit der Trotz- und Wutausbrüche. Eltern müssen sich zunehmend damit auseinandersetzen, dass das Kind seine ganz eigenen Vorstellungen entwickelt.

Schnell, schnell, schnell. Und das so früh, früh, früh wie möglich. So könnte man die Praxis der Deutschen zusammenfassen, wenn es um die Einschulung ihrer Kinder geht. Der Trend der letzten Jahre geht immer weiter in die Richtung, dass eine Einschulung gar nicht früh genug stattfinden kann, um dem Nachwuchs die besten Chancen zu ermöglichen. Nun kommt eine amerikanische Studie allerdings zu ganz anderen Erkenntnissen. Muss das Ganze also neu diskutiert werden?