Skip to main content

Suche

1 November, 2014 - 22:28
 

Kampfzwerge – Kampfsport für Kinder

Kampfsportarten liegen nach wie vor im Trend. Und immer mehr davon zielen speziell auf Kinder ab. Welche Arten es gibt, ob diese empfehlenswert sind und viele weitere Fragen zum Thema beantwortet Ihnen heute vaterfreuden.de.

© Vladislav Gajic - Fotolia.com

<--break->Sollten schon Kinder Kampfsport lernen? Diese Frage stellen sich wohl viele Eltern einmal. Doch die wenigsten wissen, was genau eigentlich dahinter steckt. Vorurteile paaren sich mit Ängsten. Begründet oder unbegründet? Wir haben für Sie ein wenig recherchiert …

Welche Kampfsportarten gibt es eigentlich?

Davon gibt es eine ganze Menge und ein paar davon, die ausschließlich unbewaffnet ausgeführt werden, sollen hier näher vorgestellt werden:

Karate ist die wohl bekannteste Kampfsportart, die durch zahlreiche Spielfilme populär geworden ist. Typisches Merkmal dieser aus China stammenden Kampfkunst ist der waffenlose Nahkampf mit verschiedenen Schlag- und Tritttechniken.  Daher leitet sich auch der chinesische Name „karate“ ab, was mit „Weg der leeren Hand“ übersetzt wird.

Ju-Jutsu stammt von den japanischen Samurai ab und dient ebenfalls der waffenlosen Selbstverteidigung. Übersetzt heißt der Begriff in etwa „Die Kunst, durch Nachgeben oder Ausweichen mit der Kraft des Gegners zu siegen“. Dabei kommen vor allem Würfe und Hebeltechniken zum Einsatz. Es werden aber auch Schlagtechniken trainiert.

Taekwondo stammt aus Korea und ist dort ein Volkssport. Frei übersetzt heißt es so viel wie  "Der vom Geist gesteuerte Weg von Fuß und Faust". Ein Merkmal von Taekwondo ist es, Angriffe waffenlos abzuwehren. Und dabei gibt es kaum einen Teil des Körpers, der nicht eingesetzt werden kann. Nicht nur Hände und Füße werden gebraucht, sondern auch einzelne Finger, Knöchel, Ellbogen oder Knie werden je nach Situation eingesetzt.

▪ Die Kampfkunst Aikidō kommt aus Japan. Genauer gesagt ist es eine Kampfvermeidungskunst. Denn das Besondere im Aikidō ist, dass keine offensiven Angriffstechniken, sondern nur Abwehr- und Sicherungstechniken gelehrt werden. Mittels verschiedener Wurf-und Haltetechniken wird die Kraft eines Angriffs umgelenkt und dazu genutzt, den Gegner angriffsunfähig zu machen, ohne ihn dabei schwer zu verletzen.

▪ Siegen durch Nachgeben - das ist der Leitsatz der japanischen Kampfsportart Judo. Mittels maximaler Wirkung bei minimalem Aufwand werden hauptsächlich Würfe, Halte-, Hebel- und Würgetechniken ausgeführt. Auch hier liegt der Schwerpunkt auf der Selbstverteidigung.

▪ Schließlich sei noch der chinesische Kampfkunststil Wing Tsun erwähnt. Besser bekannt als Kung-Fu dient auch dieser Kampfsport der reinen Selbstverteidigung. Die Kraft des Gegners wird genutzt, um diese gegen ihn zu lenken. Im Mittelpunkt stehen fließende Bewegungen und plötzliche Schnelligkeit, die in einem koordinierten Bewegungsablauf ineinander übergehen.

Welche Kampfsportart für Ihr Kind am besten geeignet ist, sollten Sie natürlich zusammen entscheiden. Die meisten Vereine haben nichts dagegen, wenn Sie mit Ihrem Nachwuchs einmal vorbeischauen und die Trainingsbedingungen unter die Lupe nehmen. Und wenn Ihr Kind für die eine oder andere Sportart Interesse zeigt, vereinbaren Sie einfach ein paar unverbindliche Probestunden. Das kostet nichts, außer ein wenig Zeit.

Warum sollten Kinder Kampfsportarten trainieren?

Viele Eltern befürchten, dass ihr Kind durch den Kampfsport zu einem kleinen Rambo mutiert, der sich von nun an wild auf dem Schulhof herumprügelt und Schutzgelder erpresst. Diese Sorge ist verständlich, aber völlig unbegründet, denn das Ziel der seriösen Kampfsportschulen ist ein gänzlich anderes.

Neben der körperlichen Fitness geht es zunächst darum, dass die Kinder im Training ihre eigenen Möglichkeiten und Grenzen kennenlernen. Dabei steht im Vordergrund, das Selbstbewusstsein zu stärken, Gefahren zu erkennen und vor allem zu vermeiden.

Auch die Disziplin wird bei allen Kampfsportarten ganz groß geschrieben, denn die Kinder lernen gleich zu Beginn, die Regeln der Etikette zu befolgen. Angefangen beim traditionellen Gruß und der Verbeugung vor dem Trainer und den Mitschülern, über eine saubere Kleidung bis hin zum höflichen Schweigen, wenn der Kampfsportlehrer etwas erklärt.

Selbstbeherrschung, Respekt, Bescheidenheit und die Achtung vor dem Leben - diese Eigenschaften wollen alle Kampfsportarten vermitteln. Und ist es nicht gerade das, was sich Eltern für ihren Nachwuchs wünschen?

Ab welchem Alter kann mein Kind den Kampfsport ausüben?

Für alle Kinder gilt das Gleiche wie für Erwachsene: Man ist nie zu jung oder zu alt, um Kampfsport zu betreiben. Die Kampfkünste sind vielfältig und für jeden ist etwas dabei. Überdies können bei allen Kampfsportarten die Intensität und Trainingsform ganz individuell zugeschnitten werden. Sobald also die Kinder alt genug sind, regelmäßig einen Sport auszuüben und über die nötige geistige Reife verfügen, kann dafür auch Kampfsport infrage kommen.  Auch wenn es keine wirkliche Altersgrenze gibt, wird bei vielen Vereinen meist ein Mindestalter von sechs Jahren gefordert, da die Aufnahmefähigkeit in jüngeren Jahren oft noch sehr beschränkt ist.

Kampfsport klingt gefährlich. Ist das so?

Ja, es ist gefährlich. Und zwar nicht mehr und nicht weniger als jede andere Sportart auch. Kinder werden anfangs ohnehin erst einmal in die Grundtechniken eingeführt, die in der Regel ohne Kontakt stattfinden. Und rein statistisch gesehen steht Kampfsport weit hinter Fußball in der Liste der Sportverletzungen.

Und was kostet der Spaß?

In einem Verein müssen Sie mit monatlichen Belastungen von ca. 10-30 € rechnen. Hinzu kommen die Kosten für die Anzüge, welche zwischen 15 und 40 Euro variieren, sowie unter Umständen auch Lehrgangs- oder Trainingslagerbeiträge.

Auch für die Schule lernen wir …

Es ist natürlich falsch, davon auszugehen, dass sich Ihre Kinder von nun an gegen alles und jeden im Alltag schützen können. Diese Selbstüberschätzung wäre fatal. Denn erst ab etwa zwölf Jahren können sie die gelernten Selbstverteidigungstechniken im Notfall gegen Angreifer einigermaßen sicher anwenden. Aber vielleicht hilft es gerade auch den Jüngeren, in einer Situation, wo plötzlich ein Auto neben ihnen hält oder sie von Unbekannten mit finsteren Absichten angesprochen werden, richtig und besonnen zu reagieren.

Noch ein Wort zum Thema Schule. Mobbing und die Gewalt sind nicht nur Themen, die gelegentlich durch die Nachrichten gehen. Es ist die Realität. Und der Kampfsport kann Ihren Kindern durchaus helfen, selbstbewusst aufzutreten und sich nicht in eine Opferrolle drängen zu lassen. Überdies lernt Ihr Kind dadurch auch zu verstehen, welche Auswirkungen Gewalt auf andere hat. Natürlich trainieren die Kinder bei allen Kampfkunststilen verschiedene Kampf- und Abwehrtechniken. Aber das Ziel ist bei allen Kampfsportarten gleich: Sie sollen möglichst niemals angewendet werden müssen.

Wenn Ihr Kind also ernsthaftes Interesse an einer Kampfkunst zeigt, dann unterstützen Sie es. Sie können damit kaum etwas verkehrt machen.

 

Zum Weiterlesen:

http://www.kampfsportarten.net/

http://www.familien-welt.de/gesund-und-schoen/sport/2350-welcher-kampfsport-ist-geeignet-fuer-kinder

 

Vaterfreuden auf Facebook   Vaterfreuden auf Twitter
Artikel bewerten
 

Autor

Redaktion