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28 September, 2016 - 11:06
 

Männer und Frauen - so unterschiedlich erziehen die Geschlechter

Wie Eltern ihr Kind erziehen, hängt von vielen Einflüssen ab – unter anderem auch vom eigenen Geschlecht. Die Unterschiede sind meist recht deutlich und ebenso wichtig. Denn nur dann, wenn männliche und weibliche Einflüsse auf ein Kind einwirken, bekommt es ein komplettes Bild der Welt und der Vielfalt menschlicher Persönlichkeiten.

© Lee Torrens - Fotolia.com

<--break->Wer kann es besser? Diese Frage lässt sich so nicht beantworten. Sicher gibt es Erziehungssituationen, in denen Männer „besser“ als Frauen reagieren und umgekehrt – und auch dann spielt die spezielle Persönlichkeit des Elternteils die wohl größte Rolle. Warum die Geschlechter so unterschiedlich sind, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Sie werden teils genetisch, zum Teil gerade durch die Erziehung begründet. Wie definiert man diese Unterschiede aber nun genau? Wie erziehen Männer, wie Frauen?

So sind Männer –so sind Frauen

Mann und Frau unterscheiden sich in vieler Hinsicht – das kennen wir alle aus dem Kontakt mit dem anderen Geschlecht. Unzählige Bücher befassen sich mit den Verständigungsschwierigkeiten, die einfach dadurch entstehen, dass die Gehirne geschlechtsspezifisch ticken. Neueste Erkenntnisse weisen darauf hin, dass die Hormone eine große Rolle spielen. Das Testosteron soll schon beim Kleinkind dazu führen, dass die linke Gehirnhälfte, die für Logik und rationales Denken zuständig ist, stärker entwickelt wird als die rechte. Das weibliche Gehirn dagegen entwickelt sich symmetrisch, Gefühl und Verstand wachsen in einem ausgeglicheneren Verhältnis zueinander. Die Erziehung tut dann ihr übriges, um diese Unterschiede im Denken noch zu verstärken. Die erwachsenen Menschen schließlich sind durch Gehirnentwicklung und Erziehung unterschiedlich geprägt und reagieren dementsprechend – auch und gerade dann, wenn es um Erziehung geht.

Erziehung – typisch Mann

Der Vater ist für gewöhnlich der fordernde Aspekt in der Erziehung. Er ist derjenige, der die Kinder zu Leistungen antreibt, die sie sich vielleicht selbst nicht unbedingt zutrauen, der sie aufrichtet, wenn sie gefallen sind und ihnen hilft, es gleich noch einmal zu versuchen. Das Mittel der Wahl ist dabei in der Regel nicht Trost oder Mitleid – das gibt’s bei Mama - sondern eher die Aufforderung, sich nicht gehen zu lassen oder aufzugeben. Die Väter sind Prüfsteine, vor allem für Söhne - sie gehen in den Wettkampf und in die Konkurrenz. Für die Töchter sind sie der erste Mann im Leben und Sparringspartner für die ersten zaghaften Flirtversuche im Teenageralter. Der Vater prägt das Bild vom Mann – sowohl für Töchter als auch für Söhne. Er ist das Maß, aufgrund dessen sich Söhne zu einer bestimmten Art von Mann entwickeln und Töchter sich zu ganz bestimmten Männern hingezogen fühlen.

Männer sind sicher nicht unbedingt mutiger als Frauen, trotzdem sind sie der Part, bei dem das Kind erleben kann, wie sich ein Mensch ganz öffentlich wehrt und für seine Rechte kämpft. Männern ist in der Regel eher egal, was andere von ihnen denken und vermitteln das auch ihrem Kind. Mit dem Vater wird gerauft, Fußball gespielt und alles andere erledigt, was Aktivität und Kraft verkörpert.

Erziehung – typisch Frau

Nun zu den Frauen. Gemeinhin gelten sie als das weiche, liebevoll-beschützende Element in der Kindererziehung und in der Familie überhaupt. Sie trösten, wenn es weh tut und bringen dem Kind bei, dass Mitgefühl und Rücksichtnahme nicht nur Anderen gut tut, sondern auch einen selbst zufriedener macht. Sie kümmern sich ums kranke Kind und richten es nach emotionalen Misserfolgen wieder auf, wo es vom Vater vielleicht nur Unverständnis oder sogar Vorwürfe gibt.

Mütter sind für die schönen Künste zuständig: Sie basteln, malen und gestalten hübsche Dinge mit dem Kind. Wenn Papa den Weihnachtsbaum mit Sohnemann aus dem Wald holt und aufstellt, sitzt sie mit dem Töchterlein am Küchentisch und bastelt den schönen Weihnachtsschmuck – ein etwas banales Beispiel, das aber durchaus der Realität entspricht. Mütter bremsen Kinder oft, vor echten oder vermeintlichen Gefahren. Sie beschützen lieber übermäßig, als ein zu großes Risiko einzugehen. Die Sorge um das körperliche und geistige Wohl des Sprösslings steht an allererster Stelle. Dadurch erfahren Kinder auf der einen Seite, dass sie wichtig und wertgeschätzt sind, andererseits kann sich das aber – bei allzu übertriebener Sorge – sehr leicht ins Gegenteil verkehren: Das Selbstbewusstsein des Kindes wird eliminiert und die Überzeugung „Ich kann das nicht“ wird in das kindliche Unterbewusstsein einprogrammiert. Wie gut, wenn es dann einen Vater gibt, der an sein Kind glaubt, es fordert und ihm etwas zutraut.

Und bei uns?

Sie oder Ihre Partnerin sind ganz, ganz anders als hier beschrieben? Das kann gut sein, denn jeder Mensch ist einzigartig und trägt seine eigenen Gedanken, Gefühle und Verhaltensmuster in sich. Ein Kind braucht von allem ein wenig – und wenn Sie selbst ein sehr defensiver und zurückhaltender Vater sind, sollten Sie sich vielleicht ein bisschen mehr auf Angriff polen – das ist nicht nur ein gutes Vorbild für Ihr Kind, sondern auch eine Bereicherung für Ihr eigenes Leben.

 

 

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