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7 September, 2017 - 12:47
 

Smartphone für Kinder - Risiken und Vorteile

Der Siegeszug des Smartphones macht auch vor den Pausenhöfen nicht Halt und so hängen schon Grundschüler mit dem Gesicht über dem Display. Kein Wunder, denn die Nutzung des Smartphones seitens der Erwachsenen weckt auch bei den Kleinen Begehrlichkeiten, zumal sie ganz natürlich schon im Umgang mit dem Gerät aufwachsen. Doch ist ein Smartphone in so jungen Jahren überhaupt sinnvoll? Und worauf sollte man unbedingt achten, wenn man den Filius mit einem eigenen Handy ausstattet? Wir geben einen Überblick über Risiken und Vorteile und geben Tipps mit an die Hand.

© Daniel Ernst - Fotolia.com

Zu jung für das Smartphone?

Was das Einstiegsalter betrifft, so geben Pädagogen die Empfehlung aus, das erste Smartphone nicht vor dem neunten Geburtstag zu verschenken. Eher raten diese, das Kind erst im Alter von 12 Jahren eigenständig ein Smartphone nutzen zu lassen, da es erst dann das grundlegende Verantwortungsbewusstsein besitzt und die Risiken der Internetnutzung kennt und einschätzen kann. Jüngere Kinder können mit einem Notfallhandy ausgestattet werden, sodass diese die Eltern bei Verspätungen auf dem Heimweg anrufen können und umgekehrt durch die Eltern erreichbar sind.

In allen Fällen sollten Eltern aber gemeinsam mit ihren Kindern die korrekte Bedienung des Handys besprechen und auch Regeln für die Nutzung ausarbeiten. Eltern sollten auf dem Gerät selbst zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen treffen, zum Beispiel als unsicher geltende oder für Kinder und Jugendliche ungeeignete Seiten sperren. Zu diesem Zwecke finden sich in den App Stores etliche Anwendungen, die beispielsweise über Schlagworteinstellungen den Zugang zu entsprechenden Seiten automatisch blockieren. In der Regel verfügen die aktuellen Geräte selbst schon über entsprechende Einstellmöglichkeiten, die nur bestimmte Bereiche des Telefons zugänglich machen oder bestimmte Funktionen deaktivieren.


Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergreifen

Neben Kindersicherungen empfiehlt sich auf jeden Fall auch die Installation von Antivirensoftware. Außerdem sollten Eltern bedenken, dass Kinder viel in Bewegung sind und das sensible Smartphone daher beispielsweise mit passenden Handyhüllen extra geschützt werden sollte. Schließlich sind auch Einsteigergeräte nicht unbedingt günstig in der Anschaffung. Da Kinder gerne auch mal etwas verlegen, sollte unter Umständen auch ein Tracker installiert werden. Ob man dies in Hinsicht auf die Überwachung des Kindes tun möchte, bleibt selbstverständlich jedem selbst überlassen. Die Grundsicherung des Handys in Form von PINs und Passwörtern sollte aber unbedingt zusammen mit dem Kind durchgegangen werden. Auch sollte nicht vergessen werden, dass Kinder weitaus mehr in Bewegung sind und daher das Smartphone selbst umfassend geschützt sein sollte.


Kindgerechte Tarife finden

Generell erscheinen Prepaid-Tarife mit Guthabenkonten hier sinnvoller. Zwar sind die Kosten für Anrufe, SMS oder andere Dienste gegenüber Flat-Angeboten etwas teurer, allerdings können so versteckte Kostenfallen oder Sondergebühren vermieden werden. Ist das Guthaben aufgebraucht, kann das Kind zwar bis zur nächsten Aufladung nicht mehr telefonieren und surfen, Sie behalten aber in jedem Fall die Kontrolle über die Kosten. Eltern sollten Ihre Sprösslinge dabei durchaus mit in die Pflicht nehmen und diese sich zum Teil an den Kosten für Geräteanschaffung und Telefonie beteiligen lassen. Hierbei kann ein zusammen aufgestellter Kostenplan sinnvoll sein.


Nutzungsdauer beschränken und gesundheitliche Aspekte bedenken

Damit das Kind einen gesunden Umgang mit seinem Smartphone erlernt und in Bereichen wie dem Schulunterricht oder entsprechend in den Schulpausen nicht abgelenkt und dauerbestrahlt wird, sollten feste Zeiten für die Nutzung geregelt werden. Ganz wichtig sind tägliche komplett handyfreie Zeiten. Im Zweifelsfall existieren auch hierfür spezielle Apps.

Zwar sind die Auswirkungen der Handystrahlung auf den menschlichen Körper noch nicht ausreichend erforscht, um mögliche Negativeffekte zu bestätigen, jedoch sollte man besonders bei Heranwachsenden, deren Gehirnstrukturen sich gerade noch ausbilden, vorsichtshalber eher weniger als mehr Handyzeit einplanen. So sollten 7-8-Jährige nicht mehr als 30 Minuten am Stück mit dem Smartphone beschäftigen, Kinder zwischen 9 und Jahren nicht mehr als 45 Minuten.


Handy-Etikette vermitteln

Wichtig ist, dem Nachwuchs nicht nur zu vermitteln, wie und wann er das Handy benutzen sollte, sondern auch bewusst zu machen, wie er sich in der Gesellschaft verhalten sollte. So gehört das Handy während der Schulzeit stumm- oder komplett ausgeschaltet. Einige Schulen verbieten die Nutzung oder das Mitbringen von Handys sogar komplett. Zudem sollte mit dem Kind besprochen werden, dass das Handy in öffentlichen Bereichen leise gehalten werden sollte. Lautes Spielen von Musik beispielsweise im Bus oder auch lautes Telefonieren sind eher unhöflich. Auch für das Chatten und die Kommunikation im Netz sollten ausdrücklich Benimmregeln vermittelt werden. Hier gilt es, mit gutem Beispiel voranzugehen.


Die kindliche Privatsphäre

Ein kritischer Punkt ist die Privatsphäre des Kindes. Viele Eltern möchten Ihr Kind mit einem Smartphone ausstatten, um Übersicht über die Bewegungen des Kindes zu haben. Oftmals geht die Wahrnehmung der kindlichen Privatsphäre bei Eltern und Kind weit auseinander. Fakt ist, dass auch Kinder ein Recht auf Privatsphäre besitzen. Eine solide Vertrauensbasis hilft dem Kind, sich eigenständig charakterlich zu entwickeln. Dazu gehört auch, dass es Freiheiten erleben und Geheimnisse haben darf. Die Sorge der Eltern und der Wunsch nach Kontrolle ist durchaus berechtigt, jedoch sollten deshalb nicht alle Bereiche des Kinderalltags überwacht werden.

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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