Skip to main content

Suche

15 Oktober, 2017 - 22:17
 

Mithilfe im Haushalt – Warum das für Kinder wichtig ist

Zu Zeiten der Großfamilie war es keine Frage: alle Familienmitglieder trugen ihren Teil an der Hausarbeit bei. Heute ist das längst keine Selbstverständlichkeit mehr, dass sich auch die Kinder an den Aufgaben innerhalb der Familie beteiligen. Dabei spricht vieles dafür.

© auremar - Fotolia.com

Oft ist es einfach lästig, das Kind immer wieder dazu zu bewegen, seine Haushaltsaufgaben zu erfüllen. Nicht selten „gewinnt“ das Kind und die Eltern nehmen ihm seine Pflichten ab. Eigentlich ist das schade, denn durch den eigenen Beitrag im Familienalltag – und sei er auch noch so klein – können Kinder viel lernen und sich in verschiedenen Bereichen weiter entwickeln.


Wir gehören zusammen – Mithilfe stärkt das Gemeinschaftsgefühl

Eine der wichtigsten Erkenntnisse, die ein Kind durch die Mithilfe im Haushalt erhält, ist das Gemeinschaftsgefühl. Wird zusammen an einem Ziel – in diesem Fall ein sauberer Haushalt – gearbeitet, dann wächst nach und nach das Bewusstsein und das Verantwortungsgefühl. Das wirkt sich auch insgesamt aus, zum Beispiel wenn es um die Zusammengehörigkeit von Geschwistern geht. Ganz nebenbei lernt das Kind, was es bedeutet, Teil eines Teams zu sein. Es wird die Pflichten zwar nicht immer lieben, aber nach und nach feststellen, dass die Erfüllung der Aufgaben auch Vorteile für es selbst hat. Dadurch wird schon in der Kindheit der Grundstein für den zukünftigen Teamplayer gelegt. Immer wichtig: Loben Sie Ihr Kind, gerade bei kleinen Kindern ist Kritik fehl am Platze, denn sie wirkt nur demotivierend. Konzentrieren Sie sich auf das, was Ihr Kind gut gemacht hat und übersehen Sie vorerst Ausführungsmängel. Wenn das Kind seine Aufgabe vergisst oder keine Lust hat, sollten Sie keine Vorwürfe anbringen, sondern es ermutigen und motivieren und anschließend ausgiebig loben.


Verantwortungsgefühl und Selbstbewusstsein durch kleine Aufgaben stärken

Verantwortungsgefühl ist dem Menschen nicht angeboren. Diese Fähigkeit entwickelt sich wie so viele anderes auch durch Erfahrung. Kleine und leicht zu bewältigende Aufgaben sorgen schon bei Kleinkindern dafür, dass sie sich wichtig und ernstgenommen fühlen. Aus diesem Gefühl heraus werden gerade die Kleinsten bemüht sein, ihre Aufgaben und damit ihre Verantwortung wahrzunehmen. Die Eltern vermitteln damit gleichzeitig die Botschaft: Wir trauen Dir etwas zu. Dies wiederum stärkt das Selbstbewusstsein und die eigene Wertschätzung. Für diesen Entwicklungsprozess ist entscheidend, dass die Mithilfe keine „Bezahlung“ nach sich zieht. Denn das Kind soll seine Aufgaben nicht nur erfüllen, weil es danach belohnt wird. Gegen kleine Überraschungen als Dankeschön ist allerdings nichts einzuwenden.


Was kann man Kindern wann zumuten?

Selbstverständlich sollten Kinder niemals als eine Art kostenlose Haushaltshilfe angesehen werden. Damit das Ziel, die kindliche Entwicklung und den Gemeinschaftssinn zu fördern, erreicht wird, ist es wichtig, dass die Aufgaben altersgerecht sind. Generell sollten die Kinder mehr gelobt als getadelt werden, auch wenn die übertragenen Arbeiten nicht perfekt oder 100%ig erledigt sind. Es kommt darauf an, dass das Kind sein Bestes gegeben und sich bemüht hat. Je nach Altersklasse können die Kids zum Beispiel folgende Arbeiten übernehmen:

  • Vorschulalter: Tisch decken, Spielzeug in Kisten räumen, Socken in den Kleiderschrank räumen
  • Grundschulalter: Zimmer (grob) aufräumen, getragene Kleidung in den Wäschekorb räumen, Blumen gießen, Tisch decken und abräumen, Müll rausbringen, Brötchen vom Bäcker nebenan holen
  • Teenager: Einkaufen, Geschirrspüler ausräumen, Schuhe putzen, Staubsaugen, Bad putzen, Babysitten


Generell geht es nicht darum, sich künstlich Aufgaben fürs Kind zu überlegen. Schauen Sie genau, wo Sie wirklich Unterstützung brauchen. Die übertragenen Jobs sollten zu Ihrem Alltagsablauf passen und auch dem Kind Spaß machen. Neue Aufgaben sollten vor allem bei kleineren Kindern erst dann hinzukommen, wenn bereits übertragene Verantwortungen Routinen geworden sind.

 

Vaterfreuden auf Facebook   Vaterfreuden auf Twitter
Artikel bewerten
 

Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
randomness