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5 Januar, 2015 - 12:12
 

Der kleine Unterschied - Jungen und Mädchen in ihrer Entwicklung

Auch wenn sich die meisten Babys auf den ersten Blick ziemlich ähneln, so gibt es ihn doch, den kleinen Unterschied. Je älter Kinder werden, desto mehr kristallisieren sich geschlechtsspezifische Eigenschaften und Vorlieben heraus. Einige geschlechtspezifische Eigenschaften entwickeln sich durch Erziehung und Nachahmung, andere sind genetisch programmiert.

© Marzanna Syncerz - Fotolia.com

Jedes Kind ist ein Individuum und entwickelt sich nach seinem eigenen inneren Plan. Und doch gibt es eine gewisse Normierung, einen Rahmen, in dem das Wachstum der Kinder stattfindet und in dem sich ihre geistigen und charakterlichen Eigenschaften herausbilden. Dies gilt auch für die Entwicklung geschlechtsspezifischer Eigenschaften. Sichtbare Zeichen sind einmal Unterschiede in der körperlichen und geistigen Entwicklung, zum anderen auch das unterschiedliche Spielverhalten, das Jungen und Mädchen geschlechtsspezifisch entwickeln.


Geschlechtsspezifische Entwicklung


0 – 3 Jahre

Prinzipiell sind Mädchen bei der Geburt mehr ausgereift als Jungen. Knochenbau und Gehirn sind besser entwickelt, insgesamt sind sie widerstandsfähiger. Das hat zur Folge, dass die Krankheitsneigung von Mädchen geringer ist als die von Jungen. Mangel- oder Fehlernährung haben auf Jungen stärkere Auswirkungen als auf Mädchen, sowohl in körperlicher als auch in geistiger Hinsicht. Im Spielverhalten und was die Vorliebe für bestimmtes Spielzeug angeht, unterscheiden sich die Geschlechter in diesem Alter kaum. Meist sind Jungen körperlich aktiver und insgesamt unruhiger. Mit circa zwei Jahren entwickelt sich bereits das Bewusstsein, dass es zwei Geschlechter gibt. Allerdings sehen die Kinder ihr eigenes Geschlecht noch nicht in diesem Zusammenhang, da sie noch dabei sind, ihr eigenes Selbst-Bewusstsein zu entwickeln.


4 - 5 Jahre

Mit vier Jahren verdoppelt sich der Testosteronspiegel bei Jungen. Dadurch entwickeln sich ziemlich plötzlich "jungentypische" Eigenschaften. Die Jungen werden körperlich noch aktiver, rivalisieren mit anderen Jungen, sie werden "aufmüpfig" und zeigen meist ein deutlich erhöhtes Aggressionspotential. Das Interesse an feinmotorischen oder kognitiven Spielen ist eher gering. Mit fünf beruhigt sich dieser Zustand meist erst einmal, da der Testosteronspiegel wieder absinkt. Mädchen entwickeln in diesem Alter oft ein Interesse an Puppen und Rollenspielen. Sie wollen Vater, Mutter, Kind spielen und ahmen im Spiel das richtige Leben nach. Rollenspiele bei Jungen drehen sich dagegen mehr um Indianer und Cowboyspiele oder um Szenen aus (in der Regel actionreichen) Kinderfilmen. Die Spielsachen unterscheiden sich nun oft deutlich. Während Jungen mit Autos, Baggern oder Ritterburgen spielen, bevorzugen Mädchen Puppen, Stofftiere, aber auch Geduldsspiele, wie zum Beispiel Puzzles. Inwieweit das nun aber an der Genetik oder am Angebot bzw. an äußeren Einflüssen liegt, lässt sich kaum eindeutig sagen.


6 – 8 Jahre

Die Kinder entwickeln mehr und mehr ihre geschlechtliche Identität. Durch das Vorbild in Schule und Familie identifizieren sich Jungen und Mädchen nun immer mehr mit ihrer Geschlechterrolle und entwickeln teilweise aus der Nachahmung heraus auch Stereotypen und festgefügte Meinungen. Allerdings spielen in diesem Alter entwicklungsspezifische Unterschiede für die weitere Entwicklung nur noch eine geringere Rolle, es prägen sich mehr die individuellen Eigenschaften der Kinder heraus.


Ab 9 Jahre

Die Pubertät beginnt und damit wird alles anders. Die Hormonproduktion beginnt und Jungen wie Mädchen sind damit beschäftigt, körperlich und geistig zu Mann oder Frau zu werden. Diese Zeit ist allerdings meist für Mädchen – und auch deren Eltern – besonders aufregend, da sie größere hormonelle und auch tiefgreifende körperliche Veränderungen durchmachen als Jungen.

 


Geschlechtsflexibel statt geschlechtertypisch

Die Geschlechterrollen wurden schon immer über die Generationen weitergegeben. Das Vorbild der Eltern und die Erziehung prägen die Kinder maßgeblich. Dabei ist interessant, dass Kinder hauptsächlich von Frauen erzogen werden und zwar sowohl innerhalb der Familie als auch im Kindergarten. Dies macht es vor allem für Jungen oft schwer, sich in ihre Geschlechterrolle hineinzufinden, da Frauen keine Identität, sondern nur Stereotype vermitteln können, die sie selbst durch Erfahrung erlernt haben. Als Vater haben Sie die Aufgabe, für Ihren Sohn Vorbild zu sein, ihm "männliche" Werte und Weltanschauungen zu vermitteln. Dadurch geben Sie ihm die Möglichkeit, sich klar von der Mutter oder Schwester abzugrenzen und eine männliche Identität zu entwickeln. In den Kindergärten werden Kinder heute geschlechtsflexibel erzogen. Das bedeutet, dass Jungen genauso unreglementiert mit Puppen spielen dürfen wie Mädchen mit dem Bagger. Allerdings ist diese Methode nur dann erfolgversprechend, wenn die Behandlung der Kinder nicht doch wieder den Geschlechtsstereotypen unterliegt: Mädchen werden dazu angehalten, sich höflich und zurückhaltend zu verhalten, während Jungen zum Toben und zur Aktivität ermutigt werden.


Fazit

Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen sind eindeutig vorhanden, die Ausprägung ist jedoch individuell verschieden und bei weitem nicht nur von der Genetik abhängig. Generell lässt sich sagen, dass Jungen eher aktionistischer handeln als Mädchen – Mädchen überlegen lieber einmal öfter, manchmal auch solange, bis sie dann lieber passiv bleiben. Das zeigt sich oft auch daran, dass Jungen expansiver sind und sich früher und weiter in die Welt hinauswagen als Mädchen. Männliche Babys schreien erheblich öfter und vor allem lauter als weibliche. Mädchen sind insgesamt kuscheliger – vielleicht weil es ihnen beigebracht wurde? Im Sozialverhalten zeigen sich die Unterschiede häufig in der Kompromissbereitschaft. Während Jungen schnell einmal handgreiflich werden, versuchen Mädchen eher zu schlichten, zu vermitteln, sie sind fürsorglicher und harmoniebedürftiger.


Insgesamt lässt sich sagen: Es gibt ihn, den kleinen Unterschied. Wie viel davon Genetik ist und wie viel anerzogen, ist bei jedem Kind verschieden und bleibt vorerst auch für Forscher und Psychologen ein Geheimnis. Für uns als Eltern ist es wichtig zu verstehen, dass eine Geschlechtszugehörigkeit keine unübertretbare Grenze sein darf und dass Jungen mal kuschelig und Mädchen auch mal wild sein dürfen.

 


Zum Weiterlesen:

http://www.gesundheitsseiten24.de/sexualitaet-aktuell/news/news/der-kleine-unterschied-jungen-sind-anders-als-madchen.html

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de