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6 Januar, 2016 - 12:09
 

Der kleine Unterschied ganz groß – Jungen und Mädchen in der Pubertät

Schon bei kleineren Kindern gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede, die je nach Persönlichkeit mehr oder weniger auffällig zutage treten. Spätestens in der Pubertät ist es dann jedoch so weit: Mädchen entwickeln sich zu Frauen und Jungs zu Männern und die Veränderungen finden nicht nur äußerlich statt.

© Kim Schneider - Fotolia.com

Besonders Mädchen sind in der Pubertät mit einem unglaublichen Cocktail an miteinander kollidierenden Hormonen konfrontiert. Dies hat zur Folge, dass sie sich selbst nicht wiedererkennen und ihren Eltern geht es nicht viel anders. Bei Jungen sind diese Vorgänge mitunter weniger drastisch. In beiden Fällen bedarf es jedoch in der Pubertät einer Anpassung der Erziehungsstrategien und auch des Umgangs zwischen Eltern und Kind, stehen die Kinder doch neben den körperlichen Veränderungen auch vor der Herausforderung, sich an der Schwelle zum Mann- oder Frausein selbst neu zu finden. Blinde Autorität ist in den meisten Fällen eher kontraproduktiv, vielmehr ist es wichtig, die richtige Mischung aus Toleranz und Konsequenz zu finden. Gelingt dies nicht, kann die Pubertät eine sehr stressige und schwierige Zeit sein, in der man als Elternteil leicht den Draht zum heranwachsenden Kind verliert.


Die Pubertät – schwierige Zeit für Mädchen

Die Pubertät beginnt für Mädchen oft bereits im Alter von 9 bis 10 Jahren. Die Hormone im Körper beginnen zu sprudeln und nicht selten tritt bereits dann die Menstruation ein. Schambehaarung und die Brüste beginnen zu wachsen. Rein geistig sind Mädchen in diesem Alter noch Kinder und von der äußerlichen Veränderung des eigenen Körpers überfordert. Dies führt mitunter zur Essstörungen: Die Mädchen versuchen ihren weiblichen Formen Einhalt zu gebieten, indem sie extrem wenig essen. Durch die Tatsache, dass sich spät entwickelnde Mädchen im gleichaltrigen Freundeskreis meist als attraktiv und begehrt angesehen werden, kann ein gefährliches sich selbst belohnendes System entstehen, durch das die heranwachsenden Frauen in ernste körperliche Probleme geraten. Ein von Anfang an gesundes Verhältnis zum menschlichen Körper und der Geschlechtlichkeit innerhalb der Familie kann helfen, solche Entwicklungen zu vermeiden. Die Kunst der Eltern – in erster Linie der Mütter – ist es hier, zu helfen, ohne sich aufzudrängen und ohne mit dem erhobenen Zeigefinger zu erklären.

In der Pubertät verändert sich nicht nur der Körper, sondern auch der Charakter. Bei Mädchen kommt eine umfangreiche Hormonproduktion in Gang, die fast zu „geistiger Umnachtung“ führen kann. Die Mädchen benehmen sich unmöglich, sind unkooperativ, aufsässig und zickig, ziehen sich von den Eltern zurück und neigen nicht selten zu Depressionen, die der umfassenden Veränderung der eigenen Person entspringen. Die Pubertät kann sich über Jahre hinziehen. Eltern müssen hier immer versuchen, den Draht zu den Kindern nicht zu verlieren. Dies erfordert ein hohes Maß an Verständnis und Toleranz, gleichzeitig müssen aber auch klare Grenzen gesetzt werden.


Die Suche nach dem Kick – Jungen in der Pubertät

Jungs sind meist etwas später dran. Dies gilt auch für den Eintritt der Pubertät. In der Regel beginnen die Veränderungen im Alter von 10 bis 12. Die erste Bart- und Schambehaarung beginnt zu sprießen, Hodensack und Penis wachsen. Ungefähr mit 13 beginnt dann der Stimmbruch, die Veränderung von der kindlichen hohen Jungenstimme zur tieferen Männerstimme. Grund für diese Änderung der Stimmlage ist das hormonbedingte Wachstum des Kehlkopfes. Was die intellektuellen Leistungen angeht, holen Jungen in dieser Zeit den Vorsprung der Mädchen auf und glänzen besonders in technischen und naturwissenschaftlichen Bereichen.
Noch nicht gänzlich aufgeklärt ist die Tatsache, dass Jungen in der Pubertät zu Wagemut neigen. Sie suchen nach dem ultimativen Kick, was sich leider oft in fast lebensgefährlichen Aktionen, wie zum Beispiel dem „Komasaufen“ oder Kampftrinken“ zeigt. Machogehabe ist an der Tagesordnung und unfreundliches unkooperatives Benehmen ebenso.


Leitfaden für Eltern durch die Pubertät

So unterschiedlich sich die Pubertät bei Jungen und Mädchen auswirkt, die wichtigsten Verhaltensempfehlungen für die Eltern bleiben die gleichen:

  • Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Kind und hören Sie wirklich zu.
  • Halten Sie keine Standpauken.
  • Zeigen Sie Verständnis, aber pochen Sie ebenso auf die Einhaltung von klaren Grenzen und Regeln.
  • Schildern Sie Ihre eigenen Gefühle zur Situation und flippen Sie ruhig auch mal aus, wenn es Ihnen zu bunt wird.
  • Auch Eltern machen Fehler. Entschuldigen Sie sich für Ungerechtigkeiten Ihrerseits.


Die Pubertät ist für Eltern und Kinder eine schwierige Zeit. Nehmen Sie das Verhalten Ihrer Kinder in dieser Phase nicht zu persönlich. Vielleicht erinnern Sie sich ja an die eigene Pubertät und können dadurch mehr Verständnis für Ihre heranwachsende Tochter oder Ihren erwachsen werdenden Sohn zeigen.


 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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