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10 Januar, 2017 - 09:27
 

Simplify your Life – bekomm ein Kind

Es gibt eine bekannte Reihe von Selbsthilfebücher mit dem Titel “Simplify your Life”. In diesen erfahren interessierte Leser, wie sie ihr Leben entschlacken, sich von Balast trennen und lernen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Es gibt noch einen weiteren Weg, um diese Einsichten zu bekommen. Er ist ein harter Crash-Kurs, dafür aber mit wenig Theorie und sehr viel Praxis: man muss einfach ein Kind bekommen.

© detailblick - Fotolia.com

Zahllose Eltern haben diese Erfahrung bereits gemacht: Wer unmittelbar erfahren möchte, was wirklich wichtig im Leben ist, der muss einfach ein Baby bekommen. Mit einem Kind treten die Basis-Bedürfnisse in den Vordergrund – Dinge, die man sonst als selbstverständlich hinnimmt: körperliches Wohlbefinden, Essen, Schlaf, Wärme. Und zwar in der Reihenfolge „erst das Baby und dann man selbst“.

Es ist ein einfaches Leben mit einem kleinen Kind. Für weitreichende und tiefschürfende Gedanken über Selbstverwirklichung oder den Sinn des Lebens hat man meist keine Kraft und auch kein Interesse. Dabei ist man mit einem Baby gerade der Lösung der zweiten Frage einen guten Schritt näher gekommen, wie viele junge Eltern später feststellen.


Das Leben mit kleinem Baby – man konzentriert sich auf das Wesentliche

Der Bewegungsradius mit einem Baby ist in den ersten Wochen klein. Eine junge Mutter – oder auch ein Vater in Elternzeit – kümmert sich neben wenigen Terminen vor allem darum, dass das Baby gut in der neuen Umgebung „ankommt“. Die Wohnung wird oft nur für ein paar Spaziergänge verlassen. Das Leben meiner Frau zum Beispiel spielte sich in den ersten Wochen mit Baby dank strategisch guter Lage von Kinder- und Frauenarzt, Super- und Drogeriemarkt, Bäcker, Metzger und Bibliothek (Hörbücher) in einem Radius von weniger als einem Kilometer ab.

Die Sozialkontakte reduzieren sich auf das Notwendige – oder werden auf das Wesentliche reduziert. Am Anfang hat man noch zu vielen Freunden Kontakt, die gratulieren, aber mit der Zeit filtert man für sich heraus, wer einem wirklich wichtig ist.

Neben Essen, Schlafen und der Körperhygiene, die oft auf das Nötigste reduziert wird, wird in der Regel auch jegliches Entertainment zum Luxus – zumindest, wenn das Baby schon ein paar Monate alt ist und mehr Aufmerksamkeit fordert. Die Zeiten, in denen man die neusten Filme im Kino ansah oder up-to-date war, was die Charts angeht, sind für junge Eltern vorbei. Man muss sich auch keine großen Gedanken mehr machen, wie man die Zeit am Wochenende verbringt. Das Unterhaltungsprogramm liegt zu Hause in der Wiege.


Irgendwann ist das Leben im Paralleluniversum vorbei

So lebt man eine ganze Weile in einem Paralleluniversum, in dem die Uhren etwas langsamer ticken und die Dinge auf das Wesentliche reduziert sind. Nach einer Weile holt einen dann aber das „wahre Leben“ wieder ein – mit Job, Verpflichtungen außerhalb der eigenen vier Wände und neuen Herausforderungen, die Kinder so mit sich bringen. Zu diesem Zeitpunkt muss man noch einmal Prioritäten setzen, damit einem nicht alles über den Kopf wächst. Vielleicht wurden für diese Anlässe die „Simplify“-Bücher geschrieben. Wer weiß?

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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