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10 August, 2015 - 10:10
 

Abenteuer Sprache – Mama, Papa, Auto

Ungefähr mit 10 Monaten formt Ihr Kind die ersten Worte. Doch die Entwicklung der Sprache beginnt schon viel früher. Bereits Säuglinge beginnen mit der Erkundung der Sprache. Für uns als Eltern klingen diese ersten Gehversuche oft wie Geschrei und werden mit Schnuller, Ablenkung, dem Fläschchen oder der Mutterbrust unterbunden.

© Marcin Sadlowski - Fotolia.com

Die Sprache ist dem Menschen im wahrsten Sinne des Wortes in die Wiege gelegt. Bereits sehr kleine Babys probieren unterschiedliche Laute aus und manchmal ahmen sie sogar Außengeräusche nach. Hört man seinem Kind in dieser Phase zu, kann man die erstaunliche Entdeckung machen, dass es sämtliche Lautkombinationen - auch die aus anderen Sprachen - ausprobiert, bevor es dann meist im Alter von ungefähr einem Jahr beginnt, verständliche Worte in der Muttersprache zu formen. Sie können den Prozess des Sprechen-Lernens unterstützen. Beschleunigen oder gar erzwingen können Sie jedoch nichts. Jedes Kind hat hier sein eigenes Tempo und vor allem Jungen lernen oftmals eher spät sprechen. Trotzdem können Sie viel tun, um Ihrem Kind zu helfen, das Abenteuer Sprache zu erleben. Sie können ihm Lust am Sprechen und am Zuhören vermitteln und legen so den Grundstock für einen großen Wortschatz.

 

Spielerisch Sprechen lernen

Kinder sind Empiriker und lernen fast alles durch Nachahmung und eigenes Ausprobieren. So ist es auch beim Sprechen. Bevor ein Kind sein erstes deutliches "Papa" spricht, hat es monatelang Laute ausprobiert, erfahren, wie es die Zunge und die Lippen formen muss, um tiefe oder hohe Töne hervorzubringen. Was für uns als Erwachsene niedliches Geplapper ist, ist für unser Kind ein Lernprozess, der es ihm ermöglicht, Sprache zu erleben und irgendwann selbst zu sprechen.

 Um das Kind beim Erlernen der Sprache zu unterstützen, bieten sich die Fingerspiele, Klatschspiele und einfachen Lieder an, die Sie selbst aus Ihrer Kindheit kennen. "Backe, Backe Kuchen", "Das ist der Daumen" und "Alle meine Entchen" sind nicht nur lustige Kinderspiele, sondern auch Übungen, die Ihr Kind beim Sprechen lernen unterstützen. Beginnen Sie früh damit, Ihrem Kind Geschichten vorzulesen, machen Sie es mit möglichst vielen Wörtern bekannt. Auch wenn Ihr Kind in seinem eigenen Tempo sprechen lernt, werden die sprachlichen Eindrücke, die es hört gespeichert und zum passenden Moment wieder abgerufen.

 

Phasen des Sprechen Lernens

Das Erlernen von Sprache lässt sich in einen groben zeitlichen Rahmen fassen, aus dem jedoch jede Menge Kinder unbeschwert ausscheren.

In den ersten drei Monaten besteht das Geräuschrepertoire in erster Linie aus Geschrei. Im Laufe der Wochen kommen verschiedene Schnalz-, Grunz- und Gurgellaute dazu - Ihr Kind beginnt zu üben. Mit 4 Monaten werden die ersten Silben geformt, die Brabbelphase beginnt. Manchmal hören Sie sogar bereits ein zufälliges Papa aus dem Mund Ihres Kindes. Dies ist eine sehr experimentelle Phase, die Laute hören sich manchmal fast wie Wörter einer fremdartigen Sprache an. Im Alter von 6 bis 9 Monaten wird das Gebrabbel mit Betonungen untermalt, die das Kind von Ihnen abschaut. Ab jetzt kann man die Sprachentwicklung mit viel Vorlesen fördern. Im Zeitraum 12 bis 17 Monaten entstehen dann die ersten Worte. Das Kind wird durch die Erkenntnis motiviert, dass Sprechen ihm hilft, Ziele zu erreichen und Bedürfnisse zu erfüllen. Mit 1 ½ bis 2 Jahren haben die meisten Kinder einen Wortschatz von ungefähr 200 Wörtern. Hauptsächlich sind dies Hauptwörter. Das Kind lernt ständig neue Wörter, plappert alles nach und die ersten Zwei-Wort-Sätze werden gebildet. "Komm her", "Hause gehen", "Pipi machen" - mit Sätzen, die aus zwei Wörtern bestehen, kann ein Kind schon einiges ausdrücken.

Ab dem dritten Lebensjahr entwickelt sich die Sprache kontinuierlich weiter und der Wortschatz erweitert sich ständig. Das Kind spricht von sich selbst in der Ich-Form. Als Eltern können Sie Ihr Kind neben dem Singen und Vorlesen dadurch fördern, dass Sie viel mit ihm sprechen. Auch wenn Sie die Dinge kindgerecht ausdrücken, sollten Sie doch in vollständigen Sätzen und mit den korrekten Wörtern sprechen. Babysprache kann ja ganz lustig sein und ist ein großer Spaß für Eltern und Kinder. Im täglichen Miteinander ist korrekte Sprache wichtig, um dem Kind Fortschritte in der Sprachentwicklung zu ermöglichen.

 

Probleme in der Sprachentwicklung

Verzögerungen sind an und für sich noch nicht beunruhigend, manche Kinder lernen sehr früh sprechen, manche ungewöhnlich spät. Es gibt jedoch verschiedene Hinweise, bei denen Sie hellhörig werden sollten.

Wenn Ihr Kind im Alter von 6 Monaten plötzlich aufhört zu brabbeln, wenn es nicht versucht Geräusche zu machen und keinen Blickkontakt mit Ihnen aufnimmt, sollten Sie es auf eventuelle Hörprobleme untersuchen lassen. Wenn Ihr Kind mit drei Jahren noch nicht alle Konsonanten sprechen kann oder Silben vertauscht, ist ebenfalls ein vorsorglicher Arztbesuch empfehlenswert. Auch häufiges Stottern sollte beobachtet werden. Wenn Ihr Kind im Alter von fünf Jahren noch häufig beim Sprechen hängenbleibt, sollten Sie den Arzt aufsuchen.

Sprachentwicklungsstörungen können in der Regel gut therapiert werden. Je früher man damit anfängt, desto leichter ist die Störung zu beheben. Die Therapie erfolgt hier meist bei einem Logopäden oder einer Logopädin. Geraten Sie jedoch nicht zu schnell in Panik, unterstützen Sie Ihr Kind und lassen Sie Ihm die nötige Zeit, um das Abenteuer Sprache zu erleben.

 

 

Nützliche Links:

http://www.kinderbuch-couch.de/kinderbuch-couch-special-kindgerechte-foerderung-der-sprache.html

http://www.sprachentwicklung-kinder.de/

http://www.dbl-ev.de/

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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