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11 Februar, 2010 - 19:04
 

Namen kann man nicht mit Lasern beseitigen – tun Sie Ihrem Kind einen Gefallen

Der erste Eindruck zählt – auch beim Namen. Bei der Namensgebung für ein Kind spielen viele Faktoren eine Rolle – Geschmack, Familie, Klang. In jedem Fall sollten sich Eltern ihrer Verantwortung bewusst sein, dass ihr Kind sein ganzes Leben mit dem von ihnen vergebenen Namen verbringen muss. Im Kindergarten, in der Schule oder beim Berufseinstieg kann der Name sich als wahre Brandmarkung erweisen.

© Dron - Fotolia.com

Ich sitze im Straßencafé, genieße meinen Mocca Latte und schlage die Zeitung auf. Da schallt vom Nebentisch eine Frauenstimme zu mir herüber, an allen anderen Tischen vorbei, über die Fußgängerzone zu einem kleinen Mädchen, das mit ein paar anderen Kindern an einem kleinen Brunnen spielt.
Die Mutter kommt gar nicht dazu, alle Vornamen ihrer Tochter auszurufen, denn beim fünften ist das Mädchen bereits da.

Mocca Latte trinken ist Geschmacksache, fünf Vornamen auch. Nennen wir das Kind beim Namen: Manche Namen findet man schön, manche nicht. Die Meinungen dazu gehen natürlich weit auseinander, wie immer. Aber wer fragt eigentlich das Kind nach seiner Meinung? Es kann ja nichts dazu sagen, weil es gerade einmal eine halbe Stunde alt ist, wenn es ihn bekommt: Den Namen, das Attribut, mit dem es sein ganzes Leben auskommen muss.
Es liegt also in der Verantwortung der Eltern, dem Kind einen Namen zu geben, mit dem es leben kann. Denn vieles im Leben wird vom Namen unmittelbar beeinflusst.

Wie geht man am besten vor bei der Namensfindung? Sucht man sich einen Namen in der Verwandtschaft? Macht man einen Ruftest? Oder lässt man sich im Internet vom Einfallsreichtum anderer inspirieren?
Nachdem sich im Ultraschall unser Sohn als solcher entpuppte, konnte die Namensfindung beginnen. Wir machten eine lange Liste und suchten uns in einem langen Auswahlverfahren den Namen aus, den wir beide am schönsten fanden. Der Name, den man seinem Kind gibt, muss aber nicht nur dem Urteil der Eltern standhalten. Auch Oma und Opa, Freunde und alle anderen Menschen haben ihre Meinung zum Namen eines Kindes.

Wir wollen uns hier kein Urteil darüber erlauben, wie andere Väter ihre kleinen Lieblinge nennen. Das tun in Deutschland die Behörden und alle anderen Menschen, denen man im Leben so begegnet. Erstere sorgen dafür, dass niemand seinem Kind einen Namen geben kann, der objektiv unpassend ist. Borussia, Flipper oder Ey sind damit also keine Gefahr mehr für ein (deutsches) Kind.
Dafür aber die anderen Kinder, denen der Nachwuchs spätestens im Kindergarten ausgeliefert sein wird. Kinder können bekanntermaßen grausam sein. Dann kann es schon mal passieren, dass ein Justus lieber auch Kevin heißen will, wie vier seiner Altersgenossen.

Die Kevins bekommen es dann in der Schule aber mit den Lehrern zu tun. Wie eine Studie herausgefunden hat, sind Namen wie Kevin, Dustin, Chantal oder Jaqueline mittlerweile für Lehrer unterbewusst Grund genug, ein Kind schlechter zu benoten. Sehr gut für Justus.

Im Berufsleben kann der Name Fluch oder Segen sein, denn auch hier beurteilt man nach dem Namen. Würden Sie eher Max Power oder lieber Max Paine einstellen? Warum geben sich viele Stars einen Künstlernamen? Oder wissen Sie, wer Reginald Kenneth Dwight ist?

Namen sind psychologisch stark aufgeladen. Manche Namen werden mit Erfolg assoziiert, manche mit Homosexualität, manche mit einer bestimmten sozialen Schicht, manche sind biblisch, manche einfach nur komisch. Manchmal hat jemand, den wir im Laufe des Lebens kennenlernen auch mal jemanden gekannt, der sehr schlechte Eigenschaften hatte und den gleichen Namen.
Man kann auch Schwierigkeiten am Telefon bekommen, wenn man seinen  Namen ständig buchstabieren muss, weil es ihn in vier verschiedenen Schreibweisen gibt.

Momentan wählen viele Väter für ihren Jungen Leon, Lukas oder Jonas. Die beliebtesten Mädchennamen im Jahre 2009 waren Mia, Hannah und Leonie. Und wie wurden die Großeltern der heute geborenen Kinder genannt? Die Spitzenreiter in den 50er Jahren: Angelika, Monika, Sabine und Michael, Peter und Hans.
Da wäre es schon komisch, jetzt sein Kind Angelika oder Hans zu nennen, oder?

Für welchen Namen Sie sich auch entscheiden werden, Sie werden schon die richtige Wahl treffen. Bedenken Sie nur, dass Ihr Kind sein ganzes Leben mit seinem Namen verbringen wird - oder muss. Wer unzufrieden mit seinem Namen ist, kann beim Standesamt eine Namensänderung beantragen. Doch auch hier gibt es wieder etwas zu bedenken: Eine amtliche Namensänderung bringt viel bürokratischen und finanziellen Aufwand mit sich!



Zum Weiterlesen:

Beliebteste Vornamen in Deutschland im Laufe der Zeit:

www.beliebte-vornamen.de


Websites zur Ideenfindung für Vornamen:

http://www.baby-vornamen.de/
http://www.kindername.de/


Artikel zum Thema „Namensdiskriminierung“ in Schulen.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,649421,00.html

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de