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14 März, 2016 - 10:43
 

Kinder und Humor – wie er sich entwickelt, was Kinder wann verstehen und was nicht

Kinder lachen etwa 20-mal mehr als Erwachsene, allerdings finden sie in der Regel ganz andere Sachen witzig als ihre Eltern. Alter und Entwicklungsstand entscheiden jeweils darüber, welche Art von Humor ein Kind überhaupt verstehen kann. Welchen Humor ein Kind als späterer Erwachsener entfaltet, ist eine Sache der Nachahmung.

© sonya etchison - Fotolia.com


Vom ersten Lächeln bis zum humorvollen Gelächter


Mit etwa vier bis sechs Wochen lächelt ein Kind das allererste Mal. Mit Humor hat dieses Lächeln allerdings wenig zu tun, es dient zur Begrüßung und Besänftigung. Ebenso wenig von Humor sprechen die Lachanfälle, die durch die elterlichen Faxen beim Kind ausgelöst werden. Die sind nämlich Teil einer körperlichen Reaktion im Zwerchfell. Die ersten Ideen davon, was humorvoll sein könnte, entwickeln Kinder mit etwa 12 Monaten. Dann wissen sie bereits, was die Erwachsenen amüsiert und zum Lachen bringt und sind immer wieder fasziniert von ihrer eigenen Macht. Entscheidend dafür, dass Kinder selbst humorvoll sein können, ist ihre Fähigkeit, Widersprüchliches zu erkennen. Eine Socke auf dem Kopf, aber auch der auf den Boden geworfene Spinat (der ja eigentlich auf den Teller oder in den Mund gehört) findet es dementsprechend lustig. In dem Maße, in dem das Kind seine Sprache entwickelt, beginnt es mit verbalen Witzigkeiten. Als lustig empfinden sie alles, was für sie nicht „normal“ ist. Das kann dann auch dazu führen, dass das Kind sich über einen dicken Mann kaputtlacht, weil Männer doch gar keine Babys kriegen können.

 


Humorvolle Eltern machen humorvolle Kinder


Für Eltern ist es eine Herausforderung: Zum einen sollten Sie Ihrem Kind dabei helfen, einen gesunden Humor zu entwickeln und seine Fröhlichkeit nicht unterdrücken. Andererseits müssen Kinder lernen, was lustig ist und was, gegen den „guten Ton“ verstößt. Lacht nun ein Kind ganz offensichtlich über besagten dicken Mann, dann ist Diplomatie angesagt. Der Witz des Kindes sollte nicht ignoriert und auch nicht bestraft werden, denn aus seiner Sicht ist der Anblick durchaus lustig. Bei dem Ausgelachten empfiehlt sich eine Entschuldigung und der Hinweis, dass das Kind am Lernen und Experimentieren ist. Für ein paar Ratschläge für den Nachwuchs ist später immer noch Zeit.


Kinder beobachten ihre Eltern sehr genau, vor allem im ersten Lebensjahr. Da ihnen selbst die Welt weitgehend unbekannt ist, lernen sie von den Eltern, worüber man lacht und worüber nicht. Da leuchtet es ein, dass Kinder mit lustigen Eltern später wahrscheinlich selbst viel Grund zum Lachen finden. Wer lacht, ist glücklicher, lernt leichter und lebt insgesamt gesünder. Dies haben verschiedene Studien erwiesen. Falls Ihr Kind Ihrer Meinung nach zu wenig lacht, sollten Sie sich selbst einmal gründlich prüfen. Wie viele Gründe gibt es für Sie, in schallendes Gelächter auszubrechen? Sind es reichlich wenige, dann nehmen Sie sich ein Beispiel und lachen Sie mit Ihrem Kind, sooft es nur geht.

 


Ironie und warum Kinder sie nicht verstehen


Ironie ist eine beliebte Form des erwachsenen Humors, die Steigerung davon wird als Sarkasmus bezeichnet. Für Kinder ist diese Kommunikationsform nur schwer zu begreifen, weichen Gesagtes und Gemeintes voneinander ab, wird es verwirrt und unsicher. Kinder kennen die Welt nicht so wie die Erwachsenen und sind darauf angewiesen, dass diese ihnen die Wahrheit sagen. Für ein Kind ist Ironie oft nicht viel mehr als eine durchschaubare Lüge – und Lügen ist nicht erlaubt. Ein Kind, das viel mit Ironie oder sogar Sarkasmus konfrontiert wird, wird nach und nach Misstrauen auf der einen und mangelndes Selbstvertrauen auf der anderen Seite entwickeln. Da es Ironie nicht erkennt und die Aussage nicht differenzieren kann, zweifelt es an seiner eigenen Wahrnehmung - und das ist fatal für die kindliche Entwicklung.

 


Humor in der Erziehung


Wer lacht, lernt leichter und ist kooperativer, das haben viele Studien bewiesen. Diesen wichtigen Aspekt des kindlichen Lernens können sich Eltern in der Erziehung zu Nutze machen. Übertragen Sie Ihrem Kind Aufgaben mit einem Lächeln und einem kleinen altersgerechten Scherz und verpacken Sie auch Kritik in freundliche und sogar lustige Worte. Allerdings müssen Erwachsene darauf achten, dass ihr Kind sich dennoch ernst genommen fühlt und sie selbst ihre Autorität behalten. Es geht nicht darum, sich vor dem Kind zum Clown zu machen. Klare Grenzen und Regeln sind wichtig.

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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