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23 Januar, 2015 - 11:15
 

Absprachen mit der Ex-Frau - wie kann es funktionieren?

Wird eine Beziehung beendet, beginnt eine neue Zeitrechnung. All das, was vorher gemeinsam geplant und gemacht wurde, wird nun aus zwei Blickwinkeln betrachtet. Für die ehemaligen Partner bedeutet diese neue Situation, dass die Kommunikation anders gestaltet werden muss. Das ist ein Lernprozess, der nicht immer reibungslos verläuft.

© Edyta Pawlowska - Fotolia.com

Im besten Fall wird eine Trennung „zivilisiert“ vollzogen. Das gelingt am ehesten, wenn sie einvernehmlich stattfindet. In einigen Fällen verstehen sich Paare nach der Trennung viel besser als während der Beziehung. Ein Grund, es noch einmal mit der Ex zu versuchen, ist das allerdings nicht zwingend. Wenn es kein Zurück mehr gibt, muss der Blick nach vorn gerichtet werden. Es gilt, Absprachen zu treffen, die verbindlich sind und an denen sich alle Beteiligten orientieren können.


Das Kind geht vor

Beide Elternteile sollten sich immer im Klaren darüber sein, dass „Schmutzige Wäsche“ in erster Linie dem Kind (oder den Kindern) schadet. Versuchen Sie, mit Ihrer Ex-Partnerin herauszuarbeiten, dass der Nachwuchs Vorrang hat. Oft kann das gelingen, denn bei allen Differenzen, die zur Trennung geführt haben, ist der Wunsch nach dem Wohl des Kindes bei beiden meist stark ausgeprägt. Viele Paare, die es geschafft haben, bei ihren Absprachen Lösungen zu finden, die für alle Beteiligten gut sind und keine weiteren Konflikte schaffen, blicken mit einem gewissen Stolz auf ihre Leistung zurück.
Es geht übrigens nicht nur um Absprachen mit der Ex-Frau, sondern auch um das Gespräch mit dem Kind. Schließlich muss es ebenfalls mit der neuen Situation leben. Für beide Elternteile ist es zudem viel einfacher, sich an Absprachen zu halten, wenn das Kind mit beteiligt wurde (vorausgesetzt, es ist alt genug). Es schafft mehr Verbindlichkeit und so bessere Chancen darauf, dass es auch funktioniert.


„Es geht ums Prinzip!“

Eben nicht! Wenn Sie an dem Punkt sind, an dem über „das Prinzip“ gestritten wird, ist es schwierig, zu sachlichen Lösungen zu kommen. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Oft geht es um Geld oder liebgewonnene Gegenstände, aber auch das Sorgerecht ist ein hochexplosives Thema. Zu klaren Ansprachen kann es im Grunde erst kommen, wenn die emotionalen Verletzungen überwunden sind. Solange der Schmerz noch tief sitzt und Rachegelüste das Gefühlsleben bestimmen, ist es eher unwahrscheinlich, zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen. Trotzdem gehören diese Verletzungen natürlich dazu, wenn man sich trennt. Wer stärker leidet, ist ganz unterschiedlich. Hinsichtlich des Besuchs- oder Sorgerechts hat es die Frau aber in aller Regel leichter. Es ist also nicht nur aus emotionaler Sicht besser, zu gemeinsamen Absprachen zu kommen. Man könnte sagen, dass auch aus taktischen Erwägungen eine einvernehmliche Lösung vorteilhaft ist.


Wenn nichts mehr geht: der Mediator

Selbst wenn Sie noch so bemüht sind, mit Ihrer Ex-Partnerin zu verlässlichen Absprachen zu kommen, muss es nicht funktionieren. Das kann an der Partnerin liegen, an der gemeinsamen Geschichte, die nun hemmt. Oder auch daran, dass die Fronten einfach zu verhärtet sind. Denn man muss das auch ganz realistisch sehen: Manchmal ist für vernünftige Entscheidungen die Stimmung schlicht zu vergiftet. Häufig erkennen das aber beide Elternteile. Eine Lösung kann dann ein Mediator sein. Mediatoren werden oft als eine Art „Seelentröster“ betrachtet, doch das greift viel zu kurz. Ein Mediator muss zwar einfühlsam sein und ein Ohr für beide Seiten einer Trennung haben. Er muss aber auch ganz sachlich nach Lösungen suchen. Wenn es zu keinen klaren Absprachen mit Ihrer Ex-Frau kommen kann, ist der Mediator unter Umständen die beste Lösung. Vielleicht sogar die Letzte.
Der Mediator zeigt zuweilen nicht nur Lösungswege, die zu klaren Absprachen führen. Er bringt auch Klarheit über die Hintergründe der scheinbar unlösbaren Konflikte. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten und Missverständnisse, die tiefe Gräben zwischen die Ex-Partner ziehen. Es ist aber auch möglich, dass beispielsweise die Großeltern mehr Einfluss auf die Trennung nehmen, als Sie angenommen haben. Mediatoren haben schon Außergewöhnliches geleistet, der Gang zu ihnen ist also kein Zeichen von Kapitulation, sondern unter Umständen ein sinnvoller Schritt.


Fazit

Klare Absprachen mit der Ex-Partnerin sind keine Magie. Wenn Sie einige Punkte beachten, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es auch nach der Trennung harmonisch läuft, recht hoch.

  • Suchen Sie das sachliche Gespräch mit Ihrer Ex-Frau. Versuchen Sie, zunächst akute Verletzungen abklingen zu lassen.
  • Treffen Sie die Absprachen so, dass sie keinen Interpretationsspielraum zulassen. Eine Formulierung wie „Regelmäßige Treffen mit dem Kind“ ist kontraproduktiv. „An jedem zweiten Wochenende (gerade Kalenderwochen)“ ist klarer und eindeutiger.
  • Holen Sie Ihr Kind mit ins Boot. Es hat ein Recht auf Informationen und muss beteiligt werden (Das gilt natürlich nur, wenn Sie mit Ihrer Ex-Partnerin eine vernünftige Ebene gefunden haben. Ist das nicht der Fall, gerät das Kind nur in Gewissenskonflikte, wenn es am Konflikt direkt beteiligt wird.).
  • Nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch, wenn die Situation festgefahren ist. Ein Mediator kann effektiv helfen, selbst aussichtslose Machtkämpfe zu erkennen und zur Lösung beitragen.
     
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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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