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21 Oktober, 2017 - 08:27
 

Stadtkinder und Natur

Für Kinder, die auf dem Land leben, ist es eine Selbstverständlichkeit: Sie wachsen mit und in der Natur auf und begreifen sie von Anfang an als Teil ihres Lebens. Doch wie geht es den Stadtkindern? Hier müssen Sie dafür sorgen, dass Ihr Kind eine Verbindung zur Natur knüpfen kann.

© JENS SCHMIDT - Fotolia.com

Wieso ist das eigentlich so wichtig? Wozu brauchen Kinder den Kontakt zur Natur, zu ihrem Lebensraum? Wieso müssen sie wissen, dass eine Kuh nicht lila, sondern schwarz, braun oder weiß ist? Diese Frage ist leicht zu beantworten: Nur was man kennt und liebt, das achtet man auch und nur ein Kind, das sich der Natur bewusst ist, wird ein Interesse daran entwickeln können, seinen Lebensraum zu erhalten. So ist die Heranführung des Kindes an die Natur bereits der erste Schritt zum gelebten Umweltschutz.


Die Welt entdecken

Wenn ein Kind auf die Welt kommt, kennt es nichts als den Herzschlag seiner Mutter. Alles ist neu,fremd und wundersam. Mit jedem Tag, den es auf der Welt verbringt, lernt es Neues dazu. Was das ist, entscheiden in den ersten Lebensjahren vornehmlich die Eltern und gerade in dieser Zeit ist es wichtig, dass ein Kind so viel wie möglich von seinem Lebensraum kennen- und lieben lernt. Besonders das Leben in und mit der Natur hat hier einen großen Stellenwert. Der Aufenthalt in der freien Natur macht die Welt für Kinder greifbar. Alles dort lässt sich anfassen, beriechen, fühlen, schmecken, hören. Die kindlichen Sinne entwickeln sich in dem Maß, in dem sie angeregt werden. Gerade bei Stadtkindern sind die Anregungen häufig eingeschränkt: Sie befinden sich viel in Innenräumen, Naturräume wie Parks oder Spielplätze sind oft stark von menschlicher Hand gestaltet. Halten sich Kinder ausschließlich in dieser Umgebung auf und sehen sie darüber hinaus noch viel Fernsehen oder sitzen vor dem Computer, verkümmern die Sinne und auch das Gefühl für die Natur. In späteren Jahren lässt sich dies selten wieder wirklich hervorholen, der Kontakt zu unserem Lebensraum ist abgerissen.


Natur ungestört erleben

Die beste Möglichkeit, die eigenen Kinder die Natur erleben zu lassen, ist ein freier Aufenthalt dort – und das möglichst oft, bei jedem Wetter und zu allen Jahreszeiten. Planen Sie mit Ihrem Kind regelmäßig Spaziergänge in weitgehend unberührter Natur ein. Drängen Sie dort nicht auf das Erreichen eines Zieles, sondern lassen Sie Ihrem Kind Zeit und Raum, die Wunder der Natur zu entdecken. Und wenn es fünf Minuten staunend vor einem Strauch steht und zusieht, wie ein perfektes Spinnennetz entsteht, dann sollten Sie geduldig warten oder am besten einfach mit zusehen und selbst dieses Wunder an Präzision bestaunen. Eilige Spaziergänge von A nach B bremsen den Forscherdrang des Kindes und entziehen ihm die Möglichkeit, die Natur in seinem eigenen Tempo wahrzunehmen. Damit Ihr Kind sich in der Natur frei bewegen kann, eignen sich auch Picknicks auf einer Waldlichtung statt im Stadtpark oder ein Besuch am Badesee statt im Freibad.

Wichtig ist, dass Ihr Kind nicht ausschließlich von Erwachsenen vorsortierte Entdeckungen macht, wie es zum Beispiel im Zoo oder im Botanischen Garten der Fall ist, sondern sich aus der Fülle der Natureindrücke diejenigen heraussuchen kann, die ihm spontan ins Auge fallen. Lassen Sie Ihr Kind experimentieren, klettern, sich schmutzig machen, lassen Sie es aber auch scheitern: Wenn es einen unreifen Apfel kostet und die Erfahrung macht, wie sauer er schmeckt oder wenn es einen zu dünnen Stamm zum Balancieren wählt und dieser dann unter ihm nachgibt.


Natur in der Stadt

Als Ergänzung können Kinder auch im Wohnraum oder auf dem Balkon Naturer entdecken und eigene Experimente machen: Lassen Sie Ihr Kind eigene Säh- und Pflanzexperimente machen. Dazu eignen sich Kressesamen, die auf einem Badeschwamm oder Watte bestens gedeihen – bei regelmäßiger Wässerung versteht sich. Auch getrocknete Zitronen- oder Orangenkerne keimen in einigen Tagen, wenn sie in einem Blumentopf angesät werden. Auf dem Balkon kann in den warmen Monaten ein kleiner Kräutergarten angelegt werden. Wenn es die Örtlichkeiten hergeben, kann der Balkon auch für Wasserspiele genutzt werden: Steine, Muscheln, Blätter in einer großen Wasserschüssel und ein Löffel ergeben ein lustiges Angelspiel, mit kleineren Gefäßen lassen sich amüsante Schüttspiele gestalten.

 

Es liegt in unserer Verantwortung, unseren Kindern die Natur nahezubringen und in ihnen Liebe und Respekt für unseren Lebensraum zu wecken. Auch Sie werden davon profitieren, wenn Sie zusammen mit Ihrem Kind die Welt, in der wir leben, neu entdecken.

 


Zum Weiterlesen:

www.kindergartenpaedagogik.de/1030.html
 

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Autor

Redaktion1 Vaterfreuden.de