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20 September, 2012 - 11:24
 

Der erste Urlaub nur mit meinem Vater

Vor ziemlich genau 28 Jahren begaben sich mein Vater und ich auf eine Reise, von der wir nur wussten, wann sie beginnen und enden würde. Als grobes Ziel hatten wir Spanien ausgemacht. Sie begann in der ersten Sommerferienwoche und endete in der letzten  ...

Die Art und Weise wie diese Reise zu Stande kam, unter welchen Vorzeichen sie stand, welche Wege wir eingeschlagen, was wir erlebt und wie wir die Zeit verbracht haben, sind meinem Vater und mir bis heute in Erinnerung geblieben...
 
 
Vorzeichen
 
Das besondere an unserer Reise war, dass sie 1984 stattfand und ich als 14-jähriger gerade ein paar Monate vor den Sommerferien zu meinem 32-jährigen Vater gezogen bin, den ich sechs Jahre lang alle paar Wochenenden gesehen habe. Meine Eltern hatten sich scheiden lassen, als ich 8 Jahre alt war. Ich wollte nach der Trennung eigentlich zu meinem Vater, blieb aber bei meiner Mutter, weil da noch mein 2 Jahre jüngerer Bruder war und alle meine Freunde in direkter Nähe wohnten. Mein Vater wohnte zwar in der nächstgrößeren Stadt, aber das war als 8-jähriger zu weit weg, um meine Freunde sehen zu können. Einen anderen Austausch, als über das obligatorisch grüne Wählscheibentelefon der Eltern gab es damals nicht … und das wäre kein Ersatz gewesen.
 
Mit dem neuen Mann meiner Mutter kam ich jedoch von Anfang an nicht klar und machte aus meiner Antipathie offensichtlich keinen Hehl, was unweigerlich zu soviel Stress führte, dass meine Mutter nach jenen 6 Jahren die Reißleine zog und keine andere Lösung fand, als mich in ein Internat zu geben. Meinen Vater zog sie nicht in Betracht, weil er nach der Scheidung gewissermaßen abgestürzt war und sich noch stärker in Studium, bzw. später in seinen Job und Nebenjobs stürzte, um neben den Alimenten in seiner 23m² großen Bude noch etwas vom Leben zu haben.
 
Mein Vater erfuhr von dem Vorhaben und wollte um jeden Preis verhindern, dass ich in ein Internat gehen sollte. Er setzte allerlei Hebel in Bewegung, legte sich eine größere Wohnung zu, bekam das Sorgerecht zugesprochen und ehe ich mich versah, durfte ich zu meinem Vater ziehen. Als er dann eines Tages fragte, ob ich Lust hätte zu ihm zu ziehen, war ich sofort Feuer und Flamme. Ich wollte eh nur weg von dem Ort, an dem ich mich immer unwohler fühlte und meine besten Freunde nach und nach mit ihren Familien auswanderten. In so fern war der Umzug zu meinem Vater in vielfältiger Weise eine Befreiung. Es änderte sich mit einem Schlag so vieles für mich … Sonntags ausschlafen, statt halb neun Frühstück, gemeinsam Sport treiben, zusammen Musik hören, ein eigenes Zimmer ... Alles wurde entspannter und kurz gesagt, es fühlte sich nun richtiger an.
 
 
Reisevorbereitung
 
Als nächstes stellten wir uns die Frage, wie wir zwei, die sich seit sechs Jahren nur alle paar Wochenenden für ein paar Stunden gesehen haben, die Sommerferien verbringen könnten. Ich fand, es wäre eine tolle Idee mit ihm zusammen zum Bauernhof am Schliersee zu fahren, zu dem meine Mutter die letzten drei Jahre gefahren ist. Er teilte diese Meinung nicht; er wollte nicht meiner Mutter und seinem „Nachfolger“ über den Weg laufen. Doch das hatte ich damals noch nicht verstanden.
 
Mein Vater hatte eine andere Idee und begeisterte mich dafür, in dem er sie mit mir gemeinsam umsetzte. Er hat sich für wenig Geld bei einem Bekannten einen alten VW-Bus gekauft, den wir zusammen nach seinen Vorstellungen so ausgebauten, so dass wir nicht nur in dem Bus bequem fahren, schlafen, sondern auch sitzen, essen und spielen konnten.
 
 
Los geht´s
 
Ein paar Tage nach Beginn der Sommerferien 1984 fuhren wir gegen Mittag los, weil wir es einfach nicht geschafft haben, nicht zu trödeln, aber eigentlich war das auch egal. Wir hatten es ja nicht eilig, wir hatten Urlaub und wollten uns einfach treiben lassen. Als grobes Ziel war Spanien auserkoren. Er kannte Spanien von seinen Urlauben zuvor und wollte mir Land und Leute zeigen.
 
Da so ein alter VW-Bus nicht der schnellste ist, kamen wir am ersten Tag nur bis kurz vor Trier und hielten auf einem Autobahnparkplatz an, weil wir zu müde vom Packen und Verstauen waren, um uns um einen richtigen Platz zu kümmern. Am nächsten Morgen fiel uns auf, dass der Bus nicht mehr nur knapp 100 km/h fuhr, sondern zunehmend weniger. Bis nach Trier schafften wir es aus eigener Kraft nicht mehr, der liebe ADAC hat uns zur nächsten VW-Werkstatt abgeschleppt. Prima Start.
 
Dort schaute man in unseren VW und meinte, „Uh, der Motor ist hin. Wir können da was flicken, dann kommen Sie mit ihm bestenfalls gerade noch nach Hause. Wir können Ihnen aber für 2000 Mark einen neuen Motor einbauen“. 2000 Mark entsprach in etwa unserer Reisekasse und hätte das Ende der Reise bedeutet, bevor sie beginnen sollte. Entsprechend entrüstet rief mein Vater von der nächsten Telefonzelle den Verkäufer des VW-Busses an. Der riet uns, uns nichts andrehen zu lassen, er habe den Busses besten Wissens verkauft und der Motor sei auf keinen Fall kaputt. Er würde sogleich losfahren und uns helfen...
 
Die Stunden vergingen wie Honig, aber drei Stunden später war der gute Mann da und entschuldigte sich für die Verzögerung, er habe nur noch eben schnell vorsichtshalber einen Ersatzmotor organisiert. Wow! Soviel Service hatten wir im Leben nicht erwartet.
 
Er warf einen kurzen Blick in das Heck und Motor des VW-Busses und lachte. Er fand heraus, dass am Motor einfach nur ein Riemen durch sei. Den hat er dann schnell ersetzt und schmunzelte, dass er doch wusste, dass der Motor nicht kaputt sein konnte.
 
Da in der Nähe von Trier die Eltern eines Arbeitskollegen meines Vaters wohnten und dieser zufällig auch da war, sind wir mit dem reparierten Bus dorthin gefahren und blieben für drei Tage. Der Kollege ist bis heute ein wirklich herzlich netter Kollege und so etwas wie Urlaub und Wohlfühlen stellte sich nach dem ersten Schrecken schnell ein.
 
Am zweiten Tag sind wir zu dritt in einem Sportflugzeug mit geflogen, in dem auch drei Fallschirmspringer saßen. Einer von denen saß vor mir an der offenen Tür, aus der es unfassbar laut zog. So laut, dass es mir unmöglich war ihm oder jemand anderen erklären zu können, dass sein Fallschirm gerade meine Beine und Füße zermalmt. So war ich froh, als er nach einer gefühlten Ewigkeit sich kurz in die Runde umdrehte, grüßte und johlend mit den anderen beiden aus dem Flugzeug sprang … und mir einen freien Blick auf die Welt unter uns ermöglichte. Beine und Füße erholten sich bis zur Landung unter dem Eindruck des freien Blickes auf die Erde.
 
Nach Trier fuhren wir einfach weiter Richtung Spanien und kamen durch Frankreich durch. Da es damals noch keine Navis gab, war ich für die Karten und Navigation zuständig. Ich lernte was die Linien auf diesen Faltkarten bedeuten, wie man die Karten faltet, ohne dass sie einreißen und wo sich Rastplätze als Pause eigneten. Meinem Vater gab ich dann entsprechende Hinweise, wo er am besten abbiegen sollte. Das war nicht nur etwas neues für mich, sondern damit auch eine völlig andere Art des „in-den-Urlaub-fahrens“. Bis dahin durfte ich nur hinten sitzen und am besten ruhig sein.
 
Auf der Autobahn klemmte sich mein Vater immer wieder gerne hinter LKWs in deren Windschatten und meinte, dass wir dadurch reichlich Sprit sparen würden. Wenn er dann und wann überholte, hat er sich jedes mal per winkender Hand und Blinker beim LKW-Fahrer bedankt, die prompt mit Lichthupe zurück grüßten.
 
Einmal hat er sogar einen Fahrer zu einem Kaffee und Brötchen eingeladen, da er an der selben Raststätte anhielt wie wir und aus Deutschland kam. Mit ihm haben wir dann plaudernd unsere Pause verbracht. Auf dem Parkplatz habe ich einen hellen Mini gesehen, der an seiner Hängerkupplung eine dunkle Segeljacht angehängt hatte, die mindestens 2-3 mal so lang wie der Mini selbst war. Ein kurioses Bild, das ich bis heute nicht vergessen habe. Es wäre ein Foto wert gewesen, aber wir hatten damals keine Kamera dabei. Wir hatten sie beim Packen schlichtweg vergessen, aber am Ende nur selten vermisst.
 
Die Reise führte uns in Spanien gleich mal nach Barcelona, einer so riesigen Stadt, wie ich sie bis dahin noch nicht gesehen hatte. Wir gingen irgendwo einkaufen und bummelten anschließend herum. Von Barcelona aus sind wir nach Tarragona an einen Campingplatz gefahren, der halb bewaldet, halb am Hang lag und an dessen Hügelende ein mittelgroßer, schöner, weicher, warmer, feinsandiger Strand lag, der überwiegend von den Campinggästen und Einheimischen genutzt wurde. Das gefiel uns so gut, dass wir hier gleich mal 2 Wochen verbrachten und recht schnell vergessen hatten, dass wir auch irgendwann mal wieder heimfahren müssen.
 
Da mein Vater damals auch recht gut spanisch sprach, fanden wir schnell heraus, wo man dort am besten einkaufen und essen gehen konnten. Außerdem hat mein Vater eine unkomplizierte, kommunikative Ader, so dass sich bald auf dem Campingplatz andere Eltern mit Kindern fanden, mit denen ich dann herum toben oder die Wellen mit unseren Luftmatrazen als Surfbrettersatz erobern konnten. Wenn dann abends die Kinder schliefen gingen, fand sich für meinen Vater immer irgendwer mit dem er plaudern, philosophieren und lachen konnte.
 
Von Tarragona aus ging es eine lange Weile weiter runter bis nach Almería, weil er dort immer schon mal hinwollte. Auf dem langen Weg dahin brachen uns beide Fensterkurbeln ab, elektrische Fensterheber hatte der Bus ebenso wenig, wie eine Klimaanlage. Da sich gerade keine Schrottplätze fanden, auf denen wir ganz eventuell Ersatz hätten beschaffen können, mussten wir improvisierten und kurbelten fortan mit einer Zange die Fenster rauf oder runter. Die Zange hatten wir Glückspilze zufällig bei unseren Arbeiten am Bus im Handschuhfach vergessen. Da es tagsüber während der Fahrt eh so unglaublich heiß war, hatten wir die meiste Zeit die Fenster eh unten. Nur abends oder wenn wir mal einkaufen waren, war das schon eine sprichwörtliche Kurbelei...
 
In Almería angekommen staunten wir schon lange vor dem Ort ob der Weiten von Tomatenfeldern und schauten auf dem Weg zum Campingplatz direkt am Meer gefühlte hunderte Male nach, ob wir noch auf dem richtigen Weg sind. Tomatenbüsche sind furchtbar schlechte Navigationshilfen...
 
Aber wir kamen an und fragten uns noch beim Auspacken des Campingtisches, was uns hier hin verschlagen hat. Meinem Vater fiel es nicht mehr ein. Aber egal, wir hatten eine lange heiße Fahrt hinter uns und blieben erst mal. Gefühlte 120 % Luftfeuchtigkeit, deutlich über 35°C ließen auch tags drauf jede Bewegung in Schweiß ausarten. Hier bekamen wir einen Eindruck von kollektivem Langsamgehen und bloß nicht zu viel bewegen. Hier rannte keiner!
 
Selbst barfuß konnte man dort nicht herumlaufen, weil selbst die Grasstoppeln einfach zu heiß waren. Da der Strand nicht mal 100 m von unserem Stellplatz entfernt lag und Strand nach Wasser und Abkühlung roch, wagten wir uns mäßigen Schrittes nur mit Badehose und Schlappen bekleidet zum Strand. Doch es folgte die nächste Enttäuschung. Statt des von Tarragona verwöhnten Sandstrandes fand sich dort nur grober Kies, der – natürlich - auch brennend heiß war. Also sind wir mit unseren Schlappen ein paar Schritte ins Meer gegangen, was mäßig erfrischend war. Selbst der Weg zur Dusche war umsonst, denn nach dem Rückweg war man genauso nass geschwitzt wie vorher. Entspannung und Erholung sehen irgendwie anders aus.
 
Auch sonst sind zig tausend Quadratkilometer Tomaten um einen herum wenig unterhaltsam, so dass wir uns tags drauf wieder auf den Heimweg machten, nochmal in Tarragona anhielten, den Sandstrand und die Wellen enterten und zwei Tage später weiter Richtung Heimat fuhren.
 
Hinter Barcelona meinte mein Vater, dass er eigentlich schon immer mal durch Andorra fahren wollte, was wir auch dann auch kurzerhand taten und das Glück hatten, am frühen Abend noch einen freien Platz auf einem Campingplatz kurz vor dem Anstieg zu finden. Ringsherum Berge und Bäume und deutlich erfrischend kühler.
 
Am nächsten Tag quälten wir unseren Bus hoch hinaus, hatten phantastische Aussichten und eine noch schönere Abfahrt, bei dem wir den Bus einfach nur rollen ließen. Zwischendurch hielten wir an, machten Rast und genossen die Aussicht und lachten über den Witz aus der VW-Werkstatt in Trier. Immerhin hatte der Bus da schon gute 3.500 km hinter sich und war gerade anstandslos die „spanischen Alpen“, wie er sie nannte, hoch- und wieder runter gefahren.
 
Bis zur französischen Grenze war es nicht mehr weit und dort fanden wir auf einem Waldcampingplatz nicht nur einen schönen Platz, sondern mein Vater auch Gefallen an der Rezeptionistin, die kein Deutsch oder Spanisch sprach und er kein Französisch. Ich war recht neidisch, denn erstens verstand ich kein Wort und zweitens hatte ich das erste Mal im Urlaub den Bus am Abend für mich alleine und wartete auf meinen Vater … und beneidete ihn irgendwie.
 
Wir blieben aber nur für diese eine Nacht, obwohl es ein schöner Campingplatz war und nahmen Kurs auf die Schweiz, weil ein weiterer Arbeitskollege dort am Genfer See gerade Urlaub machte. Ich glaube, wir haben die Strecke zwischen Genf und Lausanne etwa drei Mal abgefahren, den Genfer See aber nicht gefunden, weil er einfach nicht ausgeschildert war. Hier haderten wir beide mit der Faltkarte, denn so viele große Seen gibt es in der Nähe von Genf nicht. Wir sahen alle Nase lang Abfahrten zu einem „Lac Léman“ und hatten irgendwann jene Nase voll, fuhren rechts ran und fragten uns durch. Die ersten beiden lachten uns aus und gingen weiter und der Dritte erklärte nicht minder belustigt, dass „Lac Léman“ doch der Genfer See sei. Er sei halt hier nur auf französisch beschildert …
 
Sowas! Den Campingplatz und den Kollegen fanden wir dann vergleichsweise schnell und blieben ein paar Tage in Genf. Da nun der Weg von Genf zum Schliersee quasi auf dem Heimweg lag und wir mit dem Abenteuer Almería Zeit eingespart hatten, nahmen wir Kurs auf den Bauernhof, auf dem meine Mutter, Ihr Mann und mein Bruder waren. Ich freute mich auf ein Wiedersehen mit meinem Bruder und dem Bauernhof und darauf, dass ich denen soviel zu erzählen hatte. Aber kaum am Bauernhof angekommen, verflog sogleich der Charme, den er die Jahre zuvor versprüht hatte. Ich fühlte mich wie ein Fremdkörper und mir war nicht wohl. Meinem Vater ging es ähnlich. Zum Erzählen hatte ich keine Lust mehr und aus dem Vorhaben hier noch eine Woche gemeinsam zu bleiben, wurde nicht viel. Mein Vater und ich fuhren nach zwei Tagen zerknirscht weiter.
 
Da es für den Heimweg noch zu früh war, fuhren wir aus einer Laune heraus nach an die Donau nach Passau setzten unsere Abenteuerfahrt fort. Es begann damit, das wir sehr sympathische Campingplatznachbarn hatten, eine tschechische Familie mit Vater, Mutter, Sohn, Opa und Onkels, die das gleichen Hobby hatten, wie ich: angeln. Erst da fiel uns auf, dass wir bis dahin im Urlaub noch gar nicht geangelt hatten und kramten unsere Angeln aus den Untiefen des Busses hervor. So wurde am Tag geangelt, abends gemeinsam gegrillt, mit Händen und Füßen erzählt, gelacht, von den älteren Vodka aus Trinkbechern getrunken und noch mehr gelacht. Da unser tschechisch nicht mal ansatzweise vorhanden und deren Deutsch nur stückchenweise vorhanden waren, müssen unsere Abende ein Feuerwerk der Improvisation und Herzlichkeit gewesen sein. Denn wir wurden von unseren Nachbarn eingeladen zu ihnen nach Hause zu kommen und dort noch mal zusammen zu feiern.
 
Gesagt, versprochen und getan. Wir sind übers Wochenende noch mal schnell rüber in die Tschechei gefahren und haben dann mit der ganzen Familie gegrillt, gefeiert, erzählt und gelacht. Am Nachmittag fuhren wir dann Richtung Heimat, mussten aber müde wie wir waren, noch vor der Grenze „rechts ran“ und pennen. Wir wurden gegen fünf Uhr morgens rüde von der tschechischen Polizei geweckt, weil wir uns auf einem Parkplatz gestellt hatten, wo Camper nicht gern gesehen werden und mussten verschlafen, mit Haaren auf halb acht losfahren. Hinter der deutschen Grenze fanden wir einen Rastplatz und schliefen dort ein Weilchen weiter, um am nächsten Tag den Heimweg anzutreten...
 
Am Ende sind wir rund 5.600 Kilometer zusammen gefahren. Ich durfte Frankreich, Spanien, Andorra, Schweiz und die Tschechei, Land und Leute, sowie eine damals vollkommen neue Art von Urlaub kennenlernen … Freilich enthält der Reisebericht nicht alle Stationen, aber die meisten und damit jene, die uns beiden in Erinnerung geblieben sind.
 
Diese Reise mit meinem Vater und die lange Zeit, die mein Vater mit mir geteilt hat, ist bis heute unerreichbar und nicht wiederholbar. Vor drei Jahren bin ich anlässlich unseres 25-jährigen Reisejubiläums von meinem Vater zu einem gemeinsamen Kurzurlaub an die belgische Küste eingeladen worden. Es war freilich nicht mehr wie damals, es war anders und doch sehr schön. Es gab viel zu erzählen, an alten Geschichten und Erinnerungen. Es ist eben etwas anderes, ungeteilte Aufmerksamkeit zu bekommen und mittlerweile auch zurück geben zu können …
 
Mit meiner Mutter, ihrem neuen Mann, meinem Vater und seiner neuen Frau, sowie meinem jüngsten Halbbruder väterlicherseits haben wir alle seit einigen Jahren ein sehr gutes Verhältnis. Nicht zuletzt durch den Nachwuchs meines Bruders und durch unseren eigenen Nachwuchs. Irgendwie schweißen - zumindest in unserem Falle - spätestens die Enkel die Familie wieder zusammen und erinnern uns an unser menschliches Bestreben Geborgenheit zu suchen und zu geben …
 
Der Bus brachte uns im Sommer 1985 mit zwei Freunden meines Vaters sogar bis runter nach Fuengirola (hinter Málaga) und zurück. Ende 1985 hat uns vor der Haustüre irgendein Depp die Beifahrerscheibe eingeschlagen und das alte Radio geklaut, dabei hätte er nur die Türklinke betätigen müssen, denn abschließen ließ sich der Bus mittlerweile nicht mehr … Kurz danach ging der Bus in Rente und kann sicherlich von einer Menge Abenteuer erzählen ...
 
 
 
 
Autor: Midiator
 
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Redaktion Vaterfreuden.de
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