Skip to main content

Suche

5 Februar, 2011 - 11:39
 

Familienplanung - mechanische Verhütungsmittel und weitere Methoden

Im ersten Teil hat vaterfreuden.de die Möglichkeiten der hormonellen Verhütung erklärt, im zweiten Teil geht es nun um andere Arten zu verhüten – vor allem interessant für Frauen, für die die Empfängnisverhütung mit Hormonen nicht in Frage kommt.

© Deklofenak - Fotolia.com

 

Manche Frauen vertragen Eingriffe in den Hormonhaushalt nicht. Sie leiden unter den Nebenwirkungen, die ihren Alltag und auch die Sexualität beeinträchtigen. Für diesen Fall gibt es Verhütungsmittel, die mechanisch und zum Teil auch mit empfängnisverhütenden Cremes eine Schwangerschaft verhindern.

 

Das Kondom

Als bekanntestes mechanisches Verhütungsmittel zählt immer noch das Kondom. Gleichzeitig ist dies die einzige Methode, bei der der Mann für die Empfängnisverhütung zuständig ist. Kondome funktionieren ganz simpel. Sie bestehen in der Regel aus Latex und bilden eine sichere Barriere für das Sperma. Das Kondom gehört mit einem Pearl-Index von 3 bis 4 zu den vergleichsweise weniger sicheren Verhütungsmitteln. Der Pearl-Index  beschreibt die Zuverlässigkeit der angewandten Verhütungsmethode, je niedriger, desto sicherer. Im Fall der Empfängnisverhütung mittels Kondomen heisst das, dass von 100 Frauen, die über ein Jahr mit der angegebenen Methode verhütet haben, drei bis vier schwanger wurden. Trotzdem verhüten manche Paare ausschließlich mit Kondom – und das ohne jegliche „Unfälle“.

 

Entscheidend sind die richtige Anwendung und die Verwendung hochwertiger und unbeschädigter Produkte. Neben der Empfängnisverhütung erfüllen die Überzieher eine weitere große Aufgabe: Sie schützen zuverlässig vor Geschlechtskrankheiten aller Art sowie vor einer HIV-Infektion. Kondome haben keine Nebenwirkungen, die einzige Einschränkung in der Anwendung besteht für Latexallergiker. Diese müssen auf latexfreie Kondome aus dem Fachhandel zurückgreifen.

 

Das Frauenkondom

Femidom heißt das Kondom für Frauen, das in den 80er Jahren von einem dänischen Arzt entwickelt wurde. Es besteht aus einem Polyurethanschlauch, der in die Vagina eingelegt wird. Am Scheideneingang wird der Schlauch durch einen Ring gehalten, ein weiterer Ring am anderen geschlossenen Ende legt sich vor den Muttermund und sorgt dafür, dass der Schlauch gut sitzt. Beim Geschlechtsverkehr bildet das Frauenkondom die Barriere für das Sperma. Der Pearl-Index schwankt hier je nach Handhabung zwischen 5 und 25. Auch diese Art der Verhütung schützt zuverlässig vor Geschlechtskrankheiten und ist nebenwirkungsfrei.

 

Das Diaphragma

Diaphragmen sind kuppelförmige Kappen aus Latex, die am Rand mit einem stabilen, aber flexiblen Ring ausgestattet sind. In diesem Ring befindet sich eine Spiralfeder, die dafür sorgt, dass der Ring unter Spannung steht. Das Diaphragma wird vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt und liegt dann über dem Muttermund. Als Barriere verhindert es, dass Spermien in die Gebärmutter gelangen. Um die maximale Sicherheit zu erreichen, sollten Diaphragmen in Kombination mit samentötenden Gels oder Cremes verwendet werden. Diaphragmen gibt es in unterschiedlichen Größen, sie werden vom Frauenarzt angepasst. Der Pearl-Index liegt zwischen 4 und 6.

 

Die Portiokappe

Eine Portiokappe wirkt auf den ersten Blick wie ein Fingerhut oder wie eine Glocke und ist auch nicht sehr viel größer. Die Funktionsweise entspricht der des Diaphragmas, allerdings wird die Kappe ausschließlich über den Muttermund gestülpt und dichtet diesen ab. Auch bei dieser Verhütungsmethode sollte zur Erhöhung der Sicherheit ein spermienabtötendes Gel eingesetzt werden. Dann liegt der Pearl-Index ebenfalls zwischen 4 und 6. Nachteil der Portiokappe ist, dass sie sehr genau platziert werden muss, um als sicheres Verhütungsmittel zu fungieren.

 

Lea Contraceptivum (Pessar)

Diese Entwicklung aus den 1990er Jahren umschließt den Muttermund und wird dort durch einen Unterdruck gehalten, der mit einem eingearbeiteten Abluftventil erzeugt wird. Die tassenförmige Form erlaubt es, dass das Pessar aus Silikon nicht direkt auf der Portio, d.h. dem unteren Teil der Gebärmutter, aufliegt. Es kann bis zu 48 Stunden in der Vagina der Frau verbleiben und erlaubt so mehr Spontanität. Laut Hersteller liegt der Pearl-Index bei 2,2, wenn zusätzlich ein samentötendes Gel verwendet wird.

 

Sonstige Verhütungsmethoden

Frauen, die ihren Körper sehr gut kennen, können die Empfängnis auch durch verschiedene Methoden der Selbstbeobachtung durchführen. Die Kombination von Billingsmethode (Beobachtung des Zervix-Schleims), der Basaltemparaturmessung und der Kalendermethode (rechnerische Feststellung der fruchtbaren Tage) bietet bei konsequenter Anwendung einen zuverlässigen Überblick über fruchtbare und nichtfruchtbare Tage. Der Nachteil ist, dass an manchen Tagen kein Geschlechtsverkehr möglich ist. Alternativ kann dann natürlich mit einer der genannten mechanischen Methoden verhütet werden. In modernen Familien unterstützt ein Verhütungscomputer die Selbstbeobachtung.

Mechanische Verhütungsmethoden beeinflussen den Hormonhaushalt der Frau nicht. Demzufolge kann eine Schwangerschaft sofort mit dem Weglassen der Verhütung eintreten. Diese natürlichen Arten der Empfängnisverhütung haben alle den Nachteil, umständlich zu sein und die Sexualität zum Teil auch einzuschränken. Zudem sind einige weniger zuverlässig als hormonelle Methoden.

 

Zum Weiterlesen:

http://www.novafeel.de/sexualitaet/verhuetung/empfaengnisverhuetung.htm

Vaterfreuden auf Facebook   Vaterfreuden auf Twitter
Artikel bewerten
 

Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
randomness