Skip to main content

Suche

17 April, 2017 - 09:43
 

Wenn das Baby sitzen lernt – was Eltern beachten müssen

Ab dem achten Lebensmonat beginnen Babys so nach und nach das Sitzen zu lernen. Dieser Zeitpunkt liegt relativ spät, das ist aber auch gut so. Denn ist das Baby noch jünger, sind weder Knochen noch Muskulatur stabil genug, um die Sitzposition zu halten.

© Calek - Fotolia.com

Ein sitzendes Baby ist ein glückliches Baby. Diese Erfahrung machen die meisten Eltern und lassen sich deshalb dazu verleiten, ihr Kind zu früh in eine sitzende Position zu bringen und diese mit Kissen oder anderen Hilfsmitteln zu stabilisieren. Auch wenn das die elterlichen Nerven schont – für Babys Rücken ist das nicht der Hit. Besser ist, es das Sitzen selbstständig lernen zu lassen. Dann können Sie sicher sein, dass der Bewegungsapparat nicht überlastet oder geschädigt wird.


Sitzen lernen – der richtige Zeitpunkt

Der richtige Zeitpunkt fürs Sitzen lernen ist dann gekommen, wenn Ihr Kind sich darum bemüht, sich aus der liegenden Position zu befreien. Lassen Eltern der kindlichen Entwicklung freien Lauf, stellen sie häufig etwas Erstaunliches fest: Viele Kinder lernen erst krabbeln und dann sitzen. Aus dem Vierfüßlerstand, aufgestützt auf Händen und Knien kommt das Kind dann nach und nach über die Seite in einen selbstständigen Sitz.

Kinder lernen meist so um den achten Lebensmonat das Sitzen. Erst dann ist die Muskulatur von Rücken und Bauch genügend ausgebildet, die Wirbelsäule, die bei Neugeborenen noch eine C-Form hat, streckt sich langsam in die S-Form, die erst den aufrechten Gang und auch das Sitzen möglich macht. Dies ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen geht und für den das Kind regelrecht trainieren muss. Nehmen Sie ihm diesen Weg ab, indem Sie es zu früh aufsetzen und abstützen, kann es nicht nur zu Schäden an der Wirbelsäule kommen. Auch das Gefühl, es aus eigener Kraft geschafft zu haben, entgeht dem Kind – und das wiederum ist so wichtig fürs Selbstbewusstsein.


Das Baby lernt sitzen – das ist erlaubt

Wenn Ihr Baby noch nicht sitzen kann, aber dabei ist, es zu lernen, heißt das natürlich nicht, dass es nicht sitzen darf. Sie können Ihr Kind auf den Schoß nehmen, es darf im Kinderwagen mit schräger Rückenlehne und ab und zu sogar in Wippe oder Hochstuhl sitzen. Nur zum Dauerzustand darf diese gestützte Position nicht werden. Bewegungsfreiheit im Liegen ist sehr wichtig, damit das Baby immer wieder gefordert wird, seine Muskeln zu gebrauchen und zu stärken. Besonders gut ist die Bauchlage, Rücken und Bauch werden beim Bewegen und Abstützen ständig trainiert.


Wenn Babys noch nicht sitzen können – das sollten Sie keinesfalls tun

Klar, wenn das Baby sitzt und einen guten Überblick hat, ist es deutlich braver und zufriedener. Sie können noch eben die Küche aufräumen, die Papiere sortieren oder was auch immer Sie sonst zu tun haben. Für Notfälle ist das auch ok. Unterlassen sollten Sie es, Ihr Kind über längere Zeit in der Wippe oder im Hochstuhl sitzen zu lassen. Auch das Abstützen mit Kissen oder Decken über längere Zeit ist nicht gut für das Kind und seine Entwicklung. Längere Fahrten im Kindersitz sollten ebenfalls erst dann stattfinden, wenn Ihr Baby stabil sitzt. Müssen Sie Ihr Kind doch einmal über längere Zeit in der Sitzposition „parken“, sorgen Sie dafür, dass es danach über längere Zeit liegt, so dass sich die Wirbelsäule wieder entspannen kann.


Nur wer hinfällt, kann auch wieder aufstehen!

Die motorischen Entwicklungen in den ersten Lebensmonaten dienen nicht nur dazu, bestimmte Fähigkeiten zu erlernen und sich frei bewegen zu können. Die Lern- und Bewegungsschritte tun viel mehr. Sie machen dem Kind begreiflich, dass man sich manchmal anstrengen muss, um etwas zu erreichen, dass nach jedem Scheitern ein neuer Versuch gemacht werden kann und dass beständiges Üben und Probieren irgendwann zum Erfolg führt. Damit lernt Ihr Kind fürs Leben! Ein weiterer Aspekt sind die Auswirkungen auf die psychische und die Gehirnentwicklung. Fehlen wichtige Bewegungsschritte in der frühen Kindheit, kann das zu Unruhe, emotionalen Störungen und sogar zu Lernstörungen führen.

Nicht nur fürs Sitzen lernen, sondern auch für alle anderen Lernschritte Ihres Kindes gilt: Was es aus eigener Kraft schafft, tut ihm gut und je mehr Sie eher zuschauen, als Ihrem Kind zu helfen oder ihm etwas abzunehmen, umso größer ist sein Erfolgserlebnis. Das wiederum wirkt sich positiv auf das Selbstbewusstsein aus.
 

Vaterfreuden auf Facebook   Vaterfreuden auf Twitter
Artikel bewerten
 

Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
randomness