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21 August, 2016 - 08:50
 

Kinderfreundschaften

Manchmal halten sie ein Leben lang, oft sind sie Zweckgemeinschaften auf Zeit. Freundschaften, die sich unter Kindern bilden, folgen eigenen Gesetzen. Je kleiner die Kinder sind, desto stärker ist der eigene Egoismus ausgeprägt und desto unbeständiger sind meist die Freundschaften zu anderen Kindern.

© ChristArt - Fotolia.com

Die ersten Freunde

 Freundschaft unter Kindern entsteht dann, wenn die Kinder sich zueinander hingezogen fühlen. Die Gründe dafür können in gleichen Interessen liegen, oft sind sie im jüngeren Alter aber einfach von gleichen oder ähnlichen Lebenslagen geprägt. Sie gehen gemeinsam in die Kindergrippe oder die Eltern sind miteinander befreundet. Die Kleinsten – also Kinder ab ungefähr einem Jahr spielen noch kaum aktiv miteinander und trotzdem sind erste Freundschaften für die Erwachsenen gut erkennbar: Daran, dass zwei Kinder bevorzugt nebeneinander im Sandkasten spielen, die Nähe des anderen suchen oder sich dadurch, dass sie einander Dinge geben, spontan ihre Zuneigung beweisen. Auch Umarmungen und Küsse sind Zeichen der Freundschaft unter Kindern. Im Gegensatz dazu wird auch Abneigung oder Ärger gezeigt, indem ein anderes Kind weggeschubst wird.


Freundschaften zwischen Kindern ab Drei

 Wirkliche Kinderfreundschaften entstehen meist dann, wenn die Kinder anfangen, sich aktiv miteinander zu beschäftigen, allerdings sind die Beziehungen unter Kindern dann immer noch ziemlich kurzlebig. Das ist ab einem Alter von drei Jahren der Fall. Jetzt sprechen sie miteinander und die ersten Rollenspiele und auch Verabredungen zum Spiel finden statt. In diesem Alter werden Freundschaften ebenso schnell gebildet wie auch wieder aufgelöst. „Saskia ist mein Freund“ heißt nicht mehr oder weniger, als dass ein Kind an diesem Tag intensiv mit einem Mädchen namens Saskia gespielt hat. Dies kann der Anfang einer Freundschaft sein, die die Kindertage weit überdauert, genauso gut kann das eine einmalige Übereinstimmung zweier Kinder im Spiel sein, die sich nie mehr wiederholt. Durch den ausgeprägten Egoismus von Kindern in diesem Alter lösen sich Freundschaften oft schnell wieder auf, in der Regel dann, wenn sich das Kind in seiner Persönlichkeit und Entscheidungsfreiheit eingeschränkt fühlt.


Wenn Kinderfreundschaften kriseln

 Wenn Freundschaften im Kindergarten- oder Grundschulalter zerbrechen oder in der Krise sind, dann kann ein Kind richtig traurig und auch wütend sein. Ihr Kind braucht dann Trost und manchmal kann es gut sein, wenn die Eltern helfend einschreiten, um die Freundschaft wieder zu kitten. Dies kann zum Beispiel durch eine Verabredung der Eltern auf dem Spielplatz geschehen. Gut geeignet ist hier ein neutraler Raum, möglichst ohne andere bekannte Kinder, so dass die beiden kleinen Streithähne in Ruhe wieder zueinander finden können. Allerdings bringt es wenig, den Kindern mit logischer Argumentation Sinn oder Unsinn eines Streites zu erklären. Wieder zueinander finden müssen die Kinder allein, als Eltern können Sie dazu nur den richtigen Rahmen schaffen.


Spielfreundschaften

 Kinder wollen spielen und das am liebsten mit einem geeigneten Spielpartner. Das Angebot an anderen Kindern ist in diesem Alter meist begrenzt: Kindergarten, Kinder im Freundeskreis, Kinder auf dem Spielplatz. Aus dem häufigen Beisammensein bilden sich längerfristige Spielfreundschaften zwischen Kindern, die sich besonders gut verstehen. Das gibt den Kindern Sicherheit, kann aber für die Eltern anstrengend werden. Kleinere Kinder wollen nicht allein im Kindergarten bleiben, bis der Spielfreund da ist. Alles was der Freund macht, möchte das Kind ebenfalls tun: Ballett, Reiten, Sportverein, Musikschule. Vor allem dann, wenn es zwischen den Familien soziale Unterschiede gibt oder die Kinder weit auseinander wohnen, kann das für Eltern kompliziert sein.
Von Vorteil ist, wenn sich die Eltern der befreundeten Kinder ebenfalls gut verstehen. Dann ergeben sich schöne Möglichkeiten für gemeinsame Unternehmungen und auch für gegenseitige Unterstützung in der Kinderbetreuung.


Schulfreunde

 Ab dem Grundschulalter verändern sich Kinderfreundschaften immer mehr und entwickeln sich hin zu der Art von Freundschaft, die man als Erwachsener kennt. Die Kinder lernen, auch einmal zurückzustehen, unterstützen sich gegenseitig und nehmen auch gemeinsame Interessen und Hobbys wahr. Der Stellenwert des Spiels tritt mit steigendem Alter in den Hintergrund. Aus Zweierfreundschaften werden nach und nach Cliquen, die durch gemeinsame Unternehmungen und Interessen zusammengehalten werden.


Freunde fürs Leben

 Ob eine Spielfreundschaft zu einer wirklichen Freundschaft wird, zeigt sich oft erst, wenn sich die Lebensumstände der befreundeten Kinder ändern. Dies kann der Schulbeginn, ein Schulwechsel oder ein Umzug eines der Kinder sein. Oft bedeutet dies das Ende einer Freundschaft, da die Gemeinsamkeiten im Alltag und im Umfeld wegfallen. Zum Teil liegt es aber auch in der Hand der Eltern, ob sie den Kontakt zwischen den Kindern weiter pflegen und ermöglichen.
Wirkliche Kinderfreundschaften, die eine räumliche Trennung überdauern, halten leicht für ein ganzes Leben und bleiben ein fester emotionaler Bestandteil auch in der Erwachsenenzeit.

 


Zum Weiterlesen:
http://www.vaterfreuden.de/vaterschaft/erziehungsfragen/spielverhalten-von-babys-und-kleinkindern-%E2%80%93-ein-%C3%BCberblick


http://www.kindergartenpaedagogik.de/1263.html


http://www.kindergartenpaedagogik.de/1266.html

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de