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19 Juli, 2010 - 13:59
 

Kinder richtig fördern

Wer möchte nicht, dass das eigene Kind klug, beliebt und erfolgreich wird? Diese Eigenschaften werden einem Menschen nicht in die Wiege gelegt. Eltern müssen Intelligenz, Kreativität und soziales Verhalten bei ihrem Kind schulen, damit es all seine Talente entwickeln kann.

Das rechte Maß für die Förderung des Kindes ist eine Gratwanderung, denn ein Zuviel führt zu Stress, zu wenig Förderung lässt Talente verkümmern. Der Mittelweg bietet auf der einen Seite genug Zeit für freies Spiel, auf der anderen Seite gezielte Förderung von Motorik, Intelligenz, Sozialverhalten und Kreativität. Achten Sie dabei auf das, was Ihr Kind möchte. Sie erkennen seine Bedürfnisse leicht an der Begeisterung, die es für bestimmte Angebote entwickelt.

 

Grundregeln für die Förderung des Kindes

 

Damit Kinder gezielt gefördert werden können, braucht es verschiedene Grundvoraussetzungen, die die Eltern schaffen können:

 

  • Emotionale Sicherheit: Nur ein Kind, dass sich geliebt und angenommen fühlt, wird sich auch frei genug fühlen, um zu experimentieren und sich auszuprobieren.
  • Vermeiden Sie Vergleiche mit anderen Kindern und das sowohl Ihrem Kind als auch anderen Eltern gegenüber. Wenn Kinder das Gefühl haben, Erwartungen erfüllen zu müssen, werden sie in ihrer Kreativität schnell gehemmt.
  • Bleiben Sie gelassen, auch wenn Ihr Kind sich nicht zu einem kleinen Professor mausert. Jedes Kind hat seine Talente und Sie haben die Aufgabe, diese zu erkennen und zu fördern und damit den Rahmen für die „Lebenstüchtigkeit“ Ihres Kindes zu schaffen.
  • Lassen Sie Ihr Kind neugierig sein. Je weniger Sie einschreiten, wenn Ihr Kind die Welt entdeckt, umso größer wird sein Horizont und auch sein Selbstbewusstsein werden.
  • Setzen Sie die richtigen Schwerpunkte und fördern Sie Ihr Kind so, wie es das auch gebrauchen kann. Sie müssen einem Kind das Einmaleins oder das Lesen nicht vor der Schule beibringen, denn das lernt es dort ohnehin. Sinnvoller ist es, dem Kind die Lust am Lernen zu vermitteln und es in den Bereichen der Motorik zu fördern. Dies ermöglicht ihm einen guten Start in das Schulleben.

 

Futter fürs Gehirn

 

In den ersten Lebensjahren wird der Großteil der Gehirnzellen und der Verknüpfungen im Gehirn gebildet. Letztendlich bestimmt dies das Maß der geistigen Beweglichkeit, die ein Erwachsener später hat. Dabei gilt: Je mehr Eindrücke und Impulse ein Kind bekommt, umso mehr vernetzt sich das Gehirn. Alle Sinne sind beteiligt: Hören, Sehen, Riechen, Schmecken, Fühlen. Besonders anregend sind verlässliche, sich wiederholende Eindrücke; schnelle Reize wie sie durchs Fernsehen oder durch Computerspiele geliefert werden, haben kaum einen Effekt auf die Entwicklung des Gehirns. Ebenso wichtig sind die Reize, die vom Kind selber entdeckt werden. Die Anregung von außen sollte nur der erste Anstoß sein, um das Kind auf den Weg zu bringen.

 

Zeitfenster fürs Lernen

 

Die Reifung des Gehirns erfolgt in einer bestimmten Reihenfolge. Zu diesem Ergebnis sind Gehirnforscher und Entwicklungspsychologen mittlerweile gekommen. In den jeweiligen Phasen ist ein bestimmter Bereich des Gehirns gerade besonders aufnahmefähig. Ein verpasstes Lernfenster ist kein Grund zur Panik, aber wer ein solches bei seinem Kind erkennt, kann ihm in diesem Moment bestimmte Dinge besonders leicht vermitteln.

 

Was ist wirklich wichtig?

 

Diese Frage sollten sich alle Eltern stellen, die ihr Kind effektiv fördern wollen. Letztendlich wird man zu dem Schluss kommen, dass ein Kind in der Lage sein soll, sich um sich selbst zu kümmern, die Anforderungen des Lebens zu meistern und sich ein angenehmes soziales Umfeld zu schaffen. Dazu gehört, dass alle Sinne des Kindes angesprochen werden und es die Möglichkeit hat, seine Fähigkeiten in einem geschützten und unterstützenden Umfeld zu entwickeln:

 

  • Das Leben mit allen Sinnen spüren: Ermöglichen Sie Ihrem Kind vielfältige Sinneswahrnehmungen durch den Aufenthalt in der Natur, durch natürliches Spielzeug, dass zum Anfassen, Beriechen und Belecken einlädt (zum Beispiel unlackiertes Holzspielzeug), und durch das Probieren vieler verschiedener Speisen.
  • Halten Sie Ihr Kind in Bewegung: Bewegung macht Spaß, schult grob- und feinmotorische Fähigkeiten und übt die Koordination. Wenn Ihr Kind ein Bewegungsmuffel ist, sollten Sie sich mit ihm zusammen in Bewegung bringen, damit Ihr Kind die körperlichen Anregungen erleben und davon profitieren kann. Besuchen Sie Spielplätze, gehen Sie in die Natur und wenn es regnet, können Sie Ihr Kind auch im Haus – zum Beispiel durch ruhige Balancierspiele – in Bewegung halten.
  • Animieren Sie die kindliche Fantasie: Malen, Basteln, Zeichnen, aber auch Geschichten erzählen und erfinden oder Theaterstücke erdenken – all das fördert die Kreativität Ihres Kindes. Machen Sie mit und regen Sie die Fantasie des Kindes und ihre eigene durch die verschiedenen Angebote an.
  • Intelligenz durch Fragen und Forschen fördern: Füttern Sie Ihr Kind mit Informationen. Damit ist nicht trockenes Bücherwissen gemeint, sondern alles, was die Neugier wecken kann und hilft Zusammenhänge zu verstehen. Wagen Sie sich in Bereiche der Physik und machen Sie mit Ihrem Kind Versuche: Wie entstehen Seifenblasen? Warum brennt eine Kerze? Problemlösung üben Kinder beim Puzzeln oder beim Konstruieren von Gebäuden mit Bauklötzen.
  • Sprache fördern: Durch Geschichten, die schon Kindern ab 9 Monaten vorgelesen werden können, durch Gespräche und durch Erklärungen werden die sprachlichen Fähigkeiten des Kindes gefördert, es entwickelt ein Gefühl für Sprache und einen großen Wortschatz.
  • Freude an der Musik: Wenn Kinder ein Instrument lernen, erlernen sie eine der komplexesten menschlichen Tätigkeiten. Aber auch das Gefühl für Rhythmus und Melodie fördern Geist und Motorik und Emotionalität. Singen und tanzen Sie mit Ihrem Kind, spielen Sie Spiele, die das Gehör schulen wie Hörmemory, experimentieren Sie mit Gläsern und Flaschen und den unterschiedlichen Tönen, die sie hervorbringen.
  • Vermitteln Sie Ihrem Kind Selbstbewusstsein und soziales Verhalten: Kinder lernen durch nachahmen und ausprobieren. Schaffen Sie für Ihr Kind den Raum, mit anderen Menschen Kontakt aufzunehmen, leben Sie selbst vor, wie man mit den Mitmenschen freundlich und rücksichtsvoll umgeht. Die Basis von Selbstbewusstsein ist Liebe und Vertrauen.

 

Ein Kind braucht Förderung in allen Lebensbereichen. Einiges davon passiert wahrscheinlich so ganz nebenbei. Eltern sollten gerade auf die Bereiche achten, die im Alltagsleben zu kurz kommen. Wer mit dem Kind viel im Haus ist, sollte öfter auf den Spielplatz gehen, wer sich für Musik nicht interessiert, sollte zusammen mit dem Kind die Welt der Klänge entdecken. Eine Win-Win-Situation: Denn Sie fördern nicht nur Ihr Kind, sondern finden auch selbst zu verschütteten Bereichen zurück.

 

Zum Weiterlesen:

http://www.falter.at/web/heureka/archiv/05_3/11.php

http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_fachbeitrag/a_kindheitsforschung/s_708.html

http://www.kinderspiele-tipps.de/html/lernspiele_.html^

 

Büchertipp:

http://www.amazon.de/Kinder-gezielt-f%C3%B6rdern-entwickeln-spielend/dp/3774263574

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de