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16 Februar, 2016 - 12:23
 

Wenn Kinder ihre Eltern gegeneinander ausspielen

Uneinigkeit in Erziehungsfragen und partnerschaftliche Probleme sind die Hauptauslöser dafür, dass Kinder versuchen, ihre Eltern zu manipulieren. Es geht dabei darum, den eigenen Willen durchzusetzen, aber auch, Grenzen auszuloten und Gewissheit über die aktuelle Situation zu bekommen. Was können Eltern tun, damit es gar nicht so weit kommt?

© olly - Fotolia.com

Uneinigkeit in Erziehungsfragen

Wenn sich die Eltern nicht einig sind, nach welchen Vorgaben ein Kind erzogen wird, ist die Situation vorprogrammiert: Kinder bemerken schnell die ungeregelten Erziehungsfragen und loten aus, bei welchem Elternteil sie mit ihren Wünschen schneller zum Erfolg kommen. Dabei prüfen sie jedoch auch ständig das Verhältnis zwischen Vater und Mutter: Von beiden Eltern wird das gleiche erbeten und wenn ein Papa verbietet, was Mama bereits erlaubt hat, dann heißt es: „Mama hat aber gesagt, ich darf heute noch Süßigkeiten essen.“ Oft sehen die Kinder dann gespannt dabei zu, welche Auswirkungen ihr „Experiment“ hat. Auch wenn es so wirkt, als würden Kinder es genießen, soviel Macht auszuüben, sind sie glücklicher, wenn die Regeln in ihrem Umfeld klar und eindeutig sind.


Schon die Kleinsten schauen, was geht

Bereits Säuglinge ab einem halben Jahr erkennen deutlich, wenn sich Eltern unterschiedlich verhalten und testen gerne aus, was bei Mama und Papa welche Reaktionen auslöst. Hier von „gegeneinander ausspielen“ zu sprechen, wäre allerdings übertrieben. Die Babys bemerken die Unterschiede, wollen sich immer wieder versichern, ob diese zuverlässig bestehen und leben sie natürlich auch nach ihren eigenen Vorlieben aus – wer könnte das dem Kind verübeln. So lange es dabei nur um unterschiedliche Verhaltensweisen geht, gibt es auch keine Probleme: Das Kind weiß eben, dass es mit Papa mehr Action gibt als mit Mama und nutzt dieses Wissen, um seine momentanen Bedürfnisse zielgerichtet zu befriedigen.


Alleinerziehend – oft Nährboden für kindliche Manipulationen

Gerade nach einer Trennung ist die Gefahr groß, dass das Kind seine Eltern gegeneinander ausspielen will. Es bemerkt die negativen Gefühle und registriert die meist unterschiedlichen Lebensweisen und nutzt dies, um seine Wünsche durchzusetzen. Der Lieblingsspruch dabei ist bei allen Kindern grundsätzlich gleich: „ Bei Papa darf ich das aber!“ Jetzt ist es besonders wichtig, dass Eltern sich nicht davon leiten lassen, dass ihr Kind versucht, einen Elternteil zu erpressen. Offene Gespräche mit dem Expartner sind hier natürlich der Optimalfall, um mit der Situation umzugehen. Wenn es sich häuft, dass Ihr Kind Sie als Eltern gegeneinander ausspielen will, sollten Sie grundsätzliche Erziehungsfragen mit Ihrer Expartnerin klären – am besten nicht vor dem Kind.


Kindliche Manipulationen vermeiden

Ein einheitlicher Erziehungsstil der Eltern ist das beste Mittel dagegen, dass Ihr Kind Sie und Ihre Partnerin gegeneinander ausspielt. Das gilt für intakte Familien ebenso wie bei Trennungssituationen. Wenn Sie vor dem Kind an einem Strang ziehen, dann wird nicht nur das Zusammenleben mit Kind leichter. Auch das Kind fühlt sich wohler, kennt es doch seine Grenzen und bewegt sich damit in einem sicheren und zuverlässigen Rahmen und das bei beiden Elternteilen. Andernfalls lernt es die Kunst der Erpressung und Manipulation von der Pike auf und wird dies auch in seinem späteren Leben einsetzen. Die Einheitlichkeit des Erziehungsstils sollte übrigens auch die Großeltern mit einschließen – vor allem dann, wenn die Kinder häufiger bei ihnen zu Besuch sind oder von ihnen betreut werden.

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de