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2 Oktober, 2011 - 12:47
 

Prominente im Vaterfreuden Interview - Dieter Falk

Er führte uns mit PUR ins „Abenteuerland“, produzierte Nana Mouskouri, Nino de Angelo, P. Werner und viele mehr. Doch am bekanntesten ist Dieter Falk den meisten Deutschen als Juror der Casting-Show „Popstars“. Vaterfreuden.de traf den Hit-Produzenten zum Interview über sein neues Album "Celebrate Bach" mit Bach-Werken, das er gemeinsam mit seinen beiden Söhnen Max und Paul eingespielt hat.

Dabei interessiert uns natürlich besonders, wie es in der musikalischen Falk-Familie zugeht, wer eigentlich das Repertoire bestimmt, wie das gemeinsame Musizieren das Familienleben beeinflusst und ob Max und Paul auch immer Lust zum Proben haben? 
  
 
1. Fühlt es sich anders an mit den eigenen Söhnen zu musizieren, als mit anderen Musikern?
 
Klar, aber anders, als man vielleicht vermuten würde. Manchmal gehen mir z.B. Sachen durch den Kopf während wir zusammen auftreten: Erinnerungen an gemeinsame Urlaube, familieninterne „Jokes“ oder genau das Gegenteil: Neulich fiel mir verrückterweise während eines Konzerts wieder die dramatische Geburt von unserem Sohn Max ein, wo ich während des Notkaiserschnitts noch im Kreissaal draussen zwei Stunden zwischen und Hoffen und Bangen gesessen habe und alles gedacht habe, nur nicht, dass er heute das Schlagzeug „prügelt“.Oder die durchwachten Nächte in irgendwelchen Notaufnahmen interpretieren sich anders, wenn man das „Ergebnis“ direkt vor sich auf der Bühne hat, und auch noch sieht, wie sich gewisse Bühnenverhaltensweisen dupliziert haben.Stolz ist da der zu platte Begriff, Dankbarkeit wäre schon treffender.
 
 
2. Wie sieht die Arbeitsteilung bei Falk & sons aus?
 
Da unser Studio im eigenen Haus ist, sind die Jungs von Anfang an mit dabei. Kommentieren meine Demos, spielen neue Ideen gleich ein, kommen mit dem neuesten Hit von Adele oder Lady Gaga nach dem Motto: „Hör dir mal diesen tollen Keyboardsound an, so was brauche wir auch“.Ich bereite die meisten Titel vor und das „Fine-tuning“ gestalten wir zusammen.
 
 
3. Habt ihr vor Auftritten ein bestimmtes Familienritual?
 
Ja, wir beten. Die kurze Meditation vor dem Auftritt ist so ne Art Kanalisierung des Adrenalins & Lampenfiebers.Ja, wir beten. Die kurze Meditation vor dem Auftritt ist so ne Art Kanalisierung des Adrenalins & Lampenfiebers.
 
 
4. Ist es schwieriger, die eigenen Söhne zum Proben zu motivieren?
 
Das ist wieder so ne verrückte Story: Nach zwei Jahren Erfahrung in der Pro7-Popstars-Jury mit Tennis-Papas und Eislaufmuttis, die ihre Kinder noch vorne schieben, wollten meine Frau und ich genau das NICHT mit unseren eigenen Kindern machen. Beide Jungs bekamen zwar schon länger klavier & Drum-Unterricht, haben aber fast nie geübt und man musste um jede Minute „betteln“. Das war ich schlichtweg leid und wollte alles absagen. Da kam parallel die Anfrage eines befreundeten Theaterintendanten nach einem gemeinsamen Auftritt mit den Söhnen im „behüteten“ Rahmen eines Schulkonzerts. Wir dachten, kann ja nicht schaden so etwas mal in kleinem heimatlichen Umfeld auszuprobieren . Der Versuch glückte und siehe da: seitdem üben die Jungs von alleine und kommen schon manchmal auf mich zu mit „Papa lass mal durchspielen“.
 
 
 5. Wie groß ist der Einfluss Ihrer Söhne auf die musikalische Ausgestaltung der Werke? (Arrangement)
 
Die beiden hören altersbedingt öfter als ich derzeit angesagte, hippe Chartmusik. Mit ihren Idolen und Vorlieben prägen sie natürlich in einem gewissen Rahmen auch unser musikalisches Programm. Und sie halten nicht hinter dem Berg mit Kritik. In Familien wird bekanntlich Klartext gesprochen.
 
 
 6. Wie unterscheiden sich die Söhne in ihrem musikalischen Ausdruck/Interesse?
 
Deren beider Geschmack geht von Limp Bizkit über Coldplay bis zu Robbie Williams. Nichts Überraschendes in dem Alter. Max hört als Drummer auch mal ausgeflippte Sachen wie Mutemath, Paul ist als Sänger & Keyboarder eher mainstreamig veranlagt. Beide Jungs sind total unterschiedlich: Max eher der ruhige „Denker“, Paul die offensive „Rampensau“. Aber auch das ist für die meisten Väter wohl nichts Ungewöhnliches ...
  
 
7. Wie hat das gemeinsame Musizieren auch das sonstige Familienleben beeinflusst? 
 
Unser Familienleben ist schon untypisch: Man verbringt viel mehr Zeit gemeinsam alleine durch die stundenlangen Autofahrten vor und nach den Konzerten. Da spricht man über Dinge, für die man sonst nicht immer Zeit und Musse hat. Obwohl wir durch meinen Arbeitsplatz zuhause sowieso schon die Mahlzeiten gemeinsam einnehmen und uns über den Tag häufiger sehen, ist das gemeinsame Hobby bzw. „Beruf“ schon eine spannende Sache, bei der nicht immer alles glattläuft: da ist eine Probe mal völlig durch den Wind, da kommen zu einem „Falk & Sons“ Konzert statt der üblichen 300 Leute nur 100, da gibt’s eben auch – neben vielen Zusagen – Absagen für TV-Shows, mit denen man unbedingt gerechnet hatte. Nirgendwo liegt plus und minus emotional so nah beieinander wie in einem Künstlerleben. Mal denkst du bist der „King“, und schon eine Minute später holt die irgendwas soweit runter, dass du denkst, du bist das letzte kleine Würstchen ... Damit umzugehen ist Teil unseres Familienlebens. Damit gut umzugehen ist vor allem der Verdienst meiner Frau, die uns auch mal galant vom rosaroten Wölkchen runterholt, um uns im nächsten Moment in einer Kurzzeit-Depri-Phase wiederaufzubauen.
 
 
 8. Wie reagieren denn die Mitschüler ihrer Söhne auf das Projekt?
 
Dass wir zusammen Musik machen, weiss die Schule schon länger. Der 200 köpfige Schulchor macht z.Bsp. mit bei meiner Düsseldorfer „10-Gebote“ Musicalaufführung im ISS-Dome und ist Teil des 2500 köpfigen Chors. Da singt Paul eine Hauptrolle und Max spielt Drums. Die Mitschüler wissen, was wir so machen. Paul hatte schon einige TV-Rollen (u.a. bei Alarm für Cobra 11), zuletzt aber dann auch eine Hauptrolle in einem Kinothriller u.a. mit Uwe Ochsenknecht, wo er 4 Wochen nicht in der Schule war.Obwohl er die Sache nicht an die grosse Glocke gehängt hat, fällt natürlich auf, wenn jemand so lange fehlt. Da brodelt auch mal die Gerüchteküche, aber letztlich ist das Verständnis des schulischen Umfelds für unsere Aktivitäten sehr gross.
  
 
 9. Wie kam es zur Entscheidung, sich an Bach zu machen?
 
Ganz einfach: Ohne Bach wäre ich nicht Musiker geworden. Seine Matthäuspassion und das Weihnachtsoratorium habe ich schon im Kirchenchor meiner Mutter gesungen. Seine Kompositionen waren mir im Klavierunterricht die liebsten. Bach groovt und swingt, und wenn er heute leben würde, säße er auch hinter dem Macbook und an hippen Keyboards. Und noch eine letzte, eher egoistische Motivation zu „Celebrate Bach“: ausser den paar Stunden Musikunterricht am Gymmi würden meine Jungs sonst nie Bach hören. Jetzt tun sie es (Dieter Falk lacht).
 
"Celebrate Bach" erscheint am 28.10. bei Universal Music
 
 
 
 

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randomness