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6 Januar, 2016 - 23:58
 

Die Bedeutung der Bezugsperson für das Kind

Zu den Grundbedürfnissen eines Kindes gehören neben Schutz, der Versorgung mit Nahrung und Wärme vor allem auch körperliche Nähe und Zuwendung. Diese sucht ein Kind nicht bei irgendwelchen Menschen, sondern bei Personen, denen es besonders vertraut: seinen Bezugspersonen. In den meisten Fällen sind das die Eltern, später auch andere für das Kind wichtige Menschen. Wie baut sich diese besondere Beziehung auf und wie wird sie lebendig gehalten?

© MAK - Fotolia.com

Kinder können sich nach der Geburt nicht selbst versorgen. Sie sind auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen - und das für viele Jahre. Aus diesem Grund haben Kinder ein großes Bedürfnis nach Geborgenheit, die sie bei bestimmten Menschen suchen, die ihnen vertraut sind. Zu diesen Menschen bauen Kinder eine sehr enge Bindung auf. Sie werden für das Kind zu Bezugspersonen.


Wie entsteht die Bindung an eine Bezugsperson

Ob eine Person für ein Kind zu einer Bezugsperson wird, hängt vor allem von der Zeit ab, die das Kind mit dieser Person verbringt und den (positiven) Gefühlen, die es in dieser Zeit erfährt. Zu natürlichen Bezugspersonen eines Säuglings werden Mutter und Vater, die das Kind ernähren und umsorgen. Gerade in den ersten Monaten ist es daher extrem wichtig, viel Zeit mit einem Kind zu verbringen, um eine dauerhafte und starke Bindung aufzubauen. Während Mütter durch das Stillen dabei einen biologischen Vorteil haben, sollten Väter sich bewusst Zeit nehmen, sich mit ihrem Kind zu beschäftigen. Nehmen sie ihr Kind in den Arm, sprechen sie zu ihm, füttern sie das Baby, wiegen sie und wickeln sie es. Ihr Kind, so klein es auch ist, wird sie durch ihren Geruch und ihre Stimme wahrnehmen und eine Bindung zu ihnen aufbauen. Von der Zeit, die sie mit dem Baby verbringen, wird die Beziehung zu ihrem Nachwuchs in den nächsten Jahren profitieren.

Das Bindungsverhalten eines Kindes ist in seinen ersten zwei Lebensjahren besonders stark ausgeprägt. Danach wendet sich das Kind mehr und mehr der Außenwelt zu. Diese Öffnung ist auch ein erster Schritt in Richtung Selbständigkeit und damit eines Ablösungsprozesses von den Eltern, der schließlich in der Pubertät seinen Abschluss findet.

Die Beziehung eines Kindes zu seiner Bezugsperson verändert sich im Laufe seiner persönlichen Entwicklung. Aus diesem Grund muss diese Beziehung auch immer wieder durch gemeinsame Erlebnisse erneuert werden. Dies kommt daher, da das Kind im Laufe der Jahre immer weniger vom Schutz und der Fürsorge anderer abhängig ist und eigene Kompetenzen erwirbt. Dennoch bleibt eine Beziehung eines Kindes zu seinen Bezugspersonen bestehen. Denken Sie nur an die Beziehung zu ihren eigenen Eltern ...

 

Beziehung zum Kind als Voraussetzung für Erziehung

Ein Kind baut zu seinen Bezugspersonen eine extrem enge emotionale Beziehung auf, die speziell in den ersten Jahren von einer "positiven emotionalen Abhängigkeit" (Largo) gekennzeichnet ist. Aus dieser emotionalen Abhängigkeit folgt, dass das Kind die Bezugsperson nicht enttäuschen möchte und daher deren Anweisungen generell folgt. Dies ist die Voraussetzung jeder Art von Erziehung, die nicht auf Druck oder Bestrafung beruht: Kinder, die ihre Eltern lieben und ihnen vertrauen und Eltern, die ihre Kinder mit Liebe, aber auch der nötigen Konsequenz auf deren späteres Leben vorbereiten.

Neben den Eltern können auch andere Menschen zu Bezugspersonen werden - Großeltern, ältere Geschwister,  Babysitter, später Kindergärtnerinnen, Lehrer oder Betreuer und Trainer im Sportverein. Wichtig ist, dass ein Kind Zeit mit der betreffenden Person verbringt und in dieser Zeit positive Erfahrungen macht.

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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