Eltern prägen das Verhalten und Wesen ihrer Kinder – soweit die allgemeine Erziehungslehre. Papablogger Andreas Clevert ist jedoch der Meinung, dass vor allem Kinder das Verhalten ihrer Eltern prägen. Beispiele gefällig?

Vor allem in Familien mit mehreren Kindern kracht es oft ganz gewaltig, aber auch Eltern von Einzelkindern haben mit Problemen wie Null-Bock-Verhalten, Streit oder Wutausbrüchen zu kämpfen. Mit der 1-2-3-Methode können verschiedene Probleme bei der Kindererziehung recht einfach beseitigt werden – allerdings nur, wenn die Methode auch richtig angewandt wird.

Kinder zu erpressen oder zu bestechen geht gar nicht – das propagieren Erziehungsexperten schon seit Jahren. Alle halbwegs aufgeklärten Eltern wissen, dass es pädagogisch nicht sinnvoll ist und vor allem auch nichts nützt, dem Kind das Fernsehen zu verbieten, wenn es den Müll nicht runtergebracht hat oder frech war. Doch ganz ehrlich: So ganz ohne Bestechung und Erpressung kommt so gut wie kein Elternteil aus.

Kindererziehung ist eine todernste Sache und mit viel Anstrengung und Mühen verbunden. Dieser Glaubenssatz hängt in vielen Köpfen und führt schnell zu einer Verbissenheit, die jeden Spaßfaktor in der Erziehung zunichtemacht. Dabei ist es gar nicht so schwer, unsere Kinder mit Leichtigkeit und Freude durchs Leben zu führen.

„Antiautoritäre“ Eltern tun sich in der Kindererziehung genauso schwer wie überautoritäre. Was Kinder brauchen, sind starke und liebevolle Eltern, die sich weder selbst abwerten, noch weit über das Kind stellen. Was aber macht starke Eltern aus?

Wer hat sich nicht schon einmal selbst in seinen Kindern wiederentdeckt? In kleinen Gesten, mehr noch aber in Sprüchen, Redewendungen oder Flüchen. Das sind Situationen, in denen man lächelt oder auch mal schluckt. Mate Tabula fragt sich manchmal, ob er die Erziehung seiner Töchter richtig angeht. Und dann zeigen ihm seine Kinder, dass er sicher nicht ganz falsch liegt …

Eltern sehen die Welt anders als ihre Kinder. Dies führt oft zu dem Problem, dass Kinder nicht nachvollziehen können, was die Erwachsenen (insbesondere die Eltern) eigentlich stört. Um trotzdem zum Kind durchzudringen und das erwünschte Verhalten hervorzurufen, kann die Ich-Botschaft eine gute Alternative zum Schimpfen und Strafen sein. Mit der Ich-Botschaft machen Sie klar, warum Sie das Verhalten des Kindes nicht tolerieren können und wollen.

Jedes Kind ist eine individuelle Persönlichkeit, die von seinem Temperament und seiner Umwelt geformt wird. Trotz aller Einzigartigkeit gelten jedoch einige Grundsätze für alle Kinder und machen – konsequent umgesetzt – das Zusammenleben leichter.

Eine optimistische Lebenshaltung macht es uns im Leben fast an jeder Stelle leichter. Ob ein Mensch ein Glas als halb leer oder doch immer halb voll ansieht, wird schon früh in seinem Leben festgelegt. Als Eltern können wir hier jede Menge dazu tun, dass unsere Kinder eine positive Lebenseinstellung entwickeln.

Danebenzustehen, wenn Kinder neue Dinge ausprobieren, fällt vielen Eltern nicht leicht – und dafür gibt es gute Gründe. Viele Eltern wollen ihre Kinder und sich selbst vor Misserfolgen und Unfällen schützen. Dabei wissen sie jedoch meist auch, dass das eigentlich keine Lösung ist.

In den ersten Lebensjahren sind Kinder sehr mit sich selbst und der neuen Welt, die sie umgibt, beschäftigt. Ordnung wie wir sie kennen, sagt ihnen nichts. Erst mit der Zeit entwickeln sie einen Ordnungsbegriff – der nicht immer dem Unseren entspricht.

Wer kennt das nicht – man hat es eilig, steht bereits in den Startlöchern und das Kind trödelt immer noch mit Jacke und Schuhen herum. Oft nehmen Eltern das persönlich und legen die Langsamkeit des Kindes als Provokation oder mangelnde Kooperationsbereitschaft aus. In Wahrheit haben Kinder ein noch unentwickeltes Zeitgefühl, das sich sehr von dem der Erwachsenen unterscheidet.

Welche Erziehungsbefugnis haben Fremde übers eigene Kind? Viele Eltern antworten darauf sicher mit „gar keine“. Und doch passiert es immer wieder: Freunde und Verwandte erziehen den Nachwuchs ungefragt mit. Oft so gar nicht im Sinne der Eltern. Hierauf angemessen zu reagieren, ist mitunter gar nicht so einfach.

Belohnungen können für Kinder Ansporn sein, sich in einer Sache besonders anzustrengen. Sie erhöhen die Motivation und sind oft einfach eine schöne Überraschung. Sinnvoll belohnen ist jedoch oft gar nicht so leicht. Denn schnell wird das, was als Ausnahme gedacht war, zur Gewohnheit, die vom Kind dann auch eingefordert wird.

Als Herbert Grönemeyer zu Beginn seiner ganz großen Karriere „Wann ist ein Mann ein Mann?“ sang, wurde deutlich, dass es Fragen gibt, die gar nicht so einfach zu beantworten sind. Ähnlich kompliziert ist es mit der Frage nach einer gesunden Entwicklung des Kindes. Wodurch wird sie gefährdet? Wann ist sie gewährleistet? Und was können Eltern tun, um ihren Anteil daran zu haben?