Skip to main content

Suche

15 Januar, 2013 - 10:12
 

Mit dem Baby kommunizieren – schon vor der Geburt

Für Männer sind Babys in den meisten Fällen erst so richtig „da“, wenn sie auf der Welt sind. Doch schon lange vorher ist es möglich, Kontakt aufzunehmen. Für die werdenden Väter ist das anfangs meist ungewohnt und „komisch“, trägt aber dazu bei, die Bindung von Anfang an zu stärken.

© WavebreakMediaMicro - Fotolia.com

Mütter haben es vor der Geburt deutlich leichter, das baldige neue Familienmitglied zu realisieren. Das hat oft zur Folge, dass Väter in der Anfangszeit irritiert sind und eine Weile brauchen, bis sie einen Draht zu ihrem Kind bekommen. Wird schon vor der Geburt kommuniziert, dann sind auch Männer meist von Anfang an dabei, wenn der „Bauchbewohner“ zum neuen Mitbewohner und zum Teil des Lebens wird.

 

Warum die Kommunikation mit dem Ungeborenen so wichtig ist

Bereits im Mutterleib entwickeln Babys ihre Sinne. Sie können bereits ab dem dritten Schwangerschaftsmonat Eindrücke von außen wahrnehmen und sind neugierig auf alles, was „da draußen“ so passiert. Eine günstige Gelegenheit für Väter, sich jetzt schon ins Spiel zu bringen und sich dem Baby bekannt zu machen. Das fördert zum einen die vorgeburtliche Entwicklung durch zusätzliche Anreize, zum anderen ist direkt nach der Geburt bereits eine Bindung zwischen Vater und Kind da. Das macht es auch für die Mutter leichter, ihr Kind einmal abzugeben. Die vorgeburtlichen Erfahrungen, die ein Kind – nicht nur mit dem Vater – macht, bilden eine wichtige Quelle für die spätere Entwicklung. Wird es bereits im Mutterleib beachtet und fühlt es sich umsorgt und beschützt, dann wirkt sich das entscheidend auf das Urvertrauen und damit auf die positive Sicht auf die Welt aus. 

 

Babys hören durch die Bauchdecke

Zwar sehr gedämpft, aber dennoch deutlich können Babys Stimmen und Geräusche durch die Bauchdecke der Mutter wahrnehmen. Es hört sich für den Embryo in etwa so an, wie wenn Sie Ohrenstöpsel oder einen Gehörschutz tragen. Die Geräusche, die es bereits vor der Geburt kennt, erkennt es auch später wieder und wird dadurch häufig sogar beruhigt. So können zum Beispiel Lieder oder Geschichten, die es schon im Mutterleib hört, es später beruhigen – auch wenn die Mutter gerade nicht da ist. Reden Sie also regelmäßig mit Ihrem Kind und singen Sie ihm vor, das wird sich später für Sie auszahlen und fördert schon jetzt die Vater-Kind-Bindung.

Babys sind auch schon vor der Geburt in der Lage, Stimmen zu unterscheiden.  Reden Sie vor der Geburt regelmäßig mit Ihrem Kind und Ihr Baby wird Sie später an Ihrer Stimme erkennen.

 

Berührungen durch Mamas Haut

Sie können Ihr Baby auch schon berühren und es durch die Bauchdecke streicheln. Davon haben alle etwas, denn auch Ihre Partnerin wird in der Regel die sanften Berührungen zu schätzen wissen. Besonders wenn das Baby bereits größer ist und sich nicht mehr so leicht drehen und wenden kann, können Sie sogar einzelne Körperteile erspüren und gezielt berühren und streicheln. Daraus kann schon das erste Spiel mit ihrem Kind werden, denn es wird bald auf Sie und Ihre streichelnde Hand reagieren. Wenn sie an einer bestimmten Stelle ihre Hand auflegen, wird es mit einem kleinen Tritt oder auch einem leichten Schlag von innen reagieren. In der Fachsprache werden diese Spiele auch als Haptonomie oder psychotaktiler Kontakt bezeichnet. Wie angenehm das für Ihre Partnerin dann noch ist, muss Sie Ihnen selbst mitteilen. 

 

Klopfzeichen und andere vorgeburtliche Spiele

Ihr Kind reagiert auf die Außenwelt und je älter es wird, umso gezielter wird es Ihnen antworten. Ein beliebtes Spiel, das Vater und Kind meist gleichermaßen Spaß macht, sind Klopfzeichen. Entwickeln Sie Ihr eigenes Morsealphabet und treten Sie so mit dem Kind in Kontakt. Sie klopfen leicht auf Mamas Bauch, Baby wird Ihnen mit einem Klopfzeichen antworten. So verschaffen Sie dem Ungeborenen Abwechslung und Bewegung in der Gebärmutter. Ebenfalls in Bewegung bringen können Sie ihren Nachwuchs mit Lichtzeichen. Nutzen Sie eine Taschenlampe, um die Neugier des Kindes zu wecken. Es wird höchstwahrscheinlich mit seinen Augen und eventuell auch mit dem ganzen Körper dem Licht folgen. Dies kann auch zur Vorbereitung der Geburt sinnvoll sein, wenn sich das Baby noch nicht in die richtige Lage gedreht hat. Hierfür sollte man jedoch im Vorfeld unbedingt mit der Hebamme sprechen.

 

Mensch wird man nicht erst mit der Geburt

Bereits in der Schwangerschaft haben Kinder Gefühle und schon zu diesem Zeitpunkt ist es für die Eltern möglich, eine enge Bindung zum Kind aufzubauen. Diese Bindung ist nicht zu unterschätzen, prägt sie doch das gesamte Leben des Kindes, indem ihm bestimmte Grundannahmen mit auf den Weg gegeben werden. Kinder, die schon früh von beiden Elternteilen wahrgenommen werden, empfinden die Welt als gut und sich darin sicher aufgehoben. Dennoch sollten Sie es nicht übertreiben und Ihrem ungeborenen Kind genug Zeit lassen, einfach zu sein, zu wachsen und sich zu entwickeln. 

 
Vaterfreuden auf Facebook   Vaterfreuden auf Twitter
Artikel bewerten
 

Autor

Redaktion Vaterfreuden.de