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2 Dezember, 2016 - 10:49
 

Mützen im Winter – Muss das für Kinder sein?

Ohne Mütze lassen wir unsere Kinder bei Kälte und schlechtem Wetter nicht aus dem Haus – oft genug gegen den erbitterten Widerstand der Kleinen. Aber müssen Mützen wirklich sein? Oder liegen wir mit unserem persönlichen Wärme- bzw. Kälteempfinden manchmal einfach auch daneben und unsere Kinder fühlen es ganz anders?

© volkovslava - Fotolia.com

Der Großteil der Körperwärme geht angeblich über den Kopf verloren. In Zahlen können das bis zu 45 % sein – das zumindest steht in einem Handbuch für amerikanische Soldaten aus dem Jahr 1970. Heute weiß man, dass der Körper Wärme über alle unbedeckten Körperteile recht gleichmäßig Wärme verliert, die reellen Verluste über den Kopf liegen dabei bei maximal 10 %. Das hört sich schon besser an und eröffnet für die Mützenfrage eine neue Perspektive.


Kälte ist relativ!

Menschen haben ein sehr unterschiedliches Wärmeempfinden. Wo sich der eine bereits in dicke Pullover, Jacken und Schals hüllt, ist für den anderen die leichte Übergangsjacke völlig ausreichend. So ist es auch zwischen Erwachsenen und Kindern. Der Spruch „Zieh Dir was an, mir ist kalt“ beschreibt sehr gut, was in diesem Zusammenhang vorgeht. Besonders betrifft das Babys, die noch nicht formulieren können, ob ihnen die Temperatur angenehm ist oder nicht. Sie können schreien – und das wiederum kann vieles heißen.

Ob Säuglingen zu warm ist, kann man übrigens recht leicht erkennen: Fühlt sich der Nacken feucht an, dann kann die Mütze oder ein anderes Kleidungsstück ruhig herunter – Ihrem Baby wird es zu heiß. Gerade im Winter sollten Sie das kontrollieren. Denn während Säuglinge bei Kälte laut protestieren, wirkt zu viel Wärme häufig einschläfernd und wird deshalb nicht so leicht bemerkt.


Kinder können selbst entscheiden!

Ab einem gewissen Alter ist es wichtig, dass Kinder selbst entscheiden dürfen, wie warm sie angezogen sein wollen und ob eine Mütze notwendig ist. Wann das ist, hängt von Ihrem Kind ab und auch davon, wie gut sie loslassen können. Spätestens im Grundschulalter sollten Sie Ihrem Kind jedenfalls keinen Mützenzwang mehr auferlegen und es auch mal seine eigenen Erfahrungen mit den Außentemperaturen machen lassen. Natürlich kann es sich irren und die Kälte falsch einschätzen. Und natürlich kann das dann auch mal einen Schnupfen nach sich ziehen – eine wichtige Erfahrung fürs Kind, dass bei manchen Wetterlagen eine Mütze durchaus angebracht ist.

Wenn Sie bei kalten Temperaturen mit Ihrem Kind unterwegs sind und es die Mütze ablehnt, sollten Sie dennoch eine einpacken und einfach ab und zu nachfragen – ein Kind, das am Kopf friert, wird die Mütze nicht ablehnen.


Grenzen der freien Mützen-Entscheidung

Es gibt dagegen auch Temperaturbereiche und Witterungsverhältnisse, da kann über die Mütze nicht mehr diskutiert werden. Regen, kalter Wind und extreme Minus-Temperaturen sorgen nämlich nicht nur für Auskühlung, sondern gefährden auch die empfindlichen Ohren. Ob die Entscheidung für oder gegen eine Mütze die Infektanfälligkeit generell beeinflusst, ist übrigens noch nicht gänzlich erforscht. Es gibt verschiedene Studien, die belegen, dass Kälte das Immunsystem schwächt. Nicht nachweisbar war bis jetzt, dass eine leichte Unterkühlung bereits die Ansteckungsgefahr für Erkältungs- oder Grippeviren erhöht.


Mützen für die Kleinsten

Neugeborene sollen nach landläufiger Meinung in den ersten Lebenstagen ständig eine leichte Mütze tragen, um eine Auskühlung über die Kopfhaut zu verhindern. Das ist allerdings nicht nötig, wenn die Babys in dieser Zeit ständig bei den Eltern sind – nachweislich sorgt intensiver Körperkontakt dafür, dass sich die Körpertemperatur des Babys einpegelt. Die Mützen stören dann im Grunde genommen sogar den Kontakt zwischen Eltern und Kind. Liegen Babys dagegen so wie früher üblich über längere Zeit isoliert in Babybettchen, macht das Mützentragen Sinn und verhindert das Auskühlen.

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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