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4 Mai, 2015 - 09:36
 

„Papa, ich brauche ein Mofa“ – Wie man mit großen Kinderwünschen umgeht

Je älter Kinder werden, desto mehr orientieren sie sich an der Außenwelt. Freunde, Fernsehen, Werbung und Internet wecken Wünsche, die oft zu groß sind als dass Eltern sie ihrem Kind einfach so erfüllen könnten – oder wollen. Die Kinder müssen mit ins Boot geholt werden und sich selbst Gedanken machen, wie große Wünsche finanziert werden können.

© galam - Fotolia.com

Scheuen Sie sich nicht, Ihr Kind nicht nur in die Überlegungen, sondern auch in die konkrete Finanzierung mit einzubeziehen, denn das hat gleich mehrere positive Aspekte: Ihr Kind wird die teure Anschaffung erheblich mehr zu schätzen wissen, wenn es selbst etwas dafür getan hat. Gleichzeitig lernt es, dass Dinge einen Wert haben und dass man für die Erfüllung von Wünschen arbeiten muss.


Geldgeschenke – Ab wann machen sie Sinn?

Wenn sich ein Kind etwas besonders teures wünscht, wie zum Beispiel ein Mofa oder einen neuen Computer, ist es oft üblich, dass Eltern und Großeltern die Anschaffung durch Geldgeschenke zu Weihnachten oder zum Geburtstag mitfinanzieren.

Allerdings ist Geld als Geschenk für Kinder frühestens ab der Grundschulzeit sinnvoll. Kleinkinder – die in der Regel meist noch keine so teuren Wünsche haben – können mit Geldgeschenken nichts anfangen, sie haben keinen Bezug dazu. Allerdings kann anstelle eines großen Geschenkes ein kleineres gekauft werden und ein bestimmter Geldbetrag wird für die Erfüllung späterer Wünsche auf einem Konto deponiert.

Grundsätzlich gilt auch für größere Kinder und Teenager: Größere Geldgeschenke gehören aufs Konto und nicht in die Geldbörse. Gerade dann, wenn ein teurer Wunsch realisiert werden soll, lernt Ihr Kind gleichzeitig das Sparen.


Was kann das Kind finanziell beitragen

Hat ein Kind einen großen – und in den Augen der Eltern sinnvollen - Wunsch, werden und sollten diese  in der Regel einen Teil der Kosten übernehmen. Für den noch offenen Betrag sollte zusammen mit dem Kind überlegt werden, wo dieser herkommt. Eine Quelle ist das bereits vom Kind angesparte Geld, eventuell können Verwandte noch um Unterstützung gebeten werden. Darüber hinaus kann das Kind sich aber auch selbst etwas Geld dazu verdienen. Pädagogisch sinnvoll ist dies allemal und vermittelt ein Gefühl für den Wert des Geldes und später auch der Anschaffung. Je nach Alter des Kindes sind entweder Tätigkeiten für Eltern, Freunde und Verwandte möglich oder das Kind nimmt seinen ersten bezahlten Nebenjob an (ab 14 Jahren möglich). Im Bekannten- und Verwandtenkreis können Tätigkeiten wie Laub harken, die Straße kehren, Einkaufen gehen oder ähnliche kleinere Tätigkeiten erledigt werden. Bezahlte Jobs für Teenager können sein: Werbung austragen, Babysitten oder Rasen mähen. Wichtig bei jeder Art von Nebentätigkeit ist, dass Schule und Erholung nicht zu kurz kommen.


Eltern als Kreditgeber

Wenn es mit der Anschaffung eilt, das Geld aber noch nicht komplett zur Verfügung steht, können Sie Ihrem Kind einen Kredit geben. Damit dies reibungslos klappt, muss es klare Absprachen – die tatsächlich am besten schriftlich festgehalten werden – geben: Wann und wie wird der Betrag zurückgezahlt? Dies ist die entscheidende Frage, die Sie zusammen mit Ihrem Kind beantworten müssen. Sie können für die Rückzahlung verschiedene Möglichkeiten vereinbaren. Entweder, das Kind zahlt den Betrag zurück, indem es mit einem Nebenjob das nötige Geld verdient. Alternativ können Sie einen Teil vom Taschengeld einbehalten oder den Kredit „abarbeiten“ lassen. Für besondere Mithilfe im Haushalt werden Beträge festgelegt. Wäscht Ihr Kind zum Beispiel Ihr Auto, wird ein festgelegter Betrag vom Schuldenkonto abgezogen. Wenn Sie eine solche Vereinbarung mit Ihrem Kind treffen, sollten Sie diese und auch die abgemachten Regeln einhalten. Nur so lernt Ihr Kind etwas über die Verbindlichkeit von Abmachungen und Verträgen.

Es ist gut, seinen Kindern Wünsche zu erfüllen. Sie bei größeren Anschaffungen finanziell mit ins Boot zu nehmen hat dabei einen pädagogisch sehr wertvollen Aspekt und entlastet zusätzlich die elterlichen Finanzen.

 


Zum Weiterlesen:
http://eltern.t-online.de/taschengeld-aufbessern-mit-einem-ferienjob/id_41356846/index
 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de