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21 September, 2016 - 08:12
 

Das Tempo des Lebens – Kinder lehren uns die Langsamkeit

Es ist unmöglich, mit einem Kleinkind in unserem bisher gewohnten Lebenstempo unterwegs zu sein. Von Anfang an bestimmen schon die Kleinsten unseren Tag und dessen Geschwindigkeit und die ist ungewohnt langsam. Effizienz, Termintreue, Pünktlichkeit – Eltern wissen, dass diese hohen Tugenden dann oft hintenüberfallen. Anstatt sich zu ärgern, sollten Sie dies genießen!

© tiplyashina - Fotolia.com

Die Welt ist voller Wunder – leider sehen wir Erwachsenen dies kaum mehr. Was wiederum kein Wunder ist, denn schon unsere Eltern haben uns meist früh beigebracht, dass es nicht darauf ankommt, die Welt zu erforschen, sondern Pünktlichkeit und Tempo zu kultivieren. Als Eltern kleiner Kinder haben Sie die Chance, nun einmal von Ihrem Kind zu lernen, die Lebensgeschwindigkeit ein wenig zu bremsen und die Wunder des Lebens wieder zu sehen.
 

Kinder und Pläne

Es gibt eine Gesetzmäßigkeit, die alle Eltern kennen. Immer wenn es eilt, grätschen die Kleinen dazwischen. Die volle Windel, wenn es eigentlich höchste Zeit ist, sich auf den Weg zum Kinderarzt zu machen oder das völlig vermatschte Kind, das schon in seinen besten Kleidern für den Besuch bei Omas Geburtstag steckt. Kinder funktionieren nicht nach unseren Plänen und Terminen, sie leben einfach und ganz ohne Rücksicht auf äußere Gegebenheiten oder Sachzwänge. Was ein großes Geschenk ist, empfinden wir Erwachsene oft als greznenlosen Egoismus - und der geht uns tierisch auf die Nerven. Dabei sind Kinder eine große Chance, die eigene Verplantheit zu überdenken und den Stellenwert von Struktur und Organisation noch einmal neu zu bewerten.

 

Leben im Hier und Jetzt

Kinder leben in der Gegenwart und das schließt Hektik und Eile schlichtweg aus. Denn jeder Moment ist kostbar und muss dementsprechend ausgekostet werden. Blumen am Wegesrand, Wasserpfützen, Käfer und Tausende andere Kleinigkeiten können unseren Nachwuchs fesseln. Alles ist neu, muss genau betrachtet und erforscht werden. Kinder sind der Erde noch sehr nah – und zwar nicht nur aufgrund ihrer Körpergröße. Ihre Wahrnehmung für alles, was schön und besonders ist (und das ist in den Augen unserer Kinder fast alles!) ist sehr ausgeprägt. Wir dagegen sind oft genervt, weil die Sicht der Kinder auf die Welt unsere erwachsenen Pläne stört. Dabei merken wir oft gar nicht, wie entspannend das Verweilen in der Gegenwart ist.

 

Nerven lassen oder genießen?

Jedes Mal, wenn ein Kind unsere Pläne durchkreuzt, treffen wir unbewusst die Entscheidung: Sind wir genervt oder lassen wir uns auf das Lebenstempo unseres Kindes neugierig und gelassen ein. Der gute Rat in diesen Fällen: Wählen Sie wenn es irgendwie geht den zweiten Weg. Denn grundsätzlich ändern können Sie an der Geschwindigkeit, die Ihr Kind bestimmt, ohnehin nichts. Jedenfalls nicht, ohne großes Geschrei, Ärger und schlechte Laune auszulösen. Warum nicht einfach einmal selbst mit hineinfallen in die Leichtigkeit des Seins und neugierig darauf schauen, was sich daraus entwickeln kann?


Lassen Sie zu, dass auch für Sie die Welt wieder zu einem großen Abenteuer wird! Immer ist das natürlich nicht möglich, aber trotzdem: Es gibt Gelegenheiten, da gibt es keinen äußeren Grund, ungeduldig zu sein – zum Beispiel bei einem Sonntagsspaziergang durch den Wald. Sehen Sie mit den Augen Ihres Kindes die Schönheit der kleinen Dinge und das Wunder jeden Augenblicks. Sie werden erfrischt und glücklich aus diesem Erlebnis zurückkommen!

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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