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10 Juni, 2016 - 23:27
 

Umgang mit Zeugnisnoten

Jeweils in der Mitte und zum Ende eines Schuljahres wird das Thema Zeugnis brandaktuell. Manche Eltern können einfach nur stolz auf die Leistungen ihrer Kinder sein, für andere bringt das Zeugnis böse Überraschungen zum Vorschein. Wie macht man es richtig, wenn das Kind nicht die erwarteten Noten mit nach Hause bringt?

© regine schöttl - Fotolia.com

Schlechte Noten im Zeugnis, was nun?

Wenn ein Kind mit schlechten Zeugnisnoten nach Hause kommt, ist das meist keine wirklich große Überraschung für die Eltern. Vor allem im Grundschulalter müssen Eltern schlechte Arbeiten oft gegenzeichnen, so dass der Gesamtüberblick recht gut ist. Bei größeren Kindern ist das oft anders, ihnen fällt es leichter, schlechte Noten zu vertuschen. In beiden Fällen sollten die Eltern jedoch nicht mit Schimpfen und Strafen reagieren, sondern lieber trösten, denn: Kein Kind mag schlechte Noten haben. Eine Strafpredigt durch die Eltern ändert nichts an den vergangenen schlechten Leistungen und schafft auch keine guten Voraussetzungen für zukünftig bessere Leistungen. Was ein Kind jetzt braucht ist Motivation, um sich in der Zukunft zu verbessern.


Suche nach den Gründen

Strafen bei schlechten Zeugnisnoten sind nicht nur ungerecht, sie haben meist noch einen anderen Effekt: Das Kind wird wütend auf die Eltern und verdrängt dadurch die eigenen Schuldgefühle. Dabei ist es extrem wichtig, nach den Gründen für das schlechte Zeugnis zu suchen. Nur so lässt sich das Ruder herumreißen. Sie sollten dabei bedenken, dass Faulheit nicht immer der ausschlaggebende Grund für die vier in Mathe und die fünf in Deutsch sein muss. Oft liegen die Ursachen tiefer:

  • Stress mit dem Lehrer – auch Lehrkräfte sind nur Menschen und gerade in Fächern wie Deutsch, Musik oder Sport können auch persönliche Gefühle in die Benotung mit einfließen.
  • Ihr Kind wird gemobbt – keine Chance, sich auf den Unterricht zu konzentrieren, wenn einem üble Quälgeister im Nacken sitzen.
  • Ihr Kind hat andere Probleme, die vielleicht einen familiären Hintergrund haben.
  • Bei Grundschulkindern sollte unter Umständen das Gehör und die Sehfähigkeit getestet werden. Nicht selten sind Beeinträchtigungen der Sinne der Grund für schlechte Schulnoten.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind, fragen Sie es nach seiner Meinung. Wie schätzt es seinen eigenen Einsatz in der Schule ein? Findet es die vergebenen Zeugnisnoten angemessen? Das Problem schlechter Zeugnisse geht vor allem Ihr Kind etwas an. Sie können es allerdings darin unterstützen, seine Leistungen in der Zukunft verbessern. Dies kann durchaus auch ein Klassenwechsel, ein Schulwechsel oder eine andere Schulform sein.


Und wenn das Zeugnis total ok ist?

Auch dann sollten Eltern reagieren und zwar mit uneingeschränkter Freude. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie stolz Sie auf die guten Noten sind und bei einer eins in Mathe ist schon mal eine kleine Belohnung fällig. Das sollte allerdings kein Geld oder eine geldwerte Belohnung sein. Besser sind „soziale Belohnungen“, zum Beispiel gemeinsame Unternehmungen mit der ganzen Familie oder erweiterte Privilegien in Bezug auf familiäre Regeln. Übertreibungen sind nicht angebracht, denn wenn Ihr Kind dann schlechte Noten nach Hause bringt, ist es gleich doppelt gestraft: Zum einen durch die schlechten Zensuren, zum anderen durch den Entzug von Privilegien und den Verzicht auf eine Belohnung.
Sie sollten übrigens immer auch den Ist-Zustand Ihres Kindes im Auge behalten: Ein Kind, das sich richtig schwer in Englisch tut und hart arbeiten muss, kann auf eine Drei in diesem Fach dann richtig stolz sein.

 

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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