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3 Mai, 2016 - 09:31
 

Was wir von Kindern lernen können

Kinder sind Freude und manchmal auch Ärgernis zu gleichen Teilen und stellen uns Eltern vor große Herausforderungen. Was man dabei im Alltag oft übersieht: Von unseren Kindern können wir viel lernen. Sie bringen uns an unsere persönlichen Grenzen und darüber hinaus und zeigen uns eine Sicht auf die Welt, die wir Erwachsenen oft längst vergessen haben.

© godfer - Fotolia.com

Kinder zeigen uns die Welt von unten, wenn wir bereit sind, uns zu bücken und den kindlichen Blickwinkel einnehmen. Doch das ist längst nicht alles, denn die Kindererziehung bedeutet genauso Hingabe und ein Über sich selbst hinauswachsen. Wir müssen unsere eigenen Bedürfnisse in den Hintergrund stellen und Opfer bringen. Für Egoismus ist wenig Platz, will man sein Kind mit Liebe, Zuwendung und Verständnis erziehen.


Die kindliche Zeit ist relativ

Wer sich einmal intensiv um einen Säugling oder um ein Kleinkind gekümmert hat, weiß, dass man am eigenen Zeitbegriff fast verzweifeln kann. Mit Kind dauert alles mindestens doppelt so lang und wenn man gerade ganz stolz darauf ist, dass der persönliche Zeitplan doch eingehalten wurde, kommt mit Sicherheit eine volle Windel, ein verschüttetes Milchglas oder ein Wutanfall dazwischen. Hier muss man sich immer wieder entscheiden: Hält man an den gesellschaftlichen Regeln von Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und der möglichst effizienten Nutzung der Zeit fest oder kapituliert man und richtet sich nach der Zeit des Kindes, die langsamer verläuft – und das nicht nur, wenn es um die praktischen Dinge des Alltags geht. Auch ein Spaziergang mit Kind durch den Park kann ewig dauern, im Schneckentempo sozusagen. Denn ein Kind will jeden Zentimeter des Weges untersuchen, es ist ihm nicht wichtig anzukommen, sondern es genießt den Weg und betrachtet alles neugierig, was ihm begegnet. Wann sind Sie das letzte Mal einen Weg auf diese Weise gegangen?


Das Kind lernt von uns und wir vom Kind

Kinder lernen durch Nachahmung, wir Erwachsenen haben das in den meisten Fällen leider verlernt. Wir sehen unsere Kinder und messen sie nur an unseren eigenen Vorstellungen, versuchen sie zu formen und auf das Leben bestmöglich vorzubereiten. Dabei lohnt es sich, auch einmal die Kinder nachzuahmen. Kinder sind noch unbeeinflusst von unseren Wertvorstellungen und den Anforderungen, die die Leistungsgesellschaft an uns stellt. Sie haben eigene Werte und auch wenn wir für ein einigermaßen harmonisches Miteinander mit unseren Mitmenschen gezwungen sind, uns anzupassen (man nennt das auch Sozialisation), sollten uns doch einige kindliche Eigenschaften zum Nachdenken bringen:


Ehrlich währt am längsten

Mit Ehrlichkeit kommt man am weitesten, das ist bekannt. Trotzdem lügt der durchschnittliche Erwachsene statistisch gesehen etwa 200 Mal pro Tag. Aus Angst, um etwas zu vertuschen, aber auch aus Höflichkeit oder um etwas Bestimmtes zu erreichen. Man nennt das auch Diplomatie. Kindern ist dieses Verhalten fremd, sie sagen schonungslos die Wahrheit – oft sehr zum Missfallen der Eltern. Sicher muss man nicht alles sagen, aber ein wenig mehr Ehrlichkeit und auch Geradlinigkeit, vor allem auch im zwischenmenschlichen Umgang würde vielen von uns nicht schaden.


Mut und Beharrlichkeit

Beobachten Sie Ihr Kind, wenn es etwas lernt. Sich vom Bauch auf den Rücken zu drehen, das Laufen, die ersten Wörter. Kinder lassen sich nicht entmutigen - und auch nach Stürzen und Niederlagen stehen sie wieder auf und versuchen es noch einmal und das ohne ewig zu jammern. Sie versuchen es immer wieder. So lange eben, bis sie können, was sie lernen wollen und müssen.


Ich verzeihe Dir!

Kinder sind nicht nachtragend. Ihre Liebe siegt immer und sie verzeihen ihren Eltern fast alles. Sie können im einen Moment unglaublich wütend und beleidigt sein, kurze Zeit später ist alles vergessen und vergeben. Dadurch kennen sie auch (noch) nicht, das Hamsterrad der Gedanken, das uns Erwachsene Kränkungen immer wieder durchleben lässt und uns den Blick auf die Gegenwart versperrt.


Warum ist das so?

Neugier ist eine der größten Triebfedern eines Kindes und sie ist lebenswichtig. Nur durch ständiges Beobachten, Erforschen und Entdecken lernt ein Kind das, was es zum Leben braucht. Vielen Erwachsenen ist diese so wichtige Eigenschaft abhandengekommen. Dabei öffnet Neugier neue Horizonte und bringt uns weiter in unserer Entwicklung.


Lachen ist gesund

Fröhliches Kinderlachen kann unglaublich ansteckend sein, wenn man es sich erlaubt, sich selbst einfach zu freuen, für ein paar Sekunden alle Bedenken und Sorgen über Bord zu werfen und den Augenblick zu genießen. Wen stört es schon, wenn Papa sich mit Lachtränen in den Augen auf dem Boden wälzt oder Mama nur noch hohe Quiektöne herausbringt, weil ihr ein Lachanfall die Luft nimmt. Lachen ist und hält gesund und wer sich öfter mal so richtig freut, hat mehr vom Leben.


Öfter mal den Blickwinkel wechseln

Kinder können das problemlos. Sie sehen sich die Welt aus allen Perspektiven an und sehen damit Dinge, die uns Erwachsenen oft verborgen bleiben. Kinder können sich in andere hineinversetzen, sie können mitfühlen und dadurch oft besser hinter die Dinge sehen und ihnen auf den Grund gehen.


Grenzen überwinden

Kinder kennen noch keine Grenzen, sie müssen erst lernen, wie man sich innerhalb eines festgelegten Rahmens bewegt. Das ist ein wichtiger Vorgang, aber gerade diese Grenzenlosigkeit macht Kinder aus. Sätze wie „Ich kann das nicht!“ oder „Das gibt es nicht!“ kommen in ihrem Denken nicht vor, dementsprechend frei sind sie bei der Erforschung ihrer Möglichkeiten und denken visionär.


Schauen Sie genau hin, wie Ihr Kind die Realität erlebt und mit ihr umgeht, wie es denkt und fühlt. Es kommt uns allen zugute, wenn wir uns von diesen freien Geistern inspirieren lassen und selbst wieder ein bisschen Kind werden.

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de