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9 August, 2017 - 10:20
 

Kind sein dürfen – Grundlage fürs Erwachsen werden

Der Leistungsdruck auf uns Erwachsene steigt ständig und das bekommen oft auch unsere Kinder zu spüren. Immer früher und immer härter werden schon die Jüngsten auf Leistung getrimmt – oft steckt die Angst der Eltern dahinter, ihr Kind könnte sonst nicht im Leben bestehen.

© studio vision1 - Fotolia.com

Die Anzahl der psychisch auffälligen Kinder steigt seit einigen Jahren kontinuierlich an. Die Ursache dafür ist nicht selten eine permanente Überforderung durch die Eltern. Durch frühzeitigen und übermäßigen Druck entgeht den Kindern das, was sie zum Erwachsen werden so dringend brauchen: Eine ungestörte Kindheit.


Kindheit als wichtige Lebensphase

Als Kindheit wird der Zeitraum von der Geburt bis zum Beginn der Pubertät bezeichnet, wobei die Übergänge fließend sind. Entscheidend in dieser Zeit ist, dass das Kind sorgenfrei ist und Zeit zum ungestörten Lernen hat. So entwickelt es seine Fähigkeiten – im Bereich der Motorik und der Gedächtnisleistung genauso wie im Umgang mit anderen Menschen. Behutsame und liebevolle Förderung durch die Eltern ist ungemein wichtig, genauso wichtig ist es aber, dass ein Kind sein eigenes Lern- und Lebenstempo einhalten kann und eigene Erfahrungen macht.

Überforderung, zum Beispiel durch ein Übermaß an Lern- und Erwartungsdruck oder kindlicher Förderung kann die kindliche Entwicklung empfindlich stören. Freiheit und Sorgenlosigkeit leben, sich an die Grenzen und Regeln des Lebens herantasten und die Bildung einer gesunden Persönlichkeit als Charakteristika der Kindheit werden reglementiert und können im schlimmsten Fall zu Neurosen und anderen psychischen Störungen führen.


Kinder müssen laut sein und toben dürfen

Lärm und eine ständige Bewegung gehören zur Kindheit untrennbar dazu. Die meisten Kinder gehen nicht, sie hüpfen oder rennen und wenn sie aufgeregt sind – vor Freude, Wut oder Angst – dann schreien sie oder reden übermäßig laut. Sie poltern, werfen Dinge herunter und knallen mit Türen. Allzu oft hagelt es Ermahnungen und sogar Strafen: Wenn Kinder zu laut oder zu unruhig sind. Dabei ist ausreichende Bewegung extrem wichtig für die Gesundheit und auch das Wohlgefühl eines Kindes. Die Motorik, die Muskulatur, aber auch die inneren Organe müssen geschult und trainiert werden. Damit ein Kind sich körperlich gesund entwickeln kann, braucht es pro Tag zwei bis drei Stunden körperliche Bewegung. Kinder, die sich zu wenig bewegen (dürfen), leiden später nachweislich häufiger an Übergewicht, einem schwächeren Herzkreislaufsystem und einer schwachen Muskulatur, aber auch an seelisch-psychischen Problemen, denn Körper, Geist und Seele sind beim Kind noch eine Einheit. Nur wenn alle Bereiche genug „Auslauf“ bekommen, ist das Kind glücklich und fühlt sich wohl.

Oft stellt sich die Frage, warum Kinder eigentlich so laut sind. Die Antwort ist relativ einfach: Sie wissen nicht, dass sie es nicht sein dürfen und müssen dies erst im Verlauf ihrer Kindheit lernen - durch das Vorbild der Eltern und durch eigene Erfahrungen. Es erfordert oft einiges an Übung, bis die Türen nicht mehr knallen und das stampfende Hüpfen, das schon manchen Untermieter zur Verzweiflung getrieben hat, zu einem gemäßigten Gehen wird.


Was der Leistungsdruck mit unseren Kindern macht

Übermäßiger Erwartungsdruck von Seiten der Eltern macht Kinder krank und unglücklich, denn er bringt sie dazu, etwas zu tun, was kinderuntypisch ist: Sie beginnen, sich Gedanken und Sorgen zu machen - und das in einem Alter, in dem sie eigentlich damit beschäftigt sind, die Gegenwart zu erleben und zu lernen. Druck macht Angst und Angst macht befangen und unfrei. Zusätzlich wird das Selbstbewusstsein, das sich ja gerade erst entwickelt, schon in seinen Anfängen gestört. Werden die Erwartungen der Eltern nicht erfüllt, zeigen sie Enttäuschung, das Kind fühlt sich falsch und unzulänglich und hat das Gefühl, es wird nur dann geliebt, wenn es Leistung bringt und sich so verhält, wie die Eltern das möchten.

Das, was Kinder für eine freie Kindheit brauchen, sind in erster Linie Geduld und Liebe. Sie brauchen Zeit, sich zu entfalten und auch Zeit, die Grenzen zu akzeptieren, die im Leben gelten und die unser soziales Miteinander bestimmen. Darüber hinaus brauchen sie Liebe und Akzeptanz. Kinder, die eine unbeschwerte und freie Kindheit erleben und sich geliebt fühlen, haben die Chance zu liebenden und selbstbewussten Erwachsenen zu werden, denn sie können darauf vertrauen, dass das Leben gut zu ihnen ist.

 


Zum Weiterlesen:
http://www.rp-online.de/duesseldorf/duesseldorf-stadt/nachrichten/Kinder-duerfen-nicht-Kind-sein_aid_492413.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Kindheit

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de