Alle Eltern werden irgendwann mit diesem Spruch konfrontiert. Die Familienregeln werden kritisiert, als Argument werden die Vorschriften genannt, die anderen Kindern auferlegt werden. Wie verhält man sich nun? „Was andere Kinder dürfen, ist mir egal!“ -Damit wurden wir selbst als Kinder von unseren Eltern abgespeist.

Jedes Kind ist eine individuelle Persönlichkeit, die von seinem Temperament und seiner Umwelt geformt wird. Trotz aller Einzigartigkeit gelten jedoch einige Grundsätze für alle Kinder und machen – konsequent umgesetzt – das Zusammenleben leichter.

Kinder zu erpressen oder zu bestechen geht gar nicht – das propagieren Erziehungsexperten schon seit Jahren. Alle halbwegs aufgeklärten Eltern wissen, dass es pädagogisch nicht sinnvoll ist und vor allem auch nichts nützt, dem Kind das Fernsehen zu verbieten, wenn es den Müll nicht runtergebracht hat oder frech war. Doch ganz ehrlich: So ganz ohne Bestechung und Erpressung kommt so gut wie kein Elternteil aus.

Die Erziehungsmethoden sind im Gegensatz zu früher weicher geworden. Herrschte noch vor fünfzig Jahren in erster Linie die autoritäre Erziehung vor, so gibt es heute eine Vielzahl von Methoden, die von hart bis zart reichen. Wie effektiv ist welche Methode und welche Grundsätze gelten?

Was heißt das eigentlich „Kind sein dürfen“? In erster Linie, seinen eigenen Instinkten und Gefühlen zu folgen. Die Kindheit ist eine wichtige Phase, in der sich Geist und Körper frei entwickeln sollen und das mit möglichst wenig Leistungsdruck. Gleichzeitig müssen aber Regeln gelernt und Grenzen akzeptiert werden.

Angst ist eine wichtige Reaktion zum Selbstschutz, kann aber auch bremsen und hemmen. Unsere Gesellschaft hat ein seltsames Verhältnis zu dieser allzu menschlichen Reaktion. „Stell Dich nicht so an!“ oder freundlicher „Du musst doch keine Angst haben.“ bekommen Kinder oft zu hören. Unbewusst wird Angst von Eltern als Erziehungsmethode eingesetzt.

Kindererziehung ist eine todernste Sache und mit viel Anstrengung und Mühen verbunden. Dieser Glaubenssatz hängt in vielen Köpfen und führt schnell zu einer Verbissenheit, die jeden Spaßfaktor in der Erziehung zunichtemacht. Dabei ist es gar nicht so schwer, unsere Kinder mit Leichtigkeit und Freude durchs Leben zu führen.

„Antiautoritäre“ Eltern tun sich in der Kindererziehung genauso schwer wie überautoritäre. Was Kinder brauchen, sind starke und liebevolle Eltern, die sich weder selbst abwerten, noch weit über das Kind stellen. Was aber macht starke Eltern aus?

Wir sollen Vorbild für unsere Kinder sein und ihnen zeigen, wie man sich richtig verhält. Doch auch wir Eltern sind nur Menschen, irren uns, machen Fehler oder flippen mal aus. Dazu sollten wir auch vor unseren Kindern stehen.

Eltern sehen die Welt anders als ihre Kinder. Dies führt oft zu dem Problem, dass Kinder nicht nachvollziehen können, was die Erwachsenen (insbesondere die Eltern) eigentlich stört. Um trotzdem zum Kind durchzudringen und das erwünschte Verhalten hervorzurufen, kann die Ich-Botschaft eine gute Alternative zum Schimpfen und Strafen sein. Mit der Ich-Botschaft machen Sie klar, warum Sie das Verhalten des Kindes nicht tolerieren können und wollen.

Natürlich lieben Sie Ihre Kinder – aber zeigen Sie Ihnen das auch? Erziehen Sie Ihr Kind liebevoll oder eher mit Strenge und Autorität? Schaffen Sie es, Grenzen zu setzen und diese Ihrem Kind immer wieder mit Liebe zu zeigen?

Normalerweise erziehen Eltern ihre Kinder. So sollte es zumindest sein. Trotzdem entwickeln Kinder natürlich Strategien, um ihren Willen eben doch durchzusetzen. Vielfach ist es das Mittel des Charmes, das eingesetzt wird, um die Eltern milde zu stimmen und Wünsche erfüllt zu bekommen. Das ist oft süß, irgendwie rührend und führt mal zum Erfolg, mal aber auch nicht. Immer wieder kommt es jedoch auch zu einer unangenehmen Form der umgekehrten Pädagogik. Das Wort „Psycho-Terror“ mag hart klingen, für betroffene Eltern beschreibt es die Problematik jedoch oft am besten.

Für Kinder ist alles riesengroß – auch wir Erwachsenen. Bei Gesprächen und Erklärungen sollten Sie dafür sorgen, dass Sie mit Ihrem Kind auf Augenhöhe bleiben. So kommt das, was Sie ihm sagen, besser bei ihm an; dadurch, dass es Ihnen ins Gesicht sehen kann, kann es darüber hinaus aus Ihrer Mimik lesen. 

Eltern erziehen ihre Kinder. Ein ganz normaler Vorgang. Aber auch die Kinder selbst sind sanfte Lehrmeister ihrer Eltern. Ein paar Gedanken zu diesem Thema von unserem Autor Daniel Polzer.

Welche Erziehungsbefugnis haben Fremde übers eigene Kind? Viele Eltern antworten darauf sicher mit „gar keine“. Und doch passiert es immer wieder: Freunde und Verwandte erziehen den Nachwuchs ungefragt mit. Oft so gar nicht im Sinne der Eltern. Hierauf angemessen zu reagieren, ist mitunter gar nicht so einfach.