Skip to main content

Suche

31 Mai, 2016 - 12:56
 

Jeder weiß es besser – über den Umgang mit guten Ratschlägen

Schwangere Frauen können ein Lied davon singen. Ob Mutter, Schwiegermutter oder beste Freundin, jeder hat unzählige gute Tipps und weiß es am besten. Nach der Geburt haben dann auch Sie als Vater unter der Besserwisserei zu leiden. Diplomatie und ein guter Kontakt mit dem Bauchgefühl sind jetzt hilfreich.

© JackF - Fotolia.com

Grundsätzlich gilt: Nicht alle Tipps sind schlecht. Wer schon Kinder großgezogen hat, verfügt über einen reichen Erfahrungsschatz, den Sie nicht unterschätzen sollten. Nur: Sie entscheiden, welche Tipps Sie toll finden und welche nicht. Und genau das ist häufig das Problem für die Tippgeber. Denn jeder meint es einfach am allerbesten zu wissen.


Wann ist ein Tipp ein guter Tipp?

  • „Du musst das Kind auch mal schreien lassen, Du verwöhnst es nur!“
  • „Babys gehören von Anfang an ins eigene Bett!“
  • „Meine Güte, der Kleine ist ja gar nicht warm genug angezogen!“
  • „Das Kind erstickt doch in dem engen Tragetuch!“

Diese kleine Liste könnte noch endlos verlängert werden und steht beispielhaft für die vielen guten Tipps, mit denen Sie und Ihre Partnerin vor allem in der Angangszeit bombardiert werden. Wie lange die Tippgeberei andauert, hängt von Ihren Reaktionen ab und von der Hartnäckigkeit desjenigen, der so freizügig mit guten Ratschlägen um sich wirft. Ganz enden wird sie wahrscheinlich nie. Besonders Männer trifft es hart, denn denen wird schnell jegliche Kompetenz abgesprochen – von der Nachbarin, der Schwiegermutter oder anderen Müttern auf dem Spielplatz. Das kann mächtig nerven und dennoch: Allzu leichtfertig sollten die Tipps von erfahrenen Müttern dann doch nicht beiseitegeschoben werden, denn manchmal haben Sie tatsächlich recht.

Tipps zum Umgang mit dem Kind können hilfreich sein. Gute Tipps sind eigentlich immer die, die das Leben erleichtern und zwar vorwiegend Ihrem Kind! Der Ratschlag es schreien zu lassen, scheidet also ganz schnell aus.


Das Bauchgefühl hat Recht – und manchmal auch die Schwiegermutter

Mütter wie Väter, die sich intensiv mit Ihrem Baby befassen, entwickeln ganz automatisch ein Gefühl dafür, was für das Kind gut ist und was nicht. Lassen Sie Ihr Bauchgefühl also ruhig entscheiden. Das gilt selbst dann, wenn der gute Tipp von der Schwiegermutter oder Ihrer besserwisserischen Schwester kommt. In den allermeisten Fällen reicht schon der gesunde Menschenverstand aus, um dessen Qualität zu beurteilen. Allerdings sollten Sie darauf achten, das auch wirklich Ihr Bauchgefühl sich meldet und nicht der Wunsch, endlich mal wieder eine Nacht durchzuschlafen oder Ihre Frau ohne ein gierig-saugendes Baby an der Brust genießen zu dürfen. Da sprechen dann ganz andere Körperregionen.


Im Zweifel einfach mal nachlesen!

Wenn Sie sich wirklich nicht sicher sind, ob ein Tipp gut ist oder nicht, dann hilft immer noch ein gutes Fachbuch oder auch ein Online-Portal wie vaterfreuden.de weiter. Idealerweise können Sie sich aufgrund der Fakten ein eigenes Bild machen und eine eigene Entscheidung treffen. Und nicht immer müssen Tipps ja gleich ein Verhalten nach sich ziehen. So erkennen Sie zum Beispiel, ob es Ihrem Baby zu warm ist, daran, dass es im Genick zu schwitzen beginnt. Hätten Sie das gewusst? Vielleicht hat Ihnen das auch schon die nervige Freundin Ihrer Frau erzählt und Sie haben einfach nicht hingehört.


Wie diplomatisch muss man eigentlich sein?

Natürlich wissen Sie, dass es alle nur gut mit Ihnen, Ihrer Partnerin und dem Baby meinen. Die schlauen Tipps sollen Ihnen das Leben leicht machen und auch gut fürs Kind sein. Trotzdem müssen Sie nicht alle Belehrungen mit einem freundlichen Nicken schlucken. Gerade in den ersten Monaten ist das ohnehin nicht möglich, dünn wie das Nervenkostüm dann in der Regel ist. Also werden Sie irgendwann sagen, dass es Ihnen jetzt reicht mit den ganzen guten Ratschlägen und dass Sie nichts mehr hören wollen. Das ist in Ordnung und es wird Ihnen verziehen werden. Schließlich wissen erfahrene Mütter genau, wie Sie sich gerade fühlen. Auf eines sollten Sie sich allerdings einstellen: Die Flut der guten Tipps wird dadurch höchstwahrscheinlich nicht enden.
 

Vaterfreuden auf Facebook   Vaterfreuden auf Twitter
Artikel bewerten
 

Autor